76 m Symbolpolitik 01.02.2026, 08:38 Uhr

Höher als alle: Trump will Mega-Triumphbogen bauen

Größer als der Arc de Triomphe: Trumps Triumphbogen-Pläne spalten Washington. Höhe, Standort und Symbolik stehen in der Kritik.

Diesen Triumphbogen hat Trump bereits im Oktober 2025 in die Höhe gereckt

Diesen Triumphbogen hat Trump bereits im Oktober 2025 in die Höhe gereckt. Nun hat er gegenüber Journalisten seine Pläne, die an römische Imperatoren erinnern, abermals bekräftigt.

Foto: picture alliance / CNP/AdMedia/Jim LoScalzo

Donald Trump denkt in großen Formen. Erst ein opulenter Ballsaal auf dem Gelände des Weißen Hauses, nun ein Triumphbogen für die Hauptstadt. Größer als alle anderen, so die Ansage. Der Präsident hat seine Pläne zuletzt konkretisiert und damit eine Debatte entfacht, die weit über Architektur hinausgeht.

Trump orientiert sich offen am Pariser Vorbild, dem Arc de Triomphe. „Ich möchte, dass er der größte von allen ist“, sagte er vor Journalistinnen Journalisten an Bord der Air Force One. Begründung inklusive: „Wir sind die größte und mächtigste Nation.“ Die Aussage ist typisch Trump. Der geplante Bau ebenfalls. Die römischen Kaiser wären stolz auf ihn.

Stellenangebote im Bereich Bauwesen

Bauwesen Jobs
Max Bögl Stiftung & Co. KG-Firmenlogo
Bauleiter (m/w/d) TGA Mechanik -Systembau Max Bögl Stiftung & Co. KG
Liebenau bei Nienburg / Weser Zum Job 
NORDEX GROUP-Firmenlogo
Civil Project Engineer (m/w/d) NORDEX GROUP
Hamburg Zum Job 
Landratsamt Zollernalbkreis-Firmenlogo
Projektingenieur (m/w/d) Straßen- und Radwegebau Landratsamt Zollernalbkreis
Balingen Zum Job 
Energie und Wasser Potsdam GmbH-Firmenlogo
Investitions- und Projektsteuerer (m/w/d) Schwerpunkt Bau Energie und Wasser Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
HAMBURG WASSER-Firmenlogo
Bauingenieur / Architekt als Gruppenleitung Ingenieurbau Wasserwerke (m/w/d) HAMBURG WASSER
Hamburg Rothenburgsort Zum Job 
Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr-Firmenlogo
Leitung der Straßenmeisterei Aurich (w/m/d) Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr
Werner & Balci GmbH-Firmenlogo
Architekt / Bauingenieur [BIM] (m/w/d) für die Planung Infrastruktur- und Hochbauprojekte Werner & Balci GmbH
Esslingen am Neckar Zum Job 
Nibelungen-Wohnbau-GmbH Braunschweig-Firmenlogo
Leitung Technisches Immobilienmanagement (m/w/d) Nibelungen-Wohnbau-GmbH Braunschweig
Braunschweig Zum Job 
Stadtwerke Potsdam GmbH-Firmenlogo
Experte (m/w/d) Energieinfrastruktur und Bauprojekte - Planung und Realisierung - Stadtwerke Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
Netzgesellschaft Potsdam GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Sonderbauvorhaben Umspannwerke | Hochspannungsfreileitungen Netzgesellschaft Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
Stadt Offenburg-Firmenlogo
Straßen- und Verkehrsplaner*in Fachbereich Tiefbau und Verkehr, Abteilung Verkehrsplanung Stadt Offenburg
Offenburg Zum Job 
Stadt Köln-Firmenlogo
Ingenieur*in (TGA) als Rechnungsprüfer*in (m/w/d) für technische Prüfungen beim Rechnungsprüfungsamt Stadt Köln
DMT GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Sachverständige:r im Explosionsschutz (m/w/d) DMT GmbH & Co. KG
Dortmund Zum Job 
ONTRAS Gastransport GmbH-Firmenlogo
Projektmanager für Wasserstoff (m/w/d) ONTRAS Gastransport GmbH
Leipzig Zum Job 
Gemeinde Steinen-Firmenlogo
Leiter/in des Fachbereichs Bauen und Umwelt (w/m/d) Gemeinde Steinen
Steinen Zum Job 
ERGO Group AG-Firmenlogo
Objektmanager Bautechnik (m/w/d) ERGO Group AG
Klinikum Leverkusen Service GmbH-Firmenlogo
Projektmanager (m/w/d) Bau & Technik Klinikum Leverkusen Service GmbH
Leverkusen Zum Job 
Leviat GmbH-Firmenlogo
Diplom-Ingenieur (TH/FH) (m/w/d), Master/Bachelor (m/w/d), Dr.-Ing. (m/w/d) im Bereich «Bewehrungssysteme / Verankerungssysteme« Konstruktiver Ingenieurbau / Massivbau Leviat GmbH
Langenfeld (Rheinland) Zum Job 
HAMBURG WASSER-Firmenlogo
Projektingenieur Planung Tiefbau / Infrastruktur (m/w/d) HAMBURG WASSER
Hamburg Zum Job 
AOK Hessen. Die Gesundheitskasse.-Firmenlogo
Ingenieur / Elektrotechniker (m/w/d) AOK Hessen. Die Gesundheitskasse.
Groß-Gerau Zum Job 

Ein Bogen für das 250-jährige Jubiläum

Der sogenannte „Independence Arch“ soll an den 250. Jahrestag der Vereinigten Staaten erinnern. Dieses Jubiläum steht 2026 an. Nach derzeit bekannten Planungen geht es nicht um ein temporäres Bauwerk, sondern um ein dauerhaftes Monument. Das allein hebt das Projekt von früheren Ideen ab, die in Washington immer wieder kursierten, aber nie umgesetzt wurden.

Der Standort ist brisant. Trump hat ein Grundstück nahe des Memorial Circle im Blick, zwischen Lincoln Memorial und Arlington National Cemetery. Das Gelände wird vom National Park Service verwaltet. Jeder Eingriff dort ist politisch wie rechtlich heikel.

76 m Höhe – und damit höher als alles ringsum

Nach Berichten mehrerer US-Medien soll der Triumphbogen bis zu 76 m hoch werden. Zum Vergleich: Das Weiße Haus misst rund 21 m, das Lincoln Memorial etwa 30 m. Selbst der Pariser Arc de Triomphe kommt „nur“ auf rund 50 m. Der bislang größte Triumphbogen der Welt steht in Mexiko-Stadt und erreicht 67 m.

Trump hatte zeitweise auch kleinere Varianten prüfen lassen. Entwürfe mit 37 oder 50 m Höhe lagen offenbar auf dem Tisch. Am Ende entschied er sich für die größte Version. Die Begründung, so berichten mit den Gesprächen vertraute Personen: Die schiere Größe passe symbolisch zu „250 für 250“, also 250 Jahre USA.

Kritik aus der Architektur- und Denkmalpflege

Was Trump als Zeichen nationaler Stärke sieht, bereitet Fachleuten Sorgen. Mehrere Architekturhistoriker warnen, ein derart dominantes Bauwerk würde die fein austarierte Beziehung der bestehenden Denkmäler stören. Der Raum rund um den Memorial Circle gilt seit über einem Jahrhundert als sensibler städtebaulicher Korridor.

Der Kunstkritiker Catesby Leigh, der selbst einen deutlich kleineren, temporären Bogen vorgeschlagen hatte, sagt gegenüber der Washington Post: „Ich glaube nicht, dass ein so großes Denkmal dort hingehört.“ Seine Sorge teilen viele. Ein 76 m hoher Bogen könnte Sichtachsen blockieren, etwa den Blick vom Arlington National Cemetery auf das Lincoln Memorial und weiter zum Kapitol.

Auch praktische Fragen stehen im Raum. Der Memorial Circle ist ein stark befahrener Verkehrsknoten. Ohne massive Umbauten wäre ein solches Denkmal für Fußgänger schwer erreichbar.

Geschichte wiederholt sich – zumindest auf dem Papier

Ganz neu ist die Idee eines großen Bauwerks an dieser Stelle nicht. Schon Anfang des 20. Jahrhunderts tauchen in Planungsdokumenten der Hauptstadt Überlegungen zu einem Monument im Bereich des heutigen Memorial Circle auf. Auch der Architekt William Kendall legte 1928 entsprechende Entwürfe vor. Umgesetzt wurde davon nichts.

Dass Washington bislang keinen Triumphbogen besitzt, ist tatsächlich eine Ausnahme unter großen Hauptstädten. Einige Historiker sehen darin ein Versäumnis. Andere halten gerade diese Zurückhaltung für Teil der amerikanischen Erinnerungskultur, die weniger auf Triumph, mehr auf Mahnung setzt.

Gold als Markenzeichen

Trump hat auf seiner Plattform Truth Social bereits drei Entwürfe veröffentlicht. Einer davon fällt besonders auf: reichlich Goldverzierungen. Der Gold-Look ist ein bekanntes Stilmittel des Präsidenten. Er ließ bereits das Oval Office neu ausschmücken. Auch der geplante Ballsaal auf dem Gelände des Weißen Hauses soll diesen Stil aufgreifen.

Kritiker sehen darin weniger architektonische Konsequenz als persönliche Selbstdarstellung. Das „New York Magazine“ spottete bereits, Trump verwandle das Weiße Haus in Mar-a-Lago. Sein Anwesen in Florida ist für üppige Dekoration bekannt.

Finanzierung und Genehmigungen offen

Unklar bleibt, wie der Triumphbogen finanziert werden soll. Trump hat angedeutet, dass nicht verbrauchte private Spenden aus dem Ballsaal-Projekt genutzt werden könnten. Dieses Projekt soll rund 400 Mio. Dollar kosten. Öffentliche Details zu Verträgen oder Geldflüssen gibt es bislang nicht.

Sicher ist: Ein solcher Bau müsste mehrere Bundesgremien passieren. Dazu gehört auch die Commission of Fine Arts. Trump hat kürzlich den Bauunternehmer Rodney Mims Cook Jr. in dieses Gremium berufen. Cook hatte sich seit Jahren für monumentale Bögen starkgemacht.

Ob der Kongress zustimmen müsste, ist ebenfalls offen. In Washington gelten strenge Gesetze für neue Denkmäler. Ein Baubeginn innerhalb weniger Monate, wie Trump ihn zeitweise in Aussicht stellte, gilt deshalb als unrealistisch. (mit Material der dpa)

Ein Beitrag von:

  • Dominik Hochwarth

    Redakteur beim VDI Verlag. Nach dem Studium absolvierte er eine Ausbildung zum Online-Redakteur, es folgten ein Volontariat und jeweils 10 Jahre als Webtexter für eine Internetagentur und einen Onlineshop. Seit September 2022 schreibt er für ingenieur.de.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.