Windenergie 17.04.2025, 10:30 Uhr

Windräder ohne ständiges Blinken: Ein Schritt zu mehr Akzeptanz?

Die roten Blinklichter der Windräder stören viele Anwohner, obwohl sie der Luftsicherheit dienen. Eine neue Technik könnte das Blinken nur bei Bedarf aktivieren und so die Akzeptanz von Windkraftanlagen erhöhen.

Windrad

Das Ende des roten Blinkens? Wie neue Technik Windräder akzeptabler macht.

Foto: PantherMedia / ZelmaBrezinska

Windräder, die höher als 100 Meter sind, gelten als Hindernisse für den Luftverkehr, zum Beispiel für Flugzeuge oder Hubschrauber. Deshalb müssen sie mit speziellen Warnlichtern ausgestattet sein. Windräder blinken nachts rot, um Flugzeuge und Hubschrauber zu warnen. Viele Menschen fühlen sich davon gestört.

Seit dem 1. Januar müssen Betreiber ihre Anlagen so umrüsten, dass die Lichter nur noch angehen, wenn ein Flugzeug in der Nähe ist. Das funktioniert über Signale, die Flugzeuge automatisch senden. Diese Technik nennt man ‚bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung‘, kurz BNK.
„Damit wird die Beleuchtung bedarfsgerecht und damit nur dann aktiviert, wenn sich ein Luftfahrzeug dem Windpark nähert“, zitierte die dpa einen Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums kurz vor dem Jahreswechsel.

So sollen sich weniger Anwohner durch das ständige Blinken gestört fühlen.

Wird das Abschalten des „roten Blinkens“ die Akzeptanz von Windkraft steigern?

Es stellt sich die Frage, ob diese Veränderung die Akzeptanz von Windkraftanlagen verbessern kann.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur für Streckenplanung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Fachingenieur für Streckenplanung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
DFS Deutsche Flugsicherung-Firmenlogo
Produktmanager (w/m/d) für Systementwicklung iCAS DFS Deutsche Flugsicherung
Langen bei Frankfurt Zum Job 
WBS TRAINING AG-Firmenlogo
Schweißlehrer:in für WIG, MIG/MAG und E-Hand (m/w/d) WBS TRAINING AG
Dresden Zum Job 
M.E. SCHUPP Industriekeramik GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur/in - Technische Projektierung / Presales Engineering (m/w/d) mit Schwerpunkt keramische Hochtemperatur-Isolationstechnik M.E. SCHUPP Industriekeramik GmbH
TenneT TSO-Firmenlogo
Parametrierer Stationsleittechnik (m/w/d) TenneT TSO
Audorf, Stockelsdorf Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) für die Projektleitung von Lärmschutz- und Brückenbauwerken Die Autobahn GmbH des Bundes
Nürnberg Zum Job 
Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Automatisierungstechniker (m/w/d) im Bereich Sondermaschinenbau Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG
Sengenthal bei Neumarkt in der Oberpfalz Zum Job 
Jungheinrich Aktiengesellschaft-Firmenlogo
Tech Lead (m/w/d) Electric Powertrain / Elektromotoren Jungheinrich Aktiengesellschaft
Norderstedt Zum Job 
GOLDBECK West GmbH-Firmenlogo
Architekt / Bauingenieur als Sales Manager (m/w/d) für schlüsselfertige Gewerbeimmobilien GOLDBECK West GmbH
Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe mbH (GFO)-Firmenlogo
Bauingenieur oder Projektmanager (m/w/d) Bau & Technik Gemeinnützige Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe mbH (GFO)
Dinslaken, Troisdorf, Hilden, Olpe, Bonn, Langenfeld Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Arbeitsvorbereiter Fertigungssteuerung (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Serielle Sanierung & GU-Projekte Allbau Managementgesellschaft mbH
Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF-Firmenlogo
Projektleitung - Neubau Reinraum (all genders) Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF
Freiburg im Breisgau Zum Job 
TenneT TSO-Firmenlogo
OT Security Engineer (m/w/d) TenneT TSO
Audorf, Stockelsdorf Zum Job 
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur / Maschinenbautechniker (m/w/d) Schwerpunkt Maschinen- & Anlagenbau Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
Immobilien Management Essen GmbH (IME)-Firmenlogo
(Senior) Projektkoordinator (m/w/d) Hochbau & Stadtentwicklung Immobilien Management Essen GmbH (IME)
Allbau Managementgesellschaft mbH-Firmenlogo
Projektentwickler (m/w/d) Immobilien Allbau Managementgesellschaft mbH
RINGSPANN GmbH-Firmenlogo
Vertriebsingenieur (m/w/d) als Produkt-Account-Manager Antriebskomponenten/Bremsen RINGSPANN GmbH
Bad Homburg Zum Job 
Crawford & Company (Deutschland) GmbH-Firmenlogo
Technical Expert / Sachverständiger (w/m/d) Bereich Global Technical Services Crawford & Company (Deutschland) GmbH
verschiedene Einsatzorte Zum Job 

„Die bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung für Windenergieanlagen könnte ein Beitrag zur Steigerung der Akzeptanz von Windenergieanlagen sein. Die Befeuerung von Windenergieanlagen, im Volksmund als „rotes Blinken“ der Anlagen bezeichnet, soll nachts mehrheitlich abgeschaltet werden. Das ist durchaus möglich, denn Flugobjekte fliegen nachts nur sehr selten in kritischer Höhe zu Windenergieanlagen.“, heißt es dazu in einer Antwort der Landesregierung Brandenburg auf eine Anfrage einer Abgeordneten.

Umsetzung verzögert sich

Eigentlich sollte die Umsetzung in Deutschland schon Ende des Jahres abgeschlossen sein, aber es kam zu Verzögerungen. Die zuständige Behörde in Schönefeld konnte die Anträge der Windpark-Betreiber wegen Personalmangel nicht schnell genug bearbeiten. Schließlich müssen die Windräder mit neuer Technik ausgestattet werden, was noch genehmigt werden muss.

In Berlin-Brandenburg wurden bisher 815 Anträge gestellt, damit Windräder nachts nur noch bei Bedarf blinken. Ein Antrag kann dabei mehrere Windräder und Betreiber betreffen. Insgesamt stehen in Brandenburg über 4.000 Windräder.

Bis Ende Februar wurden laut Ministerium 607 Genehmigungen für das bedarfsgesteuerte Nachtblinken erteilt. 36 Anträge wurden abgelehnt – zum Beispiel, weil die Windräder in einem streng kontrollierten Luftraum stehen. 166 Anträge sind noch in Bearbeitung und sollen bis Mitte 2025 entschieden werden.

Nicht alle Windräder werden mit neuer Technik ausgestattet

Nicht alle Windräder müssen die neue Technik bekommen. Laut dem Bundesverband Windenergie hängt das von Standort und Höhe ab: In Städten gilt die Pflicht ab 150 Metern Höhe, außerhalb schon ab 100 Metern.

Bei Einsätzen von Polizei, Militär, Rettung oder bei bestimmten Arbeiten kann die Blink-Beleuchtung schon ab einer Windrad-Höhe von 20 Metern vorgeschrieben sein. In anderen Fällen hängt das vom Schutz des Luftverkehrs ab. Laut dem Bundesverband Windenergie kann das störende Blinken durch die neue bedarfsgesteuerte Technik um bis zu 95 % reduziert werden. (dpa)

Der Einsatz selbst ist jedoch nicht neu. Weltweit erstmals wurde im Offshore-Windpark Nordergründe ein vollständig funktionsfähiges und behördlich genehmigtes System zur bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung (BNK) installiert. Darüber hat Vdi-Nachrichten noch 2022 berichtet.

Lesen Sie auch dazu: Die Nacht wird wieder dunkler

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.