Bitcoin: Miner-Exodus! $70 Mrd. Mega-Umbau für KI – Prognose: Verliert das Netzwerk seine Rechenpower?
Bitcoin unter Druck: Miner investieren 70 Mrd. Dollar in KI-Rechenzentren. Droht dem Netzwerk ein Verlust an Rechenpower und Sicherheit?
Bitcoin unter Druck: Während Milliarden in KI-Rechenzentren fließen, wandern Miner ab – doch das Netzwerk passt sich an und kämpft um seine Rechenpower. PantherMedia / Dusan Zidar
Foto: PantherMedia / Dusan Zidar
Energie ist knapp und kostbar – das bekommt nun auch Bitcoin (BTC) zu spüren. Die Kryptowährung konkurriert mit Künstlicher Intelligenz (KI) á la ChatGPT und Claude um Strom: Milliardenschwere Mining-Unternehmen stellen um – auf KI-Rechenzentren! Verliert das Netzwerk seine Rechenpower – wird Bitcoin unsicher?
Bitcoin: Prognose blickt auf $80K noch im April
Nach einem schwachen ersten Quartal zieht es Bitcoin wieder aufwärts: Der Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran bringt frischen Wind in den Kurs, beschert BTC innerhalb der letzten sieben Tage ein Plus von satten 8%. Zwei Mal ging’s sogar rauf bis über 72.500 Dollar – mehr war bislang allerdings nicht drin. Das könnte sich bald ändern, glaubt Top-Krypto-Analyst Michaël van de Poppe.
„Wenn der Waffenstillstand hält und wieder Ruhe einkehrt, werden wir meiner Meinung nach im April einen raschen Anstieg auf 80.000 Dollar erleben“, so der Holländer in einer neuen Prognose. Voraussetzung: Die 69.500-Dollar-Marke muss kurzfristig halten. Aktuell notiert die Krypto-Leitwährung nach einem Rückgang um -0,7% innerhalb der letzten 24 Stunden bei 71.341 Dollar – also Haarscharf an der Absturzkante.
Kleinanleger können das aussitzen – doch Mining-Unternehmen macht der Preisverfall zu schaffen. Der wirtschaftliche Druck ist enorm: Bereits jetzt verlieren US-Bitcoin-Miner nach JPMorgan-Daten rund 19.000 Dollar pro produziertem Bitcoin – Produktionskosten von rund 88.000 Dollar treffen auf einen Marktpreis von etwa 69.000 Dollar. Die Folge: Miner verabschieden sich vom Bitcoin-Netzwerk – und zwar in großem Stil. Ihre Alternative: KI-Rechenzentren!
KI statt BTC! Viele Miner lassen Bitcoin jetzt links liegen
Bloomberg beispielsweise meldet KI-Deals mit einem Gesamtwert von mehr als 70 Milliarden Dollar – alle abgeschlossen von börsennotierten Mining-Unternehmen, die zusammen mehr als 40% der globalen Rechenleistung kontrollieren.
Das kommt nicht von ungefähr – der Strombedarf moderner KI-Modelle ist massiv: Branchen-Gigant Anthropic („Claude“) beispielsweise hat gerade einen Vertrag über mehrere Gigawatt Rechenkapazität mit Google und Broadcom abgeschlossen – und damit einen direkten Konkurrenten für Bitcoin-Miner um die begehrte Energieinfrastruktur geschaffen. Denn KI-Rechenzentren und Bitcoin-Mining benötigen dieselben knappen Ressourcen: Netzanschlüsse, gekühlte Serverräume und preisgünstigen Strom.
Entsprechend orientieren sich viele Miner neu, darunter etwa der mittelschwere Bitcoin-Miner Bitfarms. Der hat sich Anfang der Woche in „Keel Infrastructure“ umbenannt und sein komplettes 2,2-Gigawatt-Portfolio auf KI-Rechenzentren umgestellt.
„Wir sind kein Bitcoin-Unternehmen mehr“, so das knappe Statement von CEO Ben Gagnon. Auch Core Scientific liquidiert seinen gesamten Bitcoin-Bestand für einen 1,2-Gigawatt-KI-Pivot. Sprich: Die öffentlich gehandelten Mining-Unternehmen verkaufen BTC, um KI-Infrastruktur zu finanzieren – und Analysten gehen davon aus, dass bis Ende 2026 bis zu 70% ihrer Umsätze aus dem KI-Geschäft stammen könnten.
Für das Bitcoin-Netzwerk bedeutet das zunächst: Die Hashrate sinkt, die Mining-Difficulty passt sich automatisch nach unten an – und kleinere Miner bekommen wieder Luft. Das ist Bitcoins Selbstkorrektur-Mechanismus in Aktion. Denn was nach Exodus klingt, ist im Kern Marktwirtschaft: Unrentable Miner werden aus dem Netz gedrängt – und machen Platz für effizientere Nachfolger.
In Äthiopien, Paraguay und Oman stehen bereits neue Mining-Farmen bereit, die von günstiger Wasserkraft und niedrigen Betriebskosten profitieren. Solange die Kryptowährung einen Preis hat, der sich zu schürfen lohnt, wird es auch Miner geben, die das Netzwerk sichern – das war in 15 Jahren Bitcoin-Geschichte noch nie anders.
Wenn Krypto-Diebe an die Haustür klopfen
Bitcoins Erfolg hat allerdings auch eine Schattenseite, die nicht auf den Charts auftaucht, denn: Physische Angriffe auf Krypto-Besitzer nehmen rasant zu. Laut einer neuen Analyse von CoinDesk sind sogenannte „Wrench Attacks“ – also brutale Überfälle, bei denen Opfer unter Gewaltandrohung zur Herausgabe ihrer Bitcoins gezwungen werden – im vergangenen Jahr um sage und schreibe +75% gestiegen.
Dokumentiert sind mehr als 300 Fälle physischer Krypto-Kriminalität in 15 Ländern. Die Methoden werden dabei immer rigoroser. In San Francisco beispielsweise haben sich Täter als Essenslieferanten ausgegeben und dann direkt an der Haustür zugeschlagen. Beute: 13 Millionen Dollar in Krypto. In Scottsdale, Arizona, sind zwei Teenager aus Kalifornien stolze 960 Kilometer gefahren, um einen Bitcoin-Halter um 66 Millionen Dollar zu erleichtern. Dabei immer relevant: der Preis von BTC.
Jameson Lopp, einer der bekanntesten Bitcoin-Sicherheitsexperten, führt eine öffentliche Datenbank physischer Bitcoin-Angriffe. Die zeigt einen deutlichen Zusammenhang: Je höher der Bitcoin-Kurs, desto zahlreicher die Überfälle. Europa ist dabei besonders betroffen – mehr als 40% aller dokumentierten Angriffe entfallen auf europäische Länder, mit Frankreich an der Spitze. Schräges Detail: Die Versicherungsbranche reagiert – viele bieten inzwischen Policen gegen „Wrench Attacks“ an.
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