Nippon Moon 20.09.2013, 10:31 Uhr

Japan soll weltgrößtes Riesenrad inklusive Augmented Reality bekommen

In Japan soll in den nächsten Jahren  das größte und bislang innovativste Riesenrad der Welt entstehen. Auch wenn einstweilen noch nicht feststeht, wo exakt das Riesenrad gebaut werden soll, so gehen japanische Experten doch davon aus, dass sich das Rad rechtzeitig zu den Olympischen Spielen in Tokio im Jahre 2020 drehen und damit zu einem zusätzlichen wichtigen Touristenmagnet werden wird.

Nippon Moon: So soll das weltgrößte Riesenrad nach Plänen des niederländischen Design-Teams von UNStudio aussehen. 

Nippon Moon: So soll das weltgrößte Riesenrad nach Plänen des niederländischen Design-Teams von UNStudio aussehen. 

Foto: UNStudio

Erste Entwürfe für die gigantische Konstruktion namens “Nippon Moon” wurden bereits im vergangenen Jahr erarbeitet. Inzwischen hat das niederländische Design-Team von UNStudio angekündigt, dass an ein Riesenrad gedacht ist, dass nahezu doppelt so groß wie das 132 Meter hohe Riesenrad “London Eye” an der Themse werden könnte. Derzeit bemüht sich der voraussichtliche Betreiber in Japan um die Finanzierung.

Ein Riesenrad mit “künstlichen Realitäten”

Das gigantische Riesenrad in Japan soll dabei vor allem durch Innovation bestechen. So können die Besucher des “Nippon Moon” in jeder der geplanten 32 Kabinen den Ausblick mit selbstgewählten “künstlichen Realitäten” (Augmented Reality) kombinieren. Jede Kabine verfügt über eigene Sounds und Animationen für die computergestützte Sinneserweiterung.

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Die Varianten der virtuellen Realitätserweiterungen lassen sich über eine Smartphone-App vorgeben, die man vor dem Besuch herunterladen kann. In schwindelerregender Höhe sollen die künstlichen Wirklichkeiten Wissen über die Umgebung vermitteln sowie kulturelle Besonderheiten und Zusammenhänge erklären. Die Besucher sollen ein Teil dieser Welt sein, die auf die transparenten Außenhäute der Kapseln projiziert werden. Zudem werden die Kapseln zum ersten Mal mit zwei Etagen zu Doppeldeckern werden.

Kein lästiges Schlangestehen mehr

Die Applikation soll es den Besuchern zudem erlauben, sich auf dem 18 000 Quadratmeter großen Gelände frei zu bewegen, da sich die Einstiegszeit jederzeit automatisch aktualisiert und die Passagiere dann davon unterrichtet – ähnlich wie beim Boarding von Flugzeugen – wieviel Zeit ihnen noch bis zu dem Besteigen der Kabinen bleibt. Das lästige Schlangestehen entfällt damit.

Während der Fahrt werden Fotos von den Besuchern gemacht, die sie sich später in einer “Hall of Fame” anschauen, herunterladen und ausdrucken können. Das Rad soll nach Angaben der Designer ein “Rad des Lernens, ein Rad der Erfahrungen und ein Traum-Rad“ darstellen. Wenn es um ungewöhnliche Designs geht hat das niederländische Design-Team bereits Erfahrungen, denn von ihnen stammt das außergewöhnliche Mercedes-Benz Museum in Stuttgart.

Besonders strenge technische Vorgaben

Angesichts der strengen technischen Vorgaben hatten die beiden verantwortlichen Ingenieurbüros Arup aus Großbritannien sowie Mitsubishi Heavy Industries aus Japan, zwei der weltgrößten Riesenrad-Konstrukteure, nur wenig Spielraum für weitere Innovation. Denn neben der technischen Ausstattung soll das neuartige Riesenrad nicht nur doppelt so hoch wie das “London Eye” werden. Eine Runde soll zudem 40 Minuten dauern. Das bisher höchste Riesenrad steht mit 165 Metern seit 2008 in Singapur. Aber andere größere Konstruktionen sind für New York, Dubai und Las Vegas geplant. 

Ein Beitrag von:

  • Peter Odrich

    Peter Odrich studierte Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Verkehrsbetriebe. Nach 28 Jahren als Wirtschaftsredakteur einer deutschen überregionalen Tageszeitung mit langer Tätigkeit in Ostasien kehrte er ins heimatliche Grossbritannien zurück. Seitdem berichtet er freiberuflich für Zeitungen und Technische Informationsdienste in verschiedenen Ländern. Dabei stehen Verkehrsthemen, Metalle und ostasiatische Themen im Vordergrund.

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