Höher als alle: Trump will Mega-Triumphbogen bauen
Größer als der Arc de Triomphe: Trumps Triumphbogen-Pläne spalten Washington. Höhe, Standort und Symbolik stehen in der Kritik.
Diesen Triumphbogen hat Trump bereits im Oktober 2025 in die Höhe gereckt. Nun hat er gegenüber Journalisten seine Pläne, die an römische Imperatoren erinnern, abermals bekräftigt.
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Donald Trump denkt in großen Formen. Erst ein opulenter Ballsaal auf dem Gelände des Weißen Hauses, nun ein Triumphbogen für die Hauptstadt. Größer als alle anderen, so die Ansage. Der Präsident hat seine Pläne zuletzt konkretisiert und damit eine Debatte entfacht, die weit über Architektur hinausgeht.
Trump orientiert sich offen am Pariser Vorbild, dem Arc de Triomphe. „Ich möchte, dass er der größte von allen ist“, sagte er vor Journalistinnen Journalisten an Bord der Air Force One. Begründung inklusive: „Wir sind die größte und mächtigste Nation.“ Die Aussage ist typisch Trump. Der geplante Bau ebenfalls. Die römischen Kaiser wären stolz auf ihn.
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Ein Bogen für das 250-jährige Jubiläum
Der sogenannte „Independence Arch“ soll an den 250. Jahrestag der Vereinigten Staaten erinnern. Dieses Jubiläum steht 2026 an. Nach derzeit bekannten Planungen geht es nicht um ein temporäres Bauwerk, sondern um ein dauerhaftes Monument. Das allein hebt das Projekt von früheren Ideen ab, die in Washington immer wieder kursierten, aber nie umgesetzt wurden.
Der Standort ist brisant. Trump hat ein Grundstück nahe des Memorial Circle im Blick, zwischen Lincoln Memorial und Arlington National Cemetery. Das Gelände wird vom National Park Service verwaltet. Jeder Eingriff dort ist politisch wie rechtlich heikel.
76 m Höhe – und damit höher als alles ringsum
Nach Berichten mehrerer US-Medien soll der Triumphbogen bis zu 76 m hoch werden. Zum Vergleich: Das Weiße Haus misst rund 21 m, das Lincoln Memorial etwa 30 m. Selbst der Pariser Arc de Triomphe kommt „nur“ auf rund 50 m. Der bislang größte Triumphbogen der Welt steht in Mexiko-Stadt und erreicht 67 m.
Trump hatte zeitweise auch kleinere Varianten prüfen lassen. Entwürfe mit 37 oder 50 m Höhe lagen offenbar auf dem Tisch. Am Ende entschied er sich für die größte Version. Die Begründung, so berichten mit den Gesprächen vertraute Personen: Die schiere Größe passe symbolisch zu „250 für 250“, also 250 Jahre USA.
Kritik aus der Architektur- und Denkmalpflege
Was Trump als Zeichen nationaler Stärke sieht, bereitet Fachleuten Sorgen. Mehrere Architekturhistoriker warnen, ein derart dominantes Bauwerk würde die fein austarierte Beziehung der bestehenden Denkmäler stören. Der Raum rund um den Memorial Circle gilt seit über einem Jahrhundert als sensibler städtebaulicher Korridor.
Der Kunstkritiker Catesby Leigh, der selbst einen deutlich kleineren, temporären Bogen vorgeschlagen hatte, sagt gegenüber der Washington Post: „Ich glaube nicht, dass ein so großes Denkmal dort hingehört.“ Seine Sorge teilen viele. Ein 76 m hoher Bogen könnte Sichtachsen blockieren, etwa den Blick vom Arlington National Cemetery auf das Lincoln Memorial und weiter zum Kapitol.
Auch praktische Fragen stehen im Raum. Der Memorial Circle ist ein stark befahrener Verkehrsknoten. Ohne massive Umbauten wäre ein solches Denkmal für Fußgänger schwer erreichbar.
Geschichte wiederholt sich – zumindest auf dem Papier
Ganz neu ist die Idee eines großen Bauwerks an dieser Stelle nicht. Schon Anfang des 20. Jahrhunderts tauchen in Planungsdokumenten der Hauptstadt Überlegungen zu einem Monument im Bereich des heutigen Memorial Circle auf. Auch der Architekt William Kendall legte 1928 entsprechende Entwürfe vor. Umgesetzt wurde davon nichts.
Dass Washington bislang keinen Triumphbogen besitzt, ist tatsächlich eine Ausnahme unter großen Hauptstädten. Einige Historiker sehen darin ein Versäumnis. Andere halten gerade diese Zurückhaltung für Teil der amerikanischen Erinnerungskultur, die weniger auf Triumph, mehr auf Mahnung setzt.
Gold als Markenzeichen
Trump hat auf seiner Plattform Truth Social bereits drei Entwürfe veröffentlicht. Einer davon fällt besonders auf: reichlich Goldverzierungen. Der Gold-Look ist ein bekanntes Stilmittel des Präsidenten. Er ließ bereits das Oval Office neu ausschmücken. Auch der geplante Ballsaal auf dem Gelände des Weißen Hauses soll diesen Stil aufgreifen.
Kritiker sehen darin weniger architektonische Konsequenz als persönliche Selbstdarstellung. Das „New York Magazine“ spottete bereits, Trump verwandle das Weiße Haus in Mar-a-Lago. Sein Anwesen in Florida ist für üppige Dekoration bekannt.
Finanzierung und Genehmigungen offen
Unklar bleibt, wie der Triumphbogen finanziert werden soll. Trump hat angedeutet, dass nicht verbrauchte private Spenden aus dem Ballsaal-Projekt genutzt werden könnten. Dieses Projekt soll rund 400 Mio. Dollar kosten. Öffentliche Details zu Verträgen oder Geldflüssen gibt es bislang nicht.
Sicher ist: Ein solcher Bau müsste mehrere Bundesgremien passieren. Dazu gehört auch die Commission of Fine Arts. Trump hat kürzlich den Bauunternehmer Rodney Mims Cook Jr. in dieses Gremium berufen. Cook hatte sich seit Jahren für monumentale Bögen starkgemacht.
Ob der Kongress zustimmen müsste, ist ebenfalls offen. In Washington gelten strenge Gesetze für neue Denkmäler. Ein Baubeginn innerhalb weniger Monate, wie Trump ihn zeitweise in Aussicht stellte, gilt deshalb als unrealistisch. (mit Material der dpa)
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