AEM statt Edelmetall 19.11.2025, 14:30 Uhr

Wasserstoff made in Europe: So soll die Produktion günstiger werden

Ein neues EU-Projekt soll Elektrolyseure ohne Edelmetalle marktreif machen – und Europas Wasserstoffproduktion spürbar verbilligen.

grüner Wasserstoff

Europa will unabhängiger bei grünem Wasserstoff werden. Das deutsch-niederländische Projekt „genAEMStack“ entwickelt dafür eine neue Generation AEM-basierter Elektrolyseure, die günstiger, skalierbarer und weniger rohstoffabhängig sein sollen.

Foto: Smarterpix / aa-w

Europa will mehr grünen Wasserstoff produzieren – und zwar mit eigener Technologie, ohne Abhängigkeiten von Importen oder knappen Edelmetallen. Genau hier setzt ein deutsch-niederländisches Forschungsprojekt an. Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und das Holst Centre in Eindhoven wollen gemeinsam einen neuen Elektrolyse-Stack entwickeln, der günstiger, flexibler und großindustrietauglich sein soll. Das Vorhaben hört auf den Namen „genAEMStack“ und wird zweieinhalb Jahre lang mit 1,6 Millionen Euro aus dem EU-Fonds EFRE gefördert.

Dr. Marc-Simon Löffler vom ZSW erläutert: „Die Wasserelektrolyse ist die Schlüsseltechnologie für klimaneutralen, grünen Wasserstoff – und zentral für die Erfüllung der EU-Verordnung Strategische Technologien für Europa. Denn Wasserstoff, der in Europa durch Elektrolyse hergestellt wird, muss nicht importiert werden.“

Warum AEM-Elektrolyse die Lösung sein kann

Im Kern geht es um eine Technik, die bislang kaum Beachtung fand: die AEM-Elektrolyse. Sie verspricht, was Europa dringend braucht – eine Wasserelektrolyse, die ohne Platin oder Iridium auskommt, aber trotzdem dynamisch genug ist, um Strom aus Wind- und Solarkraft direkt zu nutzen. Die etablierten Verfahren, alkalische Elektrolyse (AEL) und PEM-Elektrolyse (PEMEL), sitzen in einer Art technologischer Zwickmühle: Entweder robust und günstig, aber träge – oder flexibel, aber abhängig von teuren Katalysatoren.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Wirtgen GmbH-Firmenlogo
Product Safety & Compliance Engineer (m/w/d) - R&D Wirtgen GmbH
Windhagen Zum Job 
Spar- und Bauverein eG-Firmenlogo
Leiter Technik / Prokurist (m/w/d) Spar- und Bauverein eG
Hannover Zum Job 
Koehler Paper SE-Firmenlogo
Ingenieur Qualitätssicherung (m/w/d) Koehler Paper SE
KOCO MOTION GmbH-Firmenlogo
Produktmanager (m/w/d) KOCO MOTION GmbH
Dauchingen Zum Job 
Immobilien Management Essen GmbH (IME)-Firmenlogo
(Senior) Projektkoordinator (m/w/d) Hochbau & Stadtentwicklung Immobilien Management Essen GmbH (IME)
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) für Projektberatung in der Autobahnplanung Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur / Architekt (w/m/d) Hochbau Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauwerksprüfingenieur (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes
Rastow (OT Fahrbinde) Zum Job 
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH-Firmenlogo
Ingenieur* Energieversorgung DFS Deutsche Flugsicherung GmbH
Stadt Offenburg-Firmenlogo
Projektingenieur*in Baulandbereitstellung und Grundstücksneuordnung Stadt Offenburg
Offenburg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieurwesen (w/m/d) Konstruktiver Ingenieurbau Die Autobahn GmbH des Bundes
Krefeld, Euskirchen, Köln, Essen Zum Job 
Verkehrsbetriebe Karlsruhe GmbH-Firmenlogo
Sachgebietsleiter*in operatives Flottenmanagement - ECM3 Verkehrsbetriebe Karlsruhe GmbH
Karlsruhe Zum Job 
Firmengruppe Max Bögl-Firmenlogo
Konstrukteur (m/w/d) Firmengruppe Max Bögl
Sengenthal Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) für die Planung von Ingenieurbauwerken Die Autobahn GmbH des Bundes
GEBHARDT Fördertechnik GmbH-Firmenlogo
Project Manager Intralogistics Automation (m/w/d) GEBHARDT Fördertechnik GmbH
Waldbüttelbrunn, Weiden in der Oberpfalz, Sinsheim, Karlsruhe-Durlach Zum Job 
Rhein-Sieg Netz GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Netzentwicklung (m/w/d) Rhein-Sieg Netz GmbH
Siegburg Zum Job 
HNVG  Heilbronner Versorgungs GmbH-Firmenlogo
Teamleiter Planung Anlagen (m/w/d) HNVG Heilbronner Versorgungs GmbH
Heilbronn Zum Job 
Stadtwerke Pirmasens Versorgungs GmbH-Firmenlogo
Elektroingenieur für die Netzleitstelle (m/w/d) Stadtwerke Pirmasens Versorgungs GmbH
Pirmasens Zum Job 
KEMNA BAU Andreae GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauleitung (m/w/d) KEMNA BAU Andreae GmbH & Co. KG
Hannover Zum Job 
Brodbeck Service und Verwaltung GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Applikationsbetreuer (m/w/d) Brodbeck Service und Verwaltung GmbH & Co. KG
Metzingen Zum Job 

AEM will beides verbinden. Noch aber fehlen stabile Materialien, reproduzierbare Produktionsprozesse und Skalierbarkeit im industriellen Maßstab. Genau diese Lücke will „genAEMStack“ schließen.

AEMEL: vielversprechend, aber noch nicht reif für den Massenmarkt

AEMEL vereint Vorteile beider etablierten Technologien. Doch für den industriellen Maßstab fehlen noch stabile Komponenten und skalierbare Fertigungsverfahren. Kritische Punkte sind:

  • Haltbarkeit und Qualität der Membran-Elektroden-Einheiten
  • Skalierbarkeit der Stacks
  • automatisierbare und kostengünstige Produktionsprozesse
  • fehlende Normen für industrielle Anwendungen

Ohne Fortschritte bleibt AEMEL ein Laboransatz. „genAEMStack“ soll genau diese Lücken schließen.

Wie „genAEMStack“ den Sprung in die Industrie schaffen will

Das ZSW konzentriert sich auf das Stack-Design. Die Forschenden starten mit einem Prototypen im 10-kW-Bereich und testen unter realistischen Lastprofilen, wie stabil die Membran-Elektroden-Einheiten laufen. Parallel simulieren sie, welche Materialkombinationen langfristig funktionieren könnten – und welche sich früh verabschieden.

Das Holst Centre arbeitet an den Materialien selbst: poröse Transportschichten, stabile Beschichtungen, optimierte Katalysatorstrukturen. Dazu kommen Kostenmodelle und Analysen, wie sich die Technik später in große Elektrolyseanlagen integrieren ließe. Ziel ist ein Baukasten, der nicht proprietär, sondern offen nutzbar ist – eine Voraussetzung für schnelle Verbreitung.

Warum die Politik das Projekt vorantreibt

Die EU hat Anfang 2024 die STEP-Plattform („Strategic Technologies for Europe Platform“) gestartet. Sie soll Schlüsseltechnologien fördern, die Europas technologische Souveränität sichern – darunter Energie- und Klimatechnik. Wasserstoffproduktion steht dort ganz oben.

Entsprechend deutlich fällt die politische Unterstützung aus. Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut betont: „Wir arbeiten nicht nur an einer strategischen Technologie, die die Europäische Union insgesamt voranbringen soll – wir tun dies auch gemeinsam, weil wir zusammen stärker sind als allein.“

Martijn van Gruijthuijsen aus Noord-Brabant ergänzt: „Dank der europäischen Mittel können ZSW und Holst Centre ihre Zusammenarbeit vertiefen und zu einer strategischen Partnerschaft ausbauen.“

Offen, herstellerneutral – und damit skalierbar

Ein entscheidender Punkt des Projekts: Der neue Stack wird herstellerneutral entwickelt. Unternehmen können ihn später als offene Plattform nutzen und eigene Produkte darauf aufbauen. Das reduziert Einstiegshürden, beschleunigt Innovationen und verhindert proprietäre Insellösungen.

Für die Einbindung der Industrie sind zwei Partner zuständig:

  • e-mobil BW, die Innovationsagentur Baden-Württemberg
  • Wirtschaftsförderung Brabant

Sie sollen Unternehmen frühzeitig an Bord holen und gewährleisten, dass der Stack später praxistauglich ist.

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.