Stromtrasse SuedLink 23.04.2025, 13:55 Uhr

Projekt ElbX: Schlitzwandherstellung mit Hindernissen

Das Projekt ElbX ist ein zentrales Bauvorhaben der Stromtrasse SuedLink. Aktuell wurden unter erschwerten Bedingungen Schlitzwände bis in 60 m Tiefe erstellt.

schwere Baumaschine

Schweres Gerät: Die technisch herausfordernden Schlitzwandarbeiten für die Zielbaugrube auf der niedersächsischen Elbseite wurden im Februar 2025 erfolgreich abgeschlossen.

Foto: Porr

Der SuedLink-Tunnel unter der Elbe ist eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte der Energiewende. Seit dem ersten Spatenstich im September 2023 schreitet das Vorhaben schrittweise voran. Zwischen dem schleswig-holsteinischen Wewelsfleth und dem niedersächsischen Wischhafen wird die Elbe unterquert – ein technischer Kraftakt.

Die PORR Spezialtiefbau GmbH verantwortet im Auftrag des Übertragungsnetzbetreibers TenneT die Arbeiten für die Zielbaugrube auf der niedersächsischen Elbseite. Parallel bohrt sich die Tunnelvortriebsmaschine Elsa seit Februar 2025 von Norden aus mit etwa zehn Metern pro Tag vor.

Schlitzwände bis in 60 Meter Tiefe

Eine zentrale Herausforderung: Die Herstellung der Schlitzwände für die Zielbaugrube. Diese bestehen aus zwei Abschnitten: einer großen Baugrube für den Schacht und einer kleineren für das Muffengebäude. Beide müssen aufgrund des Grundwassers absolut dicht sein.

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Die Wände bestehen aus 100 bis 120 Zentimeter dicken Betonstreifen, die bis zu 60 Meter tief in den tragfähigen Glimmerton reichen. Zusätzliche Stahlkonstruktionen sichern sie gegen den Erddruck ab. Die Toleranzen sind gering, denn undichte Fugen würden die gesamte Grube gefährden.

In der kleineren Baugrube kommt eine Unterwasser-Betonplatte zum Einsatz. Diese wird mit sogenannten Mikropfählen gegen Auftrieb gesichert. Die Arbeiten daran sind inzwischen abgeschlossen. Als nächste Schritte folgen der Bau von Kopfbalken, Brunnenanlagen und der Voraushub.

So funktionieren Schlitzwände

Definition: Schlitzwände sind Stützwände aus Beton oder Stahlbeton. Sie entstehen in flüssigkeitsgestützten Erdschlitzen durch Betonieren (Kontraktorverfahren) oder das Einhängen von Fertigteilen.

Anwendung

  • Ideal für tiefe Baugruben wie U-Bahnstationen, Tiefgaragen, Pumpstationen
  • Hohe Lastaufnahme bei minimaler Wandverformung
  • Geeignet für Deckelbauweise
  • Wasserdichte Baugrubensicherung
  • Als Gründungselement (Barrette) bei konzentrierten Großlasten

Verfahrensablauf

Der Aushub erfolgt mit mechanischen oder hydraulischen Greifern bzw. Fräsen. Eine Leitwand an der Oberfläche dient zur Führung. Die offenen Schlitze werden mit Bentonit stabilisiert. Die Greiferposition wird während des Aushubs dreidimensional überwacht. Schlitzwände bestehen meist aus Stahlbeton, alternativ auch aus unbewehrtem Beton oder Fertigteilen. Fugenkonstruktionen sorgen für Dichtigkeit.

Technische Daten

Wandstärken: 450–1500 mm
Tiefen bis max. 100 m

Vorteile

  • Geräusch- und erschütterungsarm
  • Tragen hohe Lasten angrenzender Gebäude
  • Wasserdicht
  • Als Fundament bei extrem hohen Lasten nutzbar

 

Trotz Wetter und Geologie: Zeitplan steht

Die Arbeiten auf der anderen Seite der Elbe, im schleswig-holsteinischen Wewelsfleth, begannen bereits 2024. Hier entstanden 23 Schlitzwände mit jeweils sechs Metern Länge und 36 Metern Tiefe. Um die Standfestigkeit für die späteren Kabeltrommeln zu gewährleisten, setzte das Team 549 Verdrängungspfähle.

Der Bau war jedoch alles andere als einfach. Regen, aufgeweichter Boden und starke Winde erschwerten die Logistik. „Hohe und plötzlich auftretende Windlasten gefährden den Kranbetrieb. Der regennasse Boden erschwert die Bodenabfuhr, den Transport und die Baustellenlogistik“, beschreibt Robert Krause, Projektleiter bei PORR Deutschland, die Lage.

Findlinge im Baugrund: Relikte aus der Eiszeit

Eine besondere Herausforderung stellte der Baugrund selbst dar. Kurz vor Weihnachten 2023 stieß das Team in 27 Metern Tiefe auf einen großen Granit-Gneis-Findling. Dieser gelangte vor etwa 15.000 Jahren durch Gletscherbewegungen aus Skandinavien in die Elbmarschen.

Solche Funde sind geologisch interessant, bergen aber Risiken. Große Gesteinsbrocken können den Tunnelvortrieb behindern oder sogar stoppen. „Das kann während des Tunnelvortriebs noch spannend werden“, kommentiert Krause trocken.

Baugrube

Da der Zielschacht im Grundwasser liegt, müssen die Baugruben wasserdicht ausgeführt sein.

Foto: Porr

SuedLink ist ein gemeinsames Projekt von TenneT und TransnetBW. Es soll Windstrom aus dem Norden nach Süddeutschland bringen. Das gelingt über sogenannte HGÜ-Leitungen (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung). Zwei Erdkabel transportieren bis zu vier Gigawatt – genug für zehn Millionen Haushalte.

Gleichstromtechnik eignet sich besonders gut, um schwankende Einspeisungen aus erneuerbaren Energien auszugleichen. Sie erlaubt eine gezieltere Steuerung der Stromflüsse und höhere Übertragungsreichweiten.

Der Elbtunnel ist ein zentraler Bestandteil dieser Verbindung. Er verläuft rund 20 Meter unter der Elbe. Die Tunnelröhre hat einen Innendurchmesser von vier Metern und wird aus sogenannten Tübbingen gefertigt – vorgefertigten Betonteilen, die ringförmig angeordnet werden.

Anbindung und Betrieb: Mehr als nur ein Tunnel

Neben dem Tunnel entstehen auf beiden Seiten der Elbe Schachtgebäude. Sie sind 21 Meter tief und acht Meter hoch. Dort wird die Stromleitung in den Tunnel eingespeist. Zusätzlich entstehen Muffengebäude für die Kabelverbindung und Betriebsgebäude für Lagerung, Lüftung und Wartung.

Bis Sommer 2025 soll die Zielbaugrube fertiggestellt sein. Dann beginnt der Durchbruch des Tunnels von Niedersachsen nach Schleswig-Holstein. Der Weg dahin ist technisch anspruchsvoll, aber ein wesentlicher Baustein für die Energiewende.

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

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