Heimische Biokraftstoffe könnten bis 2050 laut einer aktuellen Studie von Shell und zwei renommierten Umweltforschungsinstituten zwei Drittel des Kraftstoffbedarfs aller Verkehrsträger decken. Dabei steht die Biokraftstoffbranche in der Kritik und wird für Armut in der Welt und Raubbau an Regenwäldern verantwortlich gemacht.
Zwei finnische Hersteller bauen ihre Biokraftstoffproduktion massiv aus. Der Konzern UPM hat mit dem Bau einer Großanlage begonnen, die Reststoffe aus seiner Papier- und Zellstoffproduktion verwertet. Neste Oil nahm kürzlich eine Raffinerie in Rotterdam in Betrieb, die Pflanzenöle hydriert.
Autofahrer boykottieren, wie Umfragen zeigen, den neuen Kraftstoff Super E10 vor allem aus zwei Gründen: Zweifel am ökologischen Nutzen und Sorge vor Defekten am eigenen Fahrzeug. Letzteres ist bei 99 % der deutschen Fabrikate und 93 % aller in Deutschland zugelassenen Pkw unbegründet. Probleme drohen lediglich an unlegierten oder unbeschichteten Aluminiumteilen, die in modernen Fahrzeugen nicht mehr verbaut werden.
Ab Anfang Januar 2011 werden sich Autofahrer beim Tanken in Deutschland an neue Bezeichnungen gewöhnen müssen: Normal, Super und Super Plus gibt es dann mit den Zusatzbezeichnungen „E5“ und „E10“ . Seit Längerem enthalten die Sorten 5 % Vol Bioethanol (E5). Parallel werden dann auch solche mit E10-Bezeichnung vertrieben, die mit 10 % Vol Alkohol verschnitten sind. Wer falsch tankt, dem drohen Autoprobleme.
In Zörbig und Schwedt nutzt der Bioethanolproduzent Verbio die Reststoffe der Herstellung, um Biomethan in Erdgasqualität zu produzieren. Damit gewinnt das Unternehmen neue, hochwertige Produkte und verbessert seine Treibhausbilanz.
Der Absatz von „Edeldiesel“ brummt. Aral und Shell versprechen den Fahrern von Diesel-Pkw mehr Leistung, weniger Schadstoffe und einen geringeren Verbrauch, wenn sie die neue Sorte Ultimate bzw. V-Power tanken. Doch ist der neue Kraftstoff wirklich „für alle Dieselmotoren geeignet“, wie Shell propagiert?
An rund 1000 Tankstellen in Deutschland wird Biodiesel angeboten. Fast alle Dieselfahrzeuge können mit dem genormten RME-Kraftstoff auf Rapsölbasis betrieben werden. Laut Umweltbundesamt hat der Rapsmethylester aber nur eine mäßige Ökobilanz und ist volkswirtschaftlich nicht sinnvoll. Darüber hinaus sind die Autofahrer durch Motorschäden so verunsichert, dass sie nicht den preiswerten Biodiesel tanken.