Zu viele Stromnetzbetreiber? Eine neue Karte zeigt ihre Bedeutung
Neue Karte zeigt Stromnetzbetreiber in Deutschland: Daten zu Anlagen, Leistung und Regionen belegen Rolle kleiner Netze für Energiewende und Resilienz.
„Stromnetzbetreiber in Deutschland“, so der Name einer neuen Onlinekarte. Sie zeigt auf einen Blick, wie viele Erzeugungsanlagen in welchem Netzgebiet angeschlossen sind – aufgeschlüsselt nach Photovoltaik, Wind, Biomasse, Wasser, Geothermie und konventionellen Technologien und den jeweiligen Leistungen. Batteriespeicher sind ebenfalls enthalten.
Foto: MediaPortal Press'n'Relations Gm/Martin Käßler
Wie viele Stromnetzbetreiber gibt es in Deutschland? Welche Rolle spielen sie für die Energiewende? Und eine sichere Stromversorgung in Deutschland? Eine gute Frage, denn dass wir in Deutschland zu viele Verteilnetzbetreiber haben, diese These spielt auch eine Rolle bei der Debatte um den zu langsamen Stromnetzausbau in Deutschland.
Eine neue interaktive Karte liefert dazu erstmals einen detaillierten Überblick. Sie zeigt exakt, welcher Stromnetzbetreiber wie viele Anlagen mit welcher Erzeugungstechnik angeschlossen hat. Initiator dieser Onlinekarte ist der edna Bundesverband Energiemarkt & Kommunikation, ein Digitalisierungsverband innerhalb der Energiewirtschaft.
Inhaltsverzeichnis
Interaktive Karte der Stromnetzbetreiber zeigt Anlagen und Leistungen
„Stromnetzbetreiber in Deutschland“, so der Name der Onlinekarte zeigt auf einen Blick, wie viele Erzeugungsanlagen in welchem Netzgebiet angeschlossen sind – aufgeschlüsselt nach Photovoltaik, Wind, Biomasse, Wasser, Geothermie und konventionellen Technologien und den jeweiligen Leistungen. Batteriespeicher sind ebenfalls enthalten.
Nicht dargestellt sind die genauen Orte der Anlagen. Ein wichtiger Punkt, denn die in Deutschland teils sehr genauen, online verfügbaren Daten kritischer Infrrastruktur sind angesichs der Sicherheitslage umstritten. Wer die Karte nutzen will, kann nach Netzbetreibern, Bundesländern oder Erzeugungsarten auswerten.
Warum kleine und mittlere Stromnetzbetreiber so wichtig sind
Aus Sicht des Edna lässt sich anhand der neuen Karte sehr gut sehen, warum die Vielfalt der deutschen Netzbetreiber so wichtig ist: Es ist ein Sicherheitsfaktor. „Die häufig geäußerte Kritik, Deutschland habe zu viele Netzbetreiber, greift aus unserer Sicht zu kurz“, so Edna-Geschäftsführer Richard Plum. Die neue Karte belege, dass die kleinen und mittleren Netzbetreiber einen unverzichtbaren Beitrag zur Stromversorgung und zur Versorgungssicherheit leisten würden. „Zugleich sind sie zentrale Treiber und Träger der Energiewende, da die Erzeugung in ihren Netzen fast vollständig auf erneuerbaren Energien beruht“.
Regionale Struktur der Stromnetzbetreiber macht Deutschland krisenfester
„Die Vielzahl regional verankerter Verteilnetzbetreiber schafft organisatorische Vielfalt: Sie verteilt Risiken, senkt die Wahrscheinlichkeit systemischer Ausfälle und stärkt die Fähigkeit, vor Ort schnell auf Krisen zu reagieren“, erklärt Plum. Der Edna trägt die Zahl der Verteilnetzbetreiber zusammen. 871 seien es insgesamt, mit regionalen Häufungen: Sehr sitzen in Bayern (237), Baden-Württemberg hat 121 und Nordrhein-Westfalen 114.
Die Anzahl der Netzbetreiber alleine ist aber nicht aussagekräftig. Es gilt sie zu beziehen auf die jeweilige Einwohnerzahl. Gemessen an der Einwohnerzahl hat Dänemark mit 55 Betreibern eine vergleichbare Dichte, Finnland mit 75 eine höhere. Rund 98.000 Einwohnerinnen und Einwohner kommen in Deutschland im Schnitt auf einen Netzbetreiber. In Österreich sind es etwa 75.000, in der Schweiz rund 15.000.
KI macht den Datenwust als Online-Karte erst für alle verständlich
Erstellt hat die Karte Martin Käßler, KI-Experte und Energieforscher am Institutsteil Angewandte Systemtechnik AST des Fraunhofer IOSB (Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB ) in Ilmenau. Grundlage sind öffentliche Daten aus dem Marktstammdatenregister, die er mithilfe von KI ausgewertet hat. Datenstand ist April 2026, eine Aktualisierung ist halbjährlich geplant. .
Für Käßler ist es wichtig, die Daten für alle nutzbar zu machen. „Abstrakte Datensätze allein sagen den wenigsten Menschen etwas. Erst durch die passende visuelle Aufbereitung werden sie wirklich greifbar. Und moderne, KI-gestützte Werkzeuge machen solche Ideen in Rekordzeit möglich.“ Und damit wohl auch die zukünftigen Updates wirklich machbar. So dass mit der neuen Netzbetreiberkarte eine relativ aktuelle verfügbare Datenbasis dauerhauft zugänglich sind wird.
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