Spiel per Internet 03.11.2016, 13:05 Uhr

Diese Schachfiguren bewegen sich wie von Geisterhand

Jetzt können Schachspieler in aller Welt an realen Brettern mit realen Spielfiguren gegeneinander antreten. Das Internet übermittelt die Spielzüge, ein Roboter bewegt die Figuren. Offenbar ist das ein Herzenswunsch der Schachspieler: Ein Start-up hat diese Erfindung im Nu finanziert.

Der Schachcomputer Square Off ermöglicht nicht nur das Spiel gegen einen Mitspieler über das Internet. Der Computer bewegt per Magnetkraft auch die Figuren des Mitspielers.

Der Schachcomputer Square Off ermöglicht nicht nur das Spiel gegen einen Mitspieler über das Internet. Der Computer bewegt per Magnetkraft auch die Figuren des Mitspielers.

Foto: Square Off

Ein Schachbrett, auf dem sich die Spielfiguren wie von Geisterhand bewegen, fasziniert derzeit Menschen, die mit weit entfernten Partnern via Internet spielen. Die Figuren folgen den Spielzügen der Partner, sodass die Spieler das Gefühl haben, sie säßen ihrem Gegner direkt gegenüber. Innerhalb weniger Tage haben fast 500 Interessenten in einer Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter nahezu 110.000 Euro aufgebracht, weil sie die Idee faszinierend finden.

Viele haben das Brett gleich zu einem besonders günstigen Preis fest bestellt. Die Kampagne läuft noch rund zwei Wochen. Das Finanzierungsziel lag bei 45.000 Euro.

Eingebauter Schachcomputer

Alessandro Didonna aus Bari in Italien, ein Mechatroniker, der sich vor allem mit Fluggeräten und Robotern befasst, hat das Spielbrett entwickelt. Das Geld benötigt er für die Weiterentwicklung des Geräts namens Square Off zur Serienreife.

Unterhalb des Schachbretts ist ein Zwei-Achsen-Roboter untergebracht, die die Figuren per Magnetkraft bewegt.

Unterhalb des Schachbretts ist ein Zwei-Achsen-Roboter untergebracht, die die Figuren per Magnetkraft bewegt.

Quelle: Square Off

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Das Schachspiel lässt sich zwar auch mit einem Smartphone oder per Computer aus der Ferne bedienen. Doch den höchsten Spielgenuss bietet es, wenn man die Figuren von Hand bewegt. Auf dem gegnerischen Brett gleiten sie dann aufs gleiche Feld. Eingebaut ist ein Schachcomputer, sodass man auch gegen sich selbst spielen kann. Er bietet 20 Schwierigkeitsgrade.

Roboter lässt die Figuren gleiten

Unterhalb der Spielfläche befindet sich ein Zwei-Achsen-Roboter, der die Figuren bewegt. Dazu schaltet er einen Elektromagneten ein, der die Figuren, an deren Unterseite ein eisernes Plättchen befestigt ist, per Magnetkraft über das Spielfeld zieht.

Während Menschen den Springer anheben, um ihn aufs neue Feld zu stellen, muss der Roboter ihn präzise durch die im Weg stehenden Figuren manövrieren, ohne ihn anzuheben.

Kommunikation via Bluetooth

Didonna wollte, dass das Gerät dem klassischen Schachbrett ähnelt. Deshalb verzichtete er auf ein Display, über das der Zugang zum Internet geschaltet werden kann. Stattdessen kommuniziert Square off via Bluetooth mit einem Smartphone, das die Internetverbindung zum Gegner herstellt. Es funktioniert nur mit Geräten, die mit Googles Betriebssystem Android arbeiten, sowie mit Apples iPhone.

Erste Prototypen des Schachcomputers wurden schon auf Schachturnieren wie hier in New York getestet.

Erste Prototypen des Schachcomputers wurden schon auf Schachturnieren wie hier in New York getestet.

Quelle: Square Off

Im April nächsten Jahres sollen die ersten Bretter ausgeliefert werden. Der Preis liegt bei 329 Euro. Wer gleich zu Beginn der Kampagne bestellt hat, zahlte nur 179 Euro.

Wenn Sie sich für Schachcomputer in ganz anderen Dimensionen interessieren, dann ist dieser Beitrag über die Schachsoftware Giraffe und den berühmten Schachcomputer Deep Blue genau das Richtige für Sie.

 

Ein Beitrag von:

  • Wolfgang Kempkens

    Wolfgang Kempkens studierte an der RWTH Aachen Elektrotechnik und schloss mit dem Diplom ab. Er arbeitete bei einer Tageszeitung und einem Magazin, ehe er sich als freier Journalist etablierte. Er beschäftigt sich vor allem mit Umwelt-, Energie- und Technikthemen.

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