Schnell wie nie 20.05.2025, 14:00 Uhr

Petahertz-Lichtimpulse machen Chips 1000-fach schneller

Ultraschneller Transistor mit Petahertz-Geschwindigkeit bringt Lichtinformatik näher an die Praxis – ganz ohne Kühlung oder Vakuum.

Computer Innenleben

Kommen jetzt neue, ultraschnelle Computer? Forschende der Universität Alberta entwickeln den weltweit ersten Phototransistor mit Petahertz-Geschwindigkeit unter Umgebungsbedingungen.

Foto: PantherMedia / VadimVasenin

Forschende der Universität von Arizona haben gemeinsam mit internationalen Partnern – darunter der LMU München – einen Transistor entwickelt, der mit Lichtimpulsen im Petahertz-Bereich arbeitet. Das entspricht einer über 1000-fachen Geschwindigkeit heutiger Chips. Grundlage ist modifiziertes Graphen, in dem ein Quanteneffekt, der sogenannte Tunneleffekt, ausgenutzt wird. Der Prototyp funktioniert bei Raumtemperatur und könnte die Entwicklung ultraschneller Computer auf Lichtbasis entscheidend beeinflussen.

Elektronik am Limit: Warum neue Wege nötig sind

Seit Jahren wächst die Rechenleistung moderner Chips nur noch langsam. Zwar entwickeln sich Software und Anwendungen rasant weiter, doch bei der Hardware stoßen klassische Siliziumtransistoren an physikalische Grenzen.

Die Forschungsgruppe der Universität von Arizona verfolgt daher einen völlig anderen Ansatz: Rechnen mit Licht. Dabei geht es nicht um Glasfaserkommunikation, sondern um die Steuerung von Elektronen durch ultrakurze Lichtimpulse – mit dem Ziel, Datenverarbeitung bei Frequenzen im Petahertz-Bereich zu ermöglichen.

Top Stellenangebote

Zur Jobbörse
Immobilien Management Essen GmbH (IME)-Firmenlogo
(Senior) Projektkoordinator (m/w/d) Hochbau & Stadtentwicklung Immobilien Management Essen GmbH (IME)
intecplan integrierte technische Planung GmbH-Firmenlogo
Technischer Systemplaner / Technischer Zeichner (m/w/d) TGA intecplan integrierte technische Planung GmbH
Düsseldorf Zum Job 
AM Planungsgesellschaft für technische Gebäudeausrüstung mbH-Firmenlogo
Projektingenieur / Techniker Versorgungstechnik HLSK (m/w/d) AM Planungsgesellschaft für technische Gebäudeausrüstung mbH
Mannheim Zum Job 
Hamburger Hochbahn AG-Firmenlogo
Fachbereichsleitung Energieanlagen (w/m/d) Hamburger Hochbahn AG
Hamburg Zum Job 
PERI Group-Firmenlogo
Entwicklungsingenieur Klettertechnik & Automation (m/w/d) PERI Group
Weißenhorn Zum Job 
Dürkopp Fördertechnik GmbH-Firmenlogo
Sales Manager (m/w/d) Sorting Solutions Steuerungstechnik Dürkopp Fördertechnik GmbH
Bielefeld Zum Job 
RheinNetz GmbH-Firmenlogo
Ingenieur KRITIS-Sicherheitstechnik (m/w/d) RheinNetz GmbH
RheinNetz GmbH-Firmenlogo
Ingenieur KRITIS-Gebäudetechnik (m/w/d) RheinNetz GmbH
EMKA Beschlagteile GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Produktentwickler / Konstrukteur (m/w/d) EMKA Beschlagteile GmbH & Co. KG
Wuppertal Zum Job 
ista SE-Firmenlogo
Projektingenieur - Technische Gebäudeausrüstung und Energiedienstleistungen (m/w/d) ista SE
Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Köln, München Zum Job 
über Tröger & Cie. Aktiengesellschaft-Firmenlogo
Zweigniederlassungsleiter Großprojekte West (m/w/d) über Tröger & Cie. Aktiengesellschaft
Nordrhein-Westfalen Zum Job 
über Kienbaum Consultants International GmbH-Firmenlogo
Leitung (m|w|d) Hoch- und Ingenieurbau über Kienbaum Consultants International GmbH
Baden-Württemberg Zum Job 
intecplan integrierte technische Planung GmbH-Firmenlogo
Projektleiter:in (m/w/d) TGA intecplan integrierte technische Planung GmbH
Düsseldorf Zum Job 
BG ETEM-Firmenlogo
Dozent/in (m/w/d) in der Bildungsstätte Dresden BG ETEM
Dresden Zum Job 
BRAMM Bau GmbH-Firmenlogo
Bauingenieur - Tiefbau & Rohrvortrieb (m/w/d) BRAMM Bau GmbH
Vaihingen an der Enz Zum Job 
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH-Firmenlogo
Architekt / Bauingenieur im Facility Management (w/m/d) DFS Deutsche Flugsicherung GmbH
Die Autobahn GmbH des Bundes-Firmenlogo
Bauingenieur (w/m/d) Straßenbau Die Autobahn GmbH des Bundes
EMS-CHEMIE (Deutschland) GmbH-Firmenlogo
Produktionsleiter Kunststoffherstellung LFT (m/w/d) EMS-CHEMIE (Deutschland) GmbH
Groß-Umstadt Zum Job 
GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Städtische Hochbauprojekte GVE Grundstücksverwaltung Stadt Essen GmbH
TenneT-Firmenlogo
Network Engineer Kommunikationsnetze (m/w/d) TenneT

Der Schlüssel: Elektronen im Lichttunnel

Im Zentrum steht ein physikalisches Phänomen, das sogenannte „Tunneln“. Dabei überwinden Elektronen eine Barriere, die sie nach klassischer Physik eigentlich nicht passieren dürften – ein quantenmechanischer Effekt. Genau dieses Verhalten beobachteten die Forschenden, als sie modifiziertes Graphen mit Lichtpulsen bestrahlten, die kürzer als eine Billionstel Sekunde dauern.

Mohammed Hassan, Physiker an der Universität von Arizona, erklärt: „Wenn man ins Labor geht, hat man immer eine Vorstellung davon, was passieren wird – aber das Schöne an der Wissenschaft sind die kleinen Dinge, die passieren und einen dazu bringen, weiter zu forschen.“

Sein Team nutzte einen handelsüblichen Graphen-Fototransistor, ergänzt um eine spezielle Siliziumschicht. Mit einem Laser, der in nur 638 Attosekunden ein- und ausschaltet, schufen sie den Prototyp eines Lichttransistors – laut Hassan der weltweit erste Transistor mit Petahertz-Geschwindigkeit.

Was ist ein Petahertz?
Ein Petahertz entspricht einer Billiarde Schwingungen pro Sekunde. Zum Vergleich: Aktuelle Hochleistungsprozessoren arbeiten im Gigahertz-Bereich, also mit Milliarden Schaltungen pro Sekunde. Der neue Transistor liegt damit rund eine Million Mal darüber.

 

Warum gerade Graphen?

Graphen besteht aus nur einer Atomlage Kohlenstoff und hat besondere elektrische Eigenschaften. Normalerweise heben sich die durch Laser ausgelösten Elektronenströme in Graphen gegenseitig auf. Doch durch gezielte Modifikation der Materialstruktur gelang es dem Team, diese Symmetrie zu brechen. So konnte ein einzelnes Elektron „hindurchtunneln“ – messbar und steuerbar.

Hassan beschreibt diesen Moment so: „Als wir merkten, dass wir diesen Tunneleffekt erreicht hatten, mussten wir mehr herausfinden.“

Ein entscheidendes Merkmal des entwickelten Transistors ist, dass er unter normalen Laborbedingungen arbeitet – also ohne Kühlung oder Vakuumkammer. Das erhöht die Chancen, dass sich die Technologie später in Alltagsgeräten einsetzen lässt.

Mohammed Hassan (rechts), Professor für Physik und Optik, und sein Doktorand Mohamed Sennary mit dem handelsüblichen Transistor, den sie zur Entwicklung eines Transistors mit Petahertz-Geschwindigkeit verwendet haben

Mohammed Hassan (rechts), Professor für Physik und Optik, und sein Doktorand Mohamed Sennary mit dem handelsüblichen Transistor, den sie zur Entwicklung eines Transistors mit Petahertz-Geschwindigkeit verwendet haben.

Foto: University of Arizona

Perspektiven für Forschung und Industrie

Das Projekt ist ein Gemeinschaftswerk mehrerer Institutionen. Neben dem Team in Arizona beteiligten sich unter anderem das Jet Propulsion Laboratory am California Institute of Technology und die Ludwig-Maximilians-Universität München. Ziel ist es nun, den Petahertz-Transistor weiterzuentwickeln und marktreif zu machen.

Hassan arbeitet bereits mit Tech Launch Arizona zusammen, einer Einrichtung, die Erfindungen der Universität zur Patentreife führen und mit der Industrie verknüpfen soll.
„Ich hoffe, dass wir mit Partnern aus der Industrie zusammenarbeiten können, um diesen Petahertz-Transistor auf einem Mikrochip zu realisieren.“

Ausblick: Anwendungen weit über die IT hinaus

Ultraschnelle Computer könnten viele Disziplinen verändern – von der Raumfahrt über medizinische Bildgebung bis hin zur KI-Forschung.

„Wir haben einen enormen Fortschritt bei der Entwicklung von Technologien wie künstlicher Intelligenz erlebt, aber die Geschwindigkeit der Hardware-Entwicklung hält nicht Schritt“, so Hassan.

Ein Transistor, der Lichtimpulse in Rechenoperationen umsetzt, wäre ein möglicher Weg, diese Lücke zu schließen.

Hier geht es zur Originalpublikation

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.