Schutz kritischer Infrastruktur 12.05.2026, 16:30 Uhr

Drohnenabwehr aus Bonn: Deutsche Telekom verbündet sich mit Rheinmetall

Die Deutsche Telekom baut ihren Defensebereich aus. Den Auftakt macht eine Kooperation mit Rheinmetall zur Drohnenabwehr. Das Ziel: Der Schutz kritischer Infrastrukturen

Drohne fliegt in Bodennähe, im Hintergrund ein Umspannwerk

Drohnenflug für Ortungsfotos und Wärmeanalysen zum Beispiel von von Photovoltaikanlagen werden zur einfachen Inspektion aus der Luft eingesetzt. Aber es gibt auch Drohnen, die ungebeten über einem Gelände mit kritischer Infrastruktur auftauchen. Die Deutsche Telekom und Rheinmetall wollen bei der Drohnenabwehr kooperieren und einen Abwehrschirm entwickeln.

Foto: PantherMedia / abriendomundo

Seit Jahresbeginn ist klar: Die Deutsche Telekom baut systematisch ein Defense-Geschäft auf, wie die Wirtschaftswoche berichtete. Innerhalb von T-Systems treibt ein 15-köpfiges Team um den Senior Vice President (SVP) Defense, Philip Stockmann, den Aufbau des Geschäftsfeldes voran. Im Vorfeld des am 12. und 13. Mai in Bonn stattfindenden Branchentreff, der Fachausstellung des Vereins AFCEA, wurde deutlich, wo die Reise hingeht. Der Bonner Telekommunikationsriese bündelt zum Beispiel seine Expertise mit dem Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall im Bereich Drohnenabwehr.

Es gibt zu viele Drohnenüberflüge über kritischer Infrastruktur in Deutschland, auch über Militärgeländen. Wer weiß, wie viele es sind? T-Systems zumindest hat mit allem Knowhow im Bereich Funk die Fähigkeit, sie zu erkennen, liefert Detektoren. Rheinmetall die Effektoren, also die physische Abwehr. Das ist, sehr vereinfacht, der Plan. Im Endeffekt soll es zum Beispiel für kritische Infrastrukturen Drohnenabwehr als Dienstleistung geben, die nach Bedarf eingekauft werden kann.

Was genau Telekom und Rheinmetall planen

„Rheinmetall und die Telekom wollen gemeinsam einen Abwehrschirm gegen Drohnen und Sabotage entwickeln. Die Unternehmen wollen zusammen Städte und kritische Infrastrukturen in Deutschland schützen“, heißt es in einer Mitteilung beider Unternehmen. Ziel sei, „Fähigkeiten und Technologien gegen vielfältige Angriffsmöglichkeiten auf Kritis-Standorte zu entwickeln, ein sogenannter Multi-Threat-Protection-Ansatz“. Kritis steht für kritische Infrastrukturen, ob Energie- oder Wasserversorgung, Verkehrswege, IT-Infrastrukturen oder Militäreinrichtungen. Was genau die Vereinbarung beinhaltet, wollen die Unternehmen zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
RHEINMETALL AG-Firmenlogo
Verstärkung für unsere technischen Projekte im Bereich Engineering und IT (m/w/d) RHEINMETALL AG
deutschlandweit Zum Job 
Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein-Firmenlogo
Bauingenieurin / Bauingenieur (w/m/d) für den Bereich Straßenbau Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein
Kiel, Flensburg, Rendsburg, Itzehoe, Lübeck Zum Job 
HYDRO Systems GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Teamlead Shopfloor Service Station Norderstedt (m/w/d) HYDRO Systems GmbH & Co. KG
Norderstedt Zum Job 
GVG Immobilien Service GmbH-Firmenlogo
Projektassistenz (m/w/d) Baumanagement GVG Immobilien Service GmbH
München Zum Job 
Steuler Services GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Projektmanager (m/w/d) Gebäudemanagement und Infrastruktur Steuler Services GmbH & Co. KG
Höhr-Grenzhausen Zum Job 
Birkenstock Productions Hessen GmbH-Firmenlogo
Ingenieur / Meister / Techniker Elektrotechnik / Automatisierungstechnik (m/w/d) Birkenstock Productions Hessen GmbH
Steinau an der Straße Zum Job 
WITTENSTEIN SE-Firmenlogo
Werkleitung (w/m/d) mit Leitwerksfunktion WITTENSTEIN SE
Igersheim-Harthausen Zum Job 
Sparda-Bank Südwest eG-Firmenlogo
Leitung Facility Management (m/w/d) Sparda-Bank Südwest eG
Hamburger Hochbahn AG-Firmenlogo
Prüfingenieur Konstruktiver Ingenieurbau / Bauwesen (w/m/d) Hamburger Hochbahn AG
Hamburg Zum Job 
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Abteilungsleitung (w/m/d) Bauwerks- und Erhaltungsmanagement Die Autobahn GmbH des Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Geschäftsbereichsleitung (w/m/d) Planung - Außenstelle Hagen Die Autobahn GmbH des Bundes
GOLDBECK West GmbH-Firmenlogo
Bauleiter im Innendienst (m/w/d) für die Ausschreibung und Vergabe im Schlüsselfertigbau GOLDBECK West GmbH
BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH-Firmenlogo
Ingenieur Versorgungstechnik / Gebäudetechnik / Bauingenieur als Fachplaner im Bereich HLS (m/w/d) BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH
GOLDBECK West GmbH-Firmenlogo
Architekt / Bauingenieur als Projektleiter Planung (m/w/d) GOLDBECK West GmbH
Bochum, Düsseldorf (Monheim am Rhein) Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Konstruktionsingenieur im Änderungswesen (m/w/d) Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr-Firmenlogo
Energie- und Gebäudetechnik / Maschinenbau (m/w/d) Master - Traineeprogramm Maschinenwesen, Staatsbauverwaltung des Freistaats Bayern Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr
Bayernweit Zum Job 
RATISBONA-Firmenlogo
Tiefbauplaner / Bauingenieur für Tiefbau & Außenanlagen (m/w/d) RATISBONA
Regensburg Zum Job 
DYWIDAG-Systems International GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur / Bautechniker für technische Produktlösungen (alle Geschlechtsidentitäten) DYWIDAG-Systems International GmbH
Porta Westfalica Zum Job 
DFS Deutsche Flugsicherung-Firmenlogo
Projektmanager* Technische Infrastruktur DFS Deutsche Flugsicherung
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH-Firmenlogo
Sachverständige/-r (m/w/d) Elektrotechnik TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH

Rheinmetall-Chef Armin Papperger redet von einer Kombination aus „Sensorik, Effektoren und sicheren Kommunikationsnetzen“. Telekom-CEO Timotheus Höttges verspricht, mit „unserer Kompetenz bei Konnektivität, Cloud und Datenanalyse“ die Drohnenabwehr auf ein neues Level zu bringen.

  • In der Sensorik haben beide Unternehmen Expertise.
  • Die Effektoren, die eigentliche Abwehrtechnologie für den Abwehrschirm, kommt aus Düsseldorf.
  • Die für Sensorik notwendigen Technologien sowie Erfahrungen zur Echtzeitdatenverarbeitung gibt es in beiden Konzernen.
  • Bei den Kommunikationsnetzen darf man sicher vor allem an die Telekom denken.
  • In der Tochter T-Systems sind die drei Fachgebiete Konnektivität, Cloud und Datenanalyse für Unternehmenskunden seit Jahren gebündelt. Hinzu kommen die KI-Aktivitäten, bei denen T-Systems gut aufgestellt ist.

Was die Telekom für einen Drohnenabwehrschirm alles mitbringt

Dabei hat die Deutsche Telekom nach eigenen Angaben seit fast einem Jahrzehnt (2017) Erfahrung, wenn es um Drohnensicherheit geht. So lange sei man Partner für Unternehmen und Behörden in dem Bereich, man habe bereits im In- und Ausland „kritische Infrastrukturen, Liegenschaften oder Großevents gegen Drohnen gesichert“. So habe man 2024 im Polizei-Auftrag bei der Fußball-Europameisterschaft erfolgreich illegale Drohnenflüge zuverlässig detektiert, heißt es seitens der Telekom.

Drohnenflüge in Sperrgebieten, auch unbeabsichtigte, sind ein gefährlicher Eingriff in den Flugverkehr. Wer erwischt wird, riskiert harte Strafen. „Systeme der Telekom haben im Kundenauftrag bereits in großem Umfang verbotene Drohnenflüge punktgenau lokalisiert. Einsatzkräfte haben Piloten so schnell finden können“, schreibt die Telekom.

Wie die Drohnenerkennung per Funk funktioniert

Technologisch ist die Drohnenerkennung laut Mitteilung von Telekom und Rheinmetall zweigeteilt, in den Funkfrequenzbereich und den Mobilfunkbereich. Dies ergibt sich daraus, worüber die Drohnen gesteuert werden:

  • Runde 90 % der Drohnen kommunizieren über dedizierte ISM-Funkfrequenz-Bänder (ISM: Industrial, Scientific, and Medical), zum Beispiel bei 2,4 GHz oder 5,8 GHz. Die Frequenzen werden im Fachdeutsch Funkfrequenzen genannt (Radio Frequency/RF). Diese RF-Kommunikation lässt sich mit passiven RF-Scannern abfangen. Anhand der Protokollsignatur lässt sich erkennen, ob es sich um eine Drohne handelt oder nicht. RF-Scanner lassen sich an Funkmasten installieren, weil sie andere sensible Mobilfunktechnik nicht beim Funken stören. Hoch an Funkmasten angebrachte RF-Sensoren hätten sich nach Kundenerfahrungen der Telekom gerade in Stadtgebieten mit dichter Bebauung bewährt. Militärische Drohnen und professionelle, zum Beispiel für eine Pipelineinspektion oder -überwachung, nutzen andere Bänder im Mikrowellenbereich.
  • Ein kleinerer aber wachsender Anteil der Drohnen wird über Mobilfunk gesteuert. Dort ist eine SIM/eSIM verbaut. Dabei geht es derzeit um die Erkennung in 5G-Netzen. Das 5G-typische Network Slicing erlaubt eine dezidierte Datenspur für die Drohnensteuerung. „Wie sich diese Drohnen finden lassen, erforscht die Telekom gemeinsam mit der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg“, heißt es bei der Telekom. Technisch kann eine Detektion im Mobilfunknetz über eine Veränderung der Signallaufzeiten von reflektierten Mobilfunksignalen laufen. So ergibt sich ein charakteristisches Bewegungsbild im Netz, an dem sich eine Drohne erkennen lässt. Mindestens vier Masten im Drohnenumfeld sind dafür nötig. Die kommenden 6G-Netze mit noch höherer lokaler Auflösung als 5G dürften schon mitgedacht werden.

Wie die Telekom ihren Defensebereich aufstellt

Dass die Deutsche Telekom sich im Bereich Defense aktiver aufstellt, wurde im September 2025 konkreter, als Christine Knackfuß-Nikolic die neu geschaffene Rolle der Chief Sovereignty Officer übernahm. In der Mitteilung heißt es, dass sie vor allem eine unternehmensweite „Souveränitätsstrategie“ definieren und umsetzen solle, „die auf kundenspezifische, regulatorische und geopolitische Anforderungen abgestimmt ist“.

Innerhalb der T-Systems gibt es für den Geschäftsbereich Verteidigung inzwischen Philip Stockmann, der als SVP Defense ganz offiziell einen 15-köpfigen Stab leitet und zentraler Ansprechpartner ist. Zu den Assets in diesem Sektor gehört die Defense-Aufstellung über die Tochter T-Systems International Service GmbH in Berlin, die unter anderem seit mehr als 30 Jahren maritime Führungssysteme „mit hohen Sicherheits- und Performanceanforderungen in Echtzeitumgebungen“ umsetzt.

Ein Beitrag von:

  • Stephan W. Eder

    Stephan W. Eder ist Technik- und Wissenschaftsjournalist mit den Schwerpunkten Energie, Klima und Quantentechnologien. Grundlage hierfür ist sein Studium als Physiker und eine anschließende Fortbildung zum Umweltjournalisten.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.