Technikmesse CES 07.01.2025, 10:09 Uhr

Nvidia bringt KI-Power auf den Schreibtisch mit Project Digits

Ohne die Chips von Nvidia geht in der boomenden KI-Industrie wenig. Ein neuer, kompakter KI-Supercomputer könnte die Dominanz weiter steigern.

Nvidia KI-Rechner

Klein, aber fein - so lässt sich der KI-Supercomputer "Project Digits" von Nvidia umschreiben.

Foto: Nvidia

Nvidia präsentiert mit „Project Digits“ einen kompakten KI-Supercomputer, der auf den Schreibtischen von Entwicklern, Datenwissenschaftlern und Studenten Einzug halten soll. Auf der Technikmesse CES in Las Vegas stellte Nvidia-Chef Jensen Huang das Gerät vor, das bereits ab Mai 2025 für einen Einstiegspreis von 3000 US-Dollar verfügbar sein wird.

Ein Superchip im Kleinformat

Im Herzen von „Project Digits“ steckt der neue Nvidia GB10-Chip. Diese Innovation basiert auf der Grace-Blackwell-Architektur und bietet eine KI-Rechenleistung von bis zu einem Petaflop bei FP4-Genauigkeit. Damit wird es möglich, selbst anspruchsvollste KI-Modelle direkt auf dem Desktop zu trainieren und zu optimieren.

Der GB10-Chip verbindet leistungsstarke Nvidia-Blackwell-GPUs mit einer energieeffizienten Nvidia-Grace-CPU, die 20 Kerne auf Arm-Architektur nutzt. Dank dieser Kombination erreicht das Gerät eine hohe Leistung bei gleichzeitig geringem Energieverbrauch. Laut Nvidia reicht eine Standardsteckdose aus, um den Mini-Supercomputer zu betreiben.

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Leistungsstarke Hardware und vielseitige Nutzung

Das Gerät verfügt über 128 GB einheitlichen Speicher und bis zu 4 TB NVMe-Speicher. Dadurch können Sprachmodelle mit bis zu 200 Milliarden Parametern verarbeitet werden. Für besonders große Modelle lassen sich zwei Systeme via Nvidia-ConnectX-Netzwerk verbinden, um Parameterzahlen von bis zu 405 Milliarden zu erreichen.

Die Plattform richtet sich nicht nur an Profis. Auch Studenten und KI-Enthusiasten können von den Möglichkeiten profitieren. Jensen Huang erklärte: „Wenn jeder Datenwissenschaftler, KI-Forscher und Student einen KI-Supercomputer auf seinem Schreibtisch hat, können sie sich einbringen und das Zeitalter der KI mitgestalten.“

Von der Forschung bis zur Cloud-Integration

Mit „Project Digits“ möchte Nvidia die KI-Entwicklung revolutionieren. Nutzerinnen und Nutzer können Modelle auf dem lokalen System entwickeln und diese anschließend nahtlos in der Cloud oder auf Rechenzentrumsinfrastrukturen bereitstellen. Hierbei bleibt die Grace-Blackwell-Architektur konsistent, was die Skalierung erleichtert.

Darüber hinaus bietet Nvidia eine breite Softwarepalette. Entwicklerinnen und Entwickler haben Zugriff auf Frameworks wie PyTorch und Tools wie Jupyter Notebooks. Zudem steht eine umfangreiche Bibliothek im Nvidia-NGC-Katalog bereit, die Software Development Kits (SDKs), Frameworks und Modelle umfasst.

Steigt die Dominanz von Nvidia weiter?

Nvidias Chips haben sich in den letzten Jahren als unverzichtbare Basis für die florierende KI-Branche etabliert. Weltweit kommen sie bei der Entwicklung und dem Training von KI-Anwendungen zum Einsatz. Technologieriesen wie Google und Meta betreiben mit diesen Chips ganze Rechenzentren, während auch KI-Start-ups wie OpenAI, die Entwickler von ChatGPT, darauf setzen. Mit der neuen Technologie im Schreibtisch-Format könnte Nvidia seine Vormachtstellung in der Branche weiter ausbauen.

Was hat Nvidia noch in der Pipeline?

Neben Chips als Kerngeschäft konzentriert sich Nvidia zunehmend auf Technologien für Robotik und autonomes Fahren. Laut Huang sind autonome Fahrzeuge bereits Realität und könnten zu einem Billionen-Dollar-Markt heranwachsen. Um diese Entwicklung zu unterstützen, plant Nvidia die Einführung eines Computersystems namens Thor, das die Daten verschiedener Fahrzeug-Sensoren verarbeiten kann. Dieses Chipsystem sei auch für den Einsatz in humanoiden Robotern geeignet, erklärte Huang.

Darüber hinaus hat Nvidia die Software Cosmos entwickelt, die realistische Umgebungen generiert, um künstliche Intelligenz zu trainieren. Ziel sei es, „der KI beizubringen, die reale Welt zu verstehen“, so Huang. Das zugrunde liegende KI-Modell wurde mit 20 Millionen Stunden Videoaufnahmen trainiert. (mit dpa)

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

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