Alternative zu Quantencomputer 26.02.2025, 14:00 Uhr

Mit Spintronik und Magnetwellen zu energieeffizienten Computern

Neue Ising-Maschine nutzt Magnetwellen für energieeffiziente Berechnungen bei Raumtemperatur. Alternative zu Quantencomputern mit vielfältigen Anwendungen.

Prinzip zweier Oszillatoren, die phasengleiche und phasenungleiche Schwingungsmoden erzeugen

Prinzip zweier Oszillatoren, die phasengleiche und Die Zeichnung veranschaulicht das Prinzip zweier Oszillatoren, die phasengleiche und phasenungleiche Schwingungsmoden erzeugen.

Foto: Victor H. González

Ein neuartiger Computertyp, basierend auf Spintronik und Magnetwellen, könnte als kostengünstige Alternative zu Quantencomputern dienen. Forschende der Universität Göteborg haben eine Technologie entwickelt, die kombinatorische Optimierungsprobleme energieeffizient und bei Raumtemperatur lösen kann. Netzwerke aus nanoskaligen Oszillatoren bilden das Herzstück dieser Innovation, die in künftigen KI- und Finanzanwendungen eine Rolle spielen könnte.

Spintronik: Ein Blick auf magnetische Wellen

Die Spintronik beschäftigt sich mit magnetischen Phänomenen in nanometerdünnen Materialien. Diese können durch Magnetfelder, elektrische Ströme oder Spannungen beeinflusst werden. Dabei entstehen sogenannte Spinwellen – wellenförmige Magnetisierungsänderungen, die sich ähnlich wie Schallwellen ausbreiten. Forschende haben nun gezeigt, dass sich diese Spinwellen gezielt steuern und für Rechenprozesse nutzen lassen.

Durch geschickte Steuerung der Spinwellenphase konnten Forschende der Universität Göteborg zwei sogenannte Spin-Hall-Nanoschwinger synchronisieren. Diese Oszillatoren interagieren miteinander, wodurch binäre Zustände erzeugt werden. Entscheidend ist, dass sich die Phasen dieser Wellen gezielt in Gleich- oder Gegenphase bringen lassen. Dies wird durch Veränderung des Magnetfelds, der Stromstärke oder der Spannung erreicht.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Versorgungstechnik / Gebäudetechnik / Bauingenieur als Fachplaner im Bereich HLS (m/w/d) BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur im Änderungswesen (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
GOLDBECK West GmbH-Firmenlogo
Architekt / Bauingenieur als Projektleiter Planung (m/w/d) GOLDBECK West GmbH
Bochum, Düsseldorf (Monheim am Rhein) Zum Job 
Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr-Firmenlogo
Energie- und Gebäudetechnik / Maschinenbau (m/w/d) Master - Traineeprogramm Maschinenwesen, Staatsbauverwaltung des Freistaats Bayern Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr
Bayernweit Zum Job 
RATISBONA-Firmenlogo
Tiefbauplaner / Bauingenieur für Tiefbau & Außenanlagen (m/w/d) RATISBONA
Regensburg Zum Job 
DYWIDAG-Systems International GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur / Bautechniker für technische Produktlösungen (alle Geschlechtsidentitäten) DYWIDAG-Systems International GmbH
Porta Westfalica Zum Job 
DFS Deutsche Flugsicherung-Firmenlogo
Projektmanager* Technische Infrastruktur DFS Deutsche Flugsicherung
Clees Wohnimmobilien GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bauingenieur (m/w/d) Clees Wohnimmobilien GmbH & Co. KG
Düsseldorf Zum Job 
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH-Firmenlogo
Sachverständige/-r (m/w/d) Elektrotechnik TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Head of Sales and Project Management (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
ERGO Group AG-Firmenlogo
Technischer Objektmanager (m/w/d) ERGO Group AG
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur / Maschinenbauingenieur (m/w/d) im Bereich Digitale LED-Anlagen Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Support-Techniker/-Ingenieur (m/w/d) LED-Lithographieanlagen Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
ASG Abwasserentsorgung Salzgitter GmbH-Firmenlogo
Geschäftsführung (m/w/d) der Abwasserentsorgung ASG Abwasserentsorgung Salzgitter GmbH
Salzgitter Zum Job 
Stadt Hemer-Firmenlogo
Architekt/in bzw. Ingenieur/in (w/m/d) für unseren Hochbau in Vollzeit oder Teilzeit Stadt Hemer
SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts-Firmenlogo
Fachgruppenleiter / Fachgruppenleiterin (w/m/d) Klimatechnik im Gebäudemanagement Baden-Baden SWR Südwestrundfunk Anstalt des öffentlichen Rechts
Baden-Baden Zum Job 
Freie und Hansestadt Hamburg Behörde für Verkehr und Mobilitätswende-Firmenlogo
Projektingenieur:in Brückenbau Hamburg Freie und Hansestadt Hamburg Behörde für Verkehr und Mobilitätswende
Hamburg Zum Job 
ETL Prüftechnik GmbH-Firmenlogo
Projektingenieur (w/m/d) für elektrotechnische Prüfysteme ETL Prüftechnik GmbH
Korntal-Münchingen Zum Job 
Titan Umreifungstechnik GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Technischer Einkäufer (m/w/d/) Titan Umreifungstechnik GmbH & Co. KG
Schwelm Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Abteilungsleitung Umweltplanung (w/m/d) Die Autobahn GmbH des Bundes

Alternative zur Quantencomputing-Technologie

Die entwickelte Technologie könnte eine energieeffiziente Alternative zu Quantencomputern darstellen. Während Quantenrechner extrem niedrige Temperaturen benötigen und hohe Energiekosten verursachen, arbeiten die neuen Ising-Maschinen bei Raumtemperatur. Sie eignen sich besonders zur Lösung kombinatorischer Optimierungsprobleme – etwa in der künstlichen Intelligenz oder der Finanzanalyse.

Anders als klassische Computer, die schrittweise rechnen, arbeiten Ising-Maschinen mit vielen parallelen Rechenoperationen. Die Interaktion der Oszillatoren ermöglicht es, die beste Lösung für eine Aufgabe zu finden, statt eine exakte Berechnung durchzuführen. Dies macht die Technologie besonders für Anwendungen interessant, die schnelle und näherungsweise Lösungen erfordern.

Netzwerke von Oszillatoren

Akash Kumar, Hauptautor der Studie, betont: „Mit Hilfe von Spinwellen sind wir der Entwicklung hocheffizienter, stromsparender Computersysteme, die reale Probleme lösen können, näher gekommen.“ Das Forschungsteam plant, Netzwerke mit Tausenden von Oszillatoren aufzubauen, um die Rechenleistung weiter zu steigern. Da die Oszillatoren nur wenige Nanometer groß sind, lassen sich die Systeme sowohl in große Rechenzentren als auch in kompakte Endgeräte integrieren.

Diese neue Technologie könnte zahlreiche Branchen beeinflussen: von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen bis hin zur Telekommunikation und Finanzbranche. Laut Kumar könnte die Fähigkeit, Spinwellen auf Nanoebene zu manipulieren, auch leistungsfähigere Sensoren und Handelsalgorithmen ermöglichen.

Was ist eine Ising-Maschine?

Eine Ising-Maschine basiert auf einem physikalischen Modell, das die Wechselwirkungen zwischen magnetischen Spins beschreibt. Spins können dabei zwei Zustände annehmen („oben“ oder „unten“), wobei sie sich gegenseitig beeinflussen. In einer Ising-Maschine werden diese Wechselwirkungen genutzt, um optimale Lösungen für komplexe Probleme zu finden.

Statt einer schrittweisen Berechnung, wie bei klassischen Computern, organisieren sich die Spins so, dass sie eine energetisch günstige Konfiguration erreichen. Besonders kombinatorische Probleme, wie Routenplanung oder Netzwerkoptimierung, profitieren von dieser Methode. Die Kopplungsstärken zwischen den Spins werden so eingestellt, dass die optimale Lösung dem stabilsten Zustand entspricht.

Ising-Modell bereits 1924 entwickelt

Das Ising-Modell wurde bereits 1924 von Ernst Ising entwickelt, um das Verhalten magnetischer Systeme zu beschreiben. Heute zeigt sich, dass diese Theorie eine unerwartete Anwendung in der Informatik findet. Während klassische Ising-Computer oft supraleitende Bauteile nutzten, arbeiten die neuen Maschinen mit Spinwellen und lassen sich so einfacher skalieren.

Die bisherigen Versuche, Ising-Maschinen zu realisieren, hatten oft mit Einschränkungen zu kämpfen. So konnten frühere Konzepte nur direkte Nachbarn koppeln, was die Skalierbarkeit begrenzte. Die neue Methode der Universität Göteborg nutzt jedoch Magnetwellen, um Informationen über längere Distanzen effizient zu übertragen.

Hier geht es zur Originalpublikation

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.