Die großen westlichen Öl- und Gasproduzenten haben sich damit abgefunden, dass die früher so einträgliche feste Bindung der Gaspreise an jene für Rohöl nicht mehr zu halten ist. Die Internationale Energieagentur (IAE) spricht nun vom „goldenen Zeitalter für Erdgas“.
BASF sichert sich durch einen milliardenschweren Deal mit dem russischen Energieriesen Gazprom Zugriff auf Erdgasvorkommen in Sibirien. Der weltgrößte Chemiekonzern aus Ludwigshafen erhält Anteile an zwei Förderquellen, die beide Unternehmen gemeinsam ausbeuten werden.
„Moses führte uns 40 Jahre lang durch die Wüste, nur um uns zu dem einzigen Flecken im Mittleren Osten zu bringen, der kein Öl hat“, klagte Golda Meir, die legendäre israelische Premierministerin 1973 bei einem Staatsbankett. Israel hängt noch heute bei Öl und Gas völlig von Importen ab. Das ändert sich total mit dem Fund riesiger Gasfelder im Mittelmeer vor Israels Küsten.
Beim DVGW, dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches, sollen Informationen der Gasfernleitungs-Netzbetreiber gebündelt werden und dabei helfen, Versorgungsengpässe wie im letzten Februar zu vermeiden. Dazu beitragen könnten auch bessere Kommunikation zwischen den Netzbetrei-bern, Netzausbau und Geldanreize für regionale Gasspeicher.
Der weltweite Erdgasmarkt hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Das jahrzehntelang bewährte System von Langfristverträgen mit Ölpreisbindung beschert deutschen Importeuren nun teilweise hohe Verluste. Ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken nun die schwierigen Verhandlungen mit dem russischen Produzenten Gazprom, während das Tauziehen mit anderen Lieferanten im Hintergrund bleibt.
Die Ferngasgesellschaft VNG Verbundnetz Gas und ihr russischer Partner Gazprom haben im Untergrundspeicher Bernburg in Sachsen-Anhalt eine neue Einspeiseanlage in Betrieb genommen. Die Technik dafür wurde in Russland entwickelt und nun an die deutschen Standards angepasst.
Der Umstieg auf erneuerbare Energien in Deutschland könnte über eine stärkere Nutzung hiesiger Erdgas-Vorkommen führen. Die Ausbeutung großer Gasreserven in ungewöhnlichen Lagerstätten macht aber eine Fördertechnik notwendig, die umstritten ist. Mit ihr werden Unfälle in den USA in Verbindung gebracht, die bereits Menschen und Umwelt geschädigt haben sollen. Ein Ortstermin in Niedersachsen.
Aufbereiten und Einspeisen von Biogas in das Erdgasnetz sind technisch aufwändig und mit hohen Kosten verbunden. Daher wurden bisher vor allem sehr große Anlagen realisiert. Doch nun wendet sich das Blatt. Der Biogasanlagen-hersteller MT-Energie in Zeven will beweisen, dass die Einspeisung auch für kleinere Biogasanlagen eine Alternative zur Stromerzeugung ist. „Mit diesem Zevener Modell orientieren wir uns bewusst nicht an den Boni, wie sie das Erneuerbare-Energien-Gesetz bietet“, betont Geschäftsführer Bodo Drescher.
Aus Biomasse gewonnenes Biogas kann zu Biomethan aufbereitet werden und fossiles Erdgas ersetzen. Mit kleineren Anlagen jedoch kann nur ein geringer Beitrag zum Ausbau der Gaseinspeisung geleistet werden kann, so eine neue Studie des Fraunhofer-Instituts „Umsicht“ in Oberhausen.