The Line wird immer kleiner: Was ist von Saudi-Arabiens 170-km-Stadt noch übrig?
The Line sollte 170 km lang und 500 m hoch werden. Nun liegt selbst das geplante WM-Stadion auf Eis. Was bleibt von Saudi-Arabiens Megastadt?
170 Kilometer lang, 200 Meter breit und 500 Meter hoch sollte „The Line“ ursprünglich werden, nach außen komplett verspiegelt. Mittlerweile steht das Projekt vor dem Aus.
Foto: picture alliance / abaca | Balkis Press/ABACA
170 km lang, 500 m hoch, nur 200 m breit und Platz für neun Millionen Menschen: Als Saudi-Arabien 2021 „The Line“ vorstellte, sprengte das Projekt fast jeden bekannten Maßstab des Städtebaus. Zwei verspiegelte Gebäuderiegel sollten sich durch Wüste und Gebirge bis in die Nähe des Roten Meeres ziehen. Autos und klassische Straßen waren nicht vorgesehen.
Fünf Jahre später klingt das Projekt deutlich nüchterner. Auf der aktuellen Website spricht der Entwickler NEOM von einem „phasenweisen, nachfrageorientierten“ Ausbau. Die einst prominent genannten Superlative spielen dort kaum noch eine Rolle.
Anfang Oktober 2026 kam der nächste Rückschlag hinzu: Das geplante NEOM Stadium, das innerhalb von The Line entstehen und bei der Fußball-WM 2034 genutzt werden sollte, liegt auf unbestimmte Zeit auf Eis. Reuters zufolge sollte die Arena rund 46.000 Zuschauer aufnehmen und etwa 2,5 Mrd. US-Dollar kosten. Offiziell ist The Line damit nicht abgesagt. Von der 2021 präsentierten Vision ist inzwischen aber deutlich weniger übrig.
Inhaltsverzeichnis
- Was ursprünglich gebaut werden sollte
- Die aktuelle NEOM-Seite klingt plötzlich ganz anders
- Selbst das Stadion innerhalb von The Line liegt auf Eis
- Auch ein Bahnprojekt wurde bereits beendet
- Eine 170-km-Stadt braucht ein außergewöhnliches Verkehrssystem
- Strom, Wasser und Kühlung müssen ebenfalls 170 km funktionieren
- 500 m hohe Gebäude bringen ihre eigenen Probleme mit
- Besonders schwierig: Brandschutz und Rettungswege
- Unter der Stadt wartet die nächste Herausforderung
- Schon die Baustellenlogistik wäre ein Megaprojekt
- Der Materialbedarf bleibt ein Problem
- Nicht jedes saudische Megaprojekt steht still
- Ist die Idee einer linearen Stadt grundsätzlich falsch?
- Was bleibt von The Line?
Was ursprünglich gebaut werden sollte
The Line ist Teil von NEOM, einer riesigen Entwicklungsregion im Nordwesten Saudi-Arabiens. Sie wiederum gehört zur „Vision 2030“, mit der das Königreich seine Wirtschaft breiter aufstellen und weniger abhängig vom Öl machen will.
Die Idee hinter The Line war radikal: Statt eine Stadt immer weiter in die Fläche wachsen zu lassen, sollten Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Versorgung vertikal organisiert werden.
Ursprünglich nannte NEOM folgende Eckdaten:
- Länge: 170 km
- Höhe: 500 m
- Breite: 200 m
- bis zu neun Millionen Einwohner
- keine Autos und klassischen Straßen
- Reisezeit von einem Ende zum anderen: rund 20 Minuten
- Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen
Dabei wäre The Line nicht einfach ein 170 km langes Hochhaus gewesen. Vorgesehen waren zahlreiche miteinander verbundene Gebäudebereiche mit eigenen Tragwerken, Aufzugskernen, Versorgungsschächten und technischen Anlagen.
Gerade diese Kombination aus Hochhaus und linearer Großstadt macht das Konzept technisch außergewöhnlich.
Die aktuelle NEOM-Seite klingt plötzlich ganz anders
Interessant ist deshalb weniger, was NEOM heute über The Line sagt, sondern was dort nicht mehr steht. Die aktuelle Projektbeschreibung nennt The Line einen Bestandteil der langfristigen NEOM-Vision. Gebaut werden solle in mehreren Phasen und abhängig von der Nachfrage.
Die früher offensiv beworbenen Angaben zu 170 km Länge, neun Millionen Bewohnern oder einer durchgehenden 500 m hohen Struktur stehen auf der aktuellen Hauptseite dagegen nicht mehr im Mittelpunkt. Das bedeutet nicht automatisch, dass diese Pläne offiziell gestrichen wurden. Es zeigt aber, wie stark NEOM seine Kommunikation verändert hat.
Auch der saudische Staatsfonds Public Investment Fund hat die Prioritäten verschoben. Reuters berichtete im Oktober, dass PIF-Gouverneur Yasir Al-Rumayyan bereits im Frühjahr erklärt hatte, The Line müsse nicht bis 2030 fertiggestellt werden und gehöre für dieses Datum nicht mehr zu den vorrangigen Projekten.
Das passt zu einer breiteren Entwicklung. Auch andere spektakuläre saudische Bauprojekte werden neu bewertet. So wurde beispielsweise der Bau des gewaltigen Würfels Mukaab in Riad vorerst gestoppt.
Wie groß wäre The Line im Vergleich?
• Burj Khalifa: 828 m hoch
• Empire State Building: 381 m hoch
• Eiffelturm: 330 m hoch
• The Line: 500 m hoch und 170 km lang
Die geplante Länge entspricht ungefähr der Strecke von Frankfurt am Main bis Koblenz.
.
Selbst das Stadion innerhalb von The Line liegt auf Eis
Besonders deutlich wird die Neubewertung beim NEOM Stadium. Die Arena sollte zu den spektakulärsten Austragungsorten der Fußball-WM 2034 gehören. Vorgesehen war ein Stadion für rund 46.000 Zuschauer innerhalb von The Line. In den Bewerbungsunterlagen wurde eine Lage mehrere hundert Meter über dem Boden beschrieben.
Anfang Oktober 2026 berichtete Reuters unter Berufung auf mit dem Projekt vertraute Quellen, dass die Planungen auf unbestimmte Zeit zurückgestellt wurden. In der Projektdatenbank MEED wird das Vorhaben inzwischen als „on hold“ geführt.
Das ist für The Line mehr als nur der Verlust eines Sportprojekts. Das Stadion gehörte zu den wenigen konkret terminierten Großbauten innerhalb der künftigen Stadt. Es sollte rechtzeitig vor der WM 2034 fertig sein. Dieser Fixpunkt fehlt nun.
Auch ein Bahnprojekt wurde bereits beendet
Ein weiteres Warnsignal kam im Mai 2026. Der italienische Baukonzern Webuild teilte damals mit, dass NEOM einen Vertrag über die sogenannte Connector High-Speed Line gekündigt habe. Die Hochgeschwindigkeitsstrecke sollte bei Sharma in der Provinz Tabuk entlang der nördlichen Küste des Roten Meeres verlaufen.
Nach Angaben von Webuild waren rund 20 % der Arbeiten abgeschlossen. Der noch offene Auftragsbestand lag bei etwa 1 Mrd. €.
Wichtig ist allerdings die Abgrenzung: Diese Strecke war Teil der Verkehrsinfrastruktur von NEOM, aber nicht einfach identisch mit dem ursprünglich für The Line angekündigten internen Hochgeschwindigkeitssystem. Gerade beim Verkehr steckt jedoch eines der schwierigsten Probleme des gesamten Konzepts.
Eine 170-km-Stadt braucht ein außergewöhnliches Verkehrssystem
In einer normalen Großstadt verteilt sich der Verkehr über Straßen, Bahnstrecken, U-Bahnen und unterschiedliche Routen. Bei The Line sollte nahezu alles entlang einer einzigen Hauptachse funktionieren.
Gleichzeitig versprach NEOM ursprünglich, dass sich die gesamte Stadt in rund 20 Minuten durchqueren lasse.
Dafür müsste eine Bahn hohe Geschwindigkeiten erreichen und gleichzeitig ausreichend Haltestellen bedienen. Beides lässt sich nur begrenzt miteinander verbinden: Je häufiger ein Zug hält, desto kleiner wird der Zeitvorteil hoher Spitzengeschwindigkeiten.
Dazu kämen enorme Fahrgastzahlen, Umsteigepunkte sowie die Frage, wie sich der Verkehr bei Störungen organisiert. Ein Ausfall einer zentralen Strecke wäre in einer linearen Stadt schwieriger aufzufangen als in einem Netz mit zahlreichen Alternativrouten.
Die größten technischen Herausforderungen
• Windlasten auf bis zu 500 m hohe Bauwerke
• Schwingungen und Resonanzeffekte
• Brandschutz über extreme Distanzen
• Evakuierung von Millionen Menschen
• Versorgung mit Strom, Wasser und Kühlung
• Wartung der Infrastruktur über 170 km
• Unterschiedliche Bodenverhältnisse entlang der Trasse
• Materialbedarf in bisher unbekannter Größenordnung
.
Strom, Wasser und Kühlung müssen ebenfalls 170 km funktionieren
Dasselbe Problem betrifft die technische Versorgung. Millionen Menschen benötigen Trinkwasser, Strom, Kühlung, Datenverbindungen sowie Systeme für Abwasser, Abfall und Gütertransport.
In herkömmlichen Städten bilden diese Leitungen meist Netze. Wasser, Strom oder Daten können teilweise über alternative Strecken geführt werden, wenn ein Abschnitt ausfällt.
Bei einer linearen Stadt entstehen dagegen lange Versorgungskorridore. Diese müssten so aufgebaut sein, dass Wartungsarbeiten oder technische Störungen nicht große Stadtabschnitte lahmlegen. Redundanz wäre deshalb ein zentraler Teil der Infrastruktur – und würde den ohnehin hohen technischen Aufwand weiter erhöhen.
500 m hohe Gebäude bringen ihre eigenen Probleme mit
Auch oberhalb des Bodens wären die Anforderungen enorm. 500 m hohe Gebäude sind technisch beherrschbar. Der Burj Khalifa erreicht 828 m, der weitergebaute Jeddah Tower soll sogar mehr als einen Kilometer hoch werden. The Line verbindet diese Höhe jedoch mit einer außergewöhnlichen Länge.
Windlasten, Schwingungen, Temperaturänderungen und Bewegungen einzelner Gebäudeteile müssten über sehr viele Bauabschnitte berücksichtigt werden. Übergänge zwischen Modulen und Dehnungsfugen müssten Bewegungen zulassen, ohne Fassaden oder technische Systeme zu beschädigen.
Auch Verschattung, reflektierte Sonnenstrahlung und Windströmungen wären detailliert zu untersuchen. Vergleichbare Erfahrungen mit einer Struktur dieser Dimension gibt es nicht. Das bedeutet nicht, dass solche Probleme grundsätzlich unlösbar wären. Die Lösungen würden jedoch Aufwand, Materialbedarf und Kosten erhöhen.

Besonders schwierig: Brandschutz und Rettungswege
Hinzu kommt der Brandschutz. Bei einem 500 m hohen Gebäude müssen Menschen im Notfall geschützte Bereiche oder sichere Ausgänge erreichen können. Aufzüge, Druckbelüftung, Entrauchung und Treppenräume sind entsprechend ausgelegt.
Bei The Line müsste dieses Prinzip auf eine ganze vertikale Stadt übertragen werden. Nicht Millionen Menschen würden gleichzeitig evakuiert. Relevant wäre vielmehr, wie sich einzelne Gebäudebereiche voneinander abtrennen lassen, wie Bewohner aus einem betroffenen Abschnitt gelangen und wie Feuerwehr und Rettungsdienste jeden Teil der Struktur erreichen.
Auch bei Ausfällen von Aufzügen, Bahnverbindungen oder Energieversorgung müssten sichere Alternativen vorhanden sein.
Unter der Stadt wartet die nächste Herausforderung
Auch die Gründung wäre alles andere als einheitlich. Eine 170 km lange Bebauungsachse führt zwangsläufig durch unterschiedliche geologische Bereiche. Deshalb könnte es kein einzelnes Fundament für The Line geben. Jeder Bauabschnitt müsste passend zum jeweiligen Untergrund gegründet werden.
Besonders kritisch wären unterschiedliche Setzungen. Benachbarte Gebäudeteile dürfen sich nicht so gegeneinander bewegen, dass Tragwerke, Fassaden oder Leitungen beschädigt werden.
Welche Gründung tatsächlich notwendig wäre, hängt von den lokalen geotechnischen Bedingungen ab. Pauschale Aussagen über eine einheitliche Fundamentlösung für 170 km wären deshalb wenig sinnvoll.
Schon die Baustellenlogistik wäre ein Megaprojekt
Selbst wenn alle konstruktiven Fragen beantwortet wären, bliebe eine ungewöhnliche logistische Aufgabe. Stahl, Beton, Glas, Fassadenelemente und Gebäudetechnik müssten über Jahrzehnte zu vielen Baustellenabschnitten transportiert werden. Gleichzeitig wären Baustraßen, Strom, Wasser, Lagerflächen und Unterkünfte für Beschäftigte notwendig.
Das Projekt müsste deshalb von Beginn an modular entstehen. Genau darin liegt inzwischen vermutlich auch der realistischere Teil der Idee: Nicht 170 km Stadt auf einmal, sondern einzelne Abschnitte, die unabhängig voneinander funktionieren und bei Bedarf erweitert werden.
Damit würde The Line allerdings immer stärker einem großen Stadtentwicklungsprojekt ähneln und immer weniger jener radikalen linearen Megastadt, die 2021 präsentiert wurde.
Der Materialbedarf bleibt ein Problem
Zu den offenen Fragen gehört außerdem die Umweltbilanz. 500 m hohe Gebäudestrukturen benötigen große Mengen Beton, Stahl, Glas und technische Anlagen. Besonders die Herstellung von Zement und Stahl verursacht erhebliche CO₂-Emissionen.
NEOM stellte den späteren Betrieb ursprünglich als weitgehend emissionsfrei und vollständig auf erneuerbare Energien gestützt dar. Das sagt jedoch noch wenig über die Emissionen aus, die während des Baus entstehen.
Je größer die tatsächlich gebaute Struktur ausfällt, desto wichtiger wird deshalb die Frage nach dem gebundenen CO₂ der verwendeten Materialien.
Nicht jedes saudische Megaprojekt steht still
Dass Saudi-Arabien grundsätzlich keine Großprojekte mehr bauen würde, wäre allerdings die falsche Schlussfolgerung. Der Jeddah Tower wächst nach jahrelangem Baustopp wieder sichtbar. Ende Juli 2026 hatte der geplante Kilometerturm rund 430 m Höhe erreicht.
Der Unterschied: Beim Jeddah Tower handelt es sich trotz seiner extremen Höhe um ein klassisches Hochhausprojekt mit klar definiertem Baukörper, Nutzungen und Bauvertrag.
Auch NEOM selbst wird weiterentwickelt. Industrie, Logistik, Häfen, Energieprojekte und Rechenzentren stehen inzwischen stärker im Mittelpunkt. The Line konkurriert damit nicht nur mit technischen Grenzen, sondern auch mit anderen Projekten um Kapital.
Ist die Idee einer linearen Stadt grundsätzlich falsch?
Die Kritik an The Line richtet sich nicht nur gegen die schiere Größe. Auch die Form der Stadt selbst ist umstritten.
Kurze Wege, weniger Autos, gemischte Quartiere und hohe Dichte gelten eigentlich als sinnvolle Ziele moderner Stadtplanung. Eine Stadt, die 170 km lang, aber nur 200 m breit ist, treibt dieses Prinzip jedoch ins Extrem.
Kurz vor der Haustür – weit weg vom Rest der Stadt
Forscher haben berechnet, dass zwei zufällig ausgewählte Bewohner von The Line im Mittel rund 57 km voneinander entfernt wären, wenn sich neun Millionen Menschen gleichmäßig über die gesamte Länge verteilen.
Das klingt zunächst paradox: Innerhalb eines einzelnen Quartiers könnten Geschäfte, Schulen oder andere Angebote tatsächlich schnell erreichbar sein. Sobald das Ziel aber weiter entfernt liegt, wäre der öffentliche Verkehr praktisch unverzichtbar – etwa für:
- den Arbeitsplatz,
- Freunde und Familie,
- Freizeitangebote,
- Behörden oder Spezialgeschäfte,
- medizinische Einrichtungen außerhalb des eigenen Quartiers.
Damit entsteht ein Zielkonflikt, den auch eine Hochgeschwindigkeitsbahn nicht einfach auflösen kann.
Viele Haltestellen oder schnelle Züge?
Je mehr Stationen es gibt, desto kürzer sind die Wege zum Zug. Gleichzeitig sinkt aber die Durchschnittsgeschwindigkeit, weil die Züge häufiger halten müssen.
Wenige Stationen ermöglichen dagegen schnellere Verbindungen über große Distanzen – verlängern aber den Weg bis zur nächsten Haltestelle.
Eine wissenschaftliche Analyse kam deshalb zu dem Ergebnis, dass die extreme Linienform die Entfernungen zwischen den Bewohnern eher vergrößern kann, statt sie zu verkürzen.
Hinzu kommt ein weiteres Problem: die geringe Redundanz. In klassischen Städten verteilen sich die Wege auf Straßen, Bahnlinien, Busse und verschiedene Ausweichrouten. Bei The Line würde sich ein großer Teil der Mobilität dagegen auf wenige zentrale Achsen konzentrieren. Fällt dort etwas aus, fehlen schnell Alternativen.
Lineare Stadtmodelle sind deshalb nicht grundsätzlich untauglich. Sie werden seit mehr als einem Jahrhundert diskutiert und teilweise auch umgesetzt. Erfolgreiche Beispiele sind aber meist deutlich weniger starr aufgebaut und stärker an tatsächlichen Wegen, Nutzungen und Quartieren orientiert.
Einen anderen Ansatz verfolgt etwa die Khalid Bin Sultan City im Emirat Schardscha. Auch dort spielen kompakte Quartiere, Verschattung und kurze Wege eine wichtige Rolle – allerdings ohne eine 500 m hohe und 170 km lange Gebäudestruktur.
Das Problem von The Line liegt damit nicht nur im Maßstab. Kritiker zweifeln auch an der Grundannahme, dass eine extrem schmale, langgezogene Stadt automatisch besonders effizient, fußläufig und verkehrsarm wäre.
Was bleibt von The Line?
Offiziell lebt das Projekt weiter. NEOM bezeichnet The Line weiterhin als wichtigen Bestandteil seiner langfristigen Entwicklung. Von einer Aufgabe ist auf der offiziellen Projektseite keine Rede.
Gleichzeitig hat sich die Sprache verändert. Statt fester Superlative geht es inzwischen um einen mehrstufigen, an der Nachfrage orientierten Ausbau.
Auch die politischen Prioritäten haben sich verschoben. Das Projekt muss nicht mehr bis 2030 fertiggestellt werden. Ein geplantes WM-Stadion liegt auf Eis. Ein milliardenschweres Bahnprojekt in der NEOM-Region wurde beendet.
Damit wird eine Entwicklung immer deutlicher: Die Frage ist nicht mehr, wann Saudi-Arabien eine 170 km lange Stadt fertigstellt. Die spannendere Frage lautet inzwischen, wie viel von dieser Stadt überhaupt gebaut wird.n heute ein faszinierendes Fallbeispiel. Es verdeutlicht, dass spektakuläre Architektur allein nicht genügt. Entscheidend ist, ob Infrastruktur, Versorgung, Betrieb und Wartung über Jahrzehnte zuverlässig funktionieren.
Quellen
-
NEOM:
The Line – aktuelle Projektbeschreibung
-
Reuters, 4. Oktober 2026:
Saudi-Arabien stellt das geplante NEOM Stadium vorerst zurück
-
Webuild, 21. Mai 2026:
NEOM Saudi Arabia – Update zum Vertrag der Connector High-Speed Line
-
ingenieur.de:
Mukaab in Riad – Stand des saudischen Megaprojekts
-
ingenieur.de:
Jeddah Tower wächst weiter
-
Prieto-Curiel & Kondor, npj Urban Sustainability, 2023:
Arguments for building The Circle and not The Line in Saudi Arabia
Ein Beitrag von: