Anzeige

Seltene Krebsformen mit KI schneller identifizieren

09. Dezember 2025

Krebspatientin geht mithilfe eines Pflegers über einen Gang.
Eine neue Methode soll Krebspatientinnen und -patienten bessere Behandlungen und höhere Überlebenschancen ermöglichen.
Foto: smarterPix / nd3000
Wer als Patientin oder Patient die Diagnose Krebs bekommt, hat meist automatisch die Frage nach Leben oder Tod vor Augen. Handelt es sich um eine seltene Blutkrebs-Form ist diese Frage mehr als berechtigt. Forschende haben nun eine neue Form der Prognose entwickelt. Sie soll die Überlebenschancen erhöhen.
Anzeige
Anzeige


Das T-Zell-Lymphom ist nicht nur eine seltene, sondern auch eine besonders aggressive Form des Blutkrebses. Schon die erste Behandlung ist nicht einfach. Erschwerend hinzu kommt, dass häufig Rückfälle auftreten, auch wenn die erste Therapie zunächst erfolgreich war. Das bedeutet: Die Fünf-Jahres-Überlebensrate ist bei dieser Krebsform besonders niedrig.

Deshalb haben sich Forschende vom MIT in Zusammenarbeit mit einem Team des PETAL-Konsortiums am Massachusetts General Hospital genau diese Krebsform genauer angeschaut und nach alternativen Prognosemöglichkeiten gesucht. Gefunden haben sie einen aus ihrer Sicht aussagekräftigen Marker. Der könnte helfen, die Krankheit bei Hochrisikopatienten frühzeitig zu erkennen und Behandlungen individuell abzustimmen.

Anzeige
Anzeige

Krebs schneller identifizieren mithilfe einer Kausalanalyse

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben im Rahmen einer Studie Daten von Tausenden Patientinnen und Patienten weltweit analysiert. Dazu setzten sie eine neue Kausalanalyse namens „Synthetic Survival Control (SSC) ein, die eine MIT-Absolventin jüngst in einer Dissertation entwickelt hatte. Mit diesem Modell lassen sich „Wann-wenn“-Fragen beantworten.

Diese Methode soll nach Angeben der Forschenden dabei helfen, eine bessere Einschätzung zu ermöglichen, wie sich der Zeitpunkt von Ergebnissen durch bestimmte Konstellationen verändern würde. Man nennt diese Methode auch kausale Interferenz.

Neue Methode, um Krebs zu erkennen soll bei der Therapie helfen

Vor allem bei der Identifizierung neuer Risikogruppen sowie der Auswahl der Therapien sehen die Forschenden ein passendes Einsatzgebiet für diese Methode.

Anzeige
Anzeige

„Oft interessiert uns nicht nur, was passieren wird, sondern auch der Zeitpunkt, wann das Ereignis eintritt. Diese Wann-Wenn-Probleme blieben lange unbeachtet, sind aber in vielen Bereichen verbreitet. Wir haben hier gezeigt, dass man zur Beantwortung dieser Fragen mithilfe von Daten Fachleute benötigt, die Einblicke liefern, sowie geeignete Methoden zur Kausalanalyse, um den Zusammenhang zu verstehen“, sagt Devavrat Shah, Professor an der Fakultät für Elektrotechnik und Informatik am MIT und Mitautor der Studie.

Der Zeitpunkt ist bei aggressiven Krebsformen häufig entscheidend

Im Rahmen der Studie haben die Forschenden ein Rahmenwerk zur kausalen Interferenz mittels synthetischer Überlebenskontrolle entwickelt. Dieses dient als Basis, um die „Wann-wenn“-Fragen beantworten zu können. Damit soll es ihnen gelingen, das Eintreten eines Ereignisses abzuschätzen, sobald eine bestimmte Intervention angewendet wird.

Anzeige
Anzeige

Bei ihrer Untersuchung stand das T-Zell-Lymphom im Mittelpunkt. Als Marker nutzten sie TTR12, der einen Rückfall innerhalb von zwölf Monaten nach Therapiebeginn anzeigt. Zeigt eine Patientin oder ein Patient TTR12, stellt sich die Frage, wie sich der Überlebensverlauf verändern würde, wenn dieser prognostische Marker nicht aufgetaucht wäre. Da es keinen Test gibt, mit dem sich ein Ergebnis herbeiführen lässt, mussten die Forschenden dies bislang auf Basis von Patientendaten hypothetisch abschätzen.

Die neue Methode soll die Überlebenschancen bei Krebs erhöhen

Doch diese Methode birgt verschiedene Herausforderungen: es gibt Verzerrungen in den Beobachtungsdaten oder auch unvollständige Aufzeichnungen. Darüber hinaus kann sich eine bestimmte Behandlung auf die Überlebenszeit einer Patientin oder eines Patienten auswirken. Das macht die Daten zusätzlich komplex.

Mit ihrem neuen Synthetic Survival Control-Modell wollen die Forschenden diese Herausforderungen überwinden. Denn die Methode verknüpfe Informationen von mehreren Patientinnen und Patienten so miteinander, dass sich Überlebenswahrscheinlichkeiten abschätzen lassen.

Ein spezieller Marker gibt konkrete Hinweise für die bessere Krebstherapie

Die Forschenden fanden heraus, dass Menschen mit TTR12 innerhalb von fünf Jahren nach Beginn der Therapie ein deutlich höheres Sterberisiko aufwiesen als Patientinnen und Patienten, die diesen Marker nicht aufwiesen. „Das zeigt uns, dass ein frühes Rezidiv ein sehr wichtiger Prognosefaktor ist. Es dient den Ärzten als Signal, über eine maßgeschneiderte Therapie für diese Patienten nachzudenken, die Resistenzen in der Zweit. Oder Drittlinientherapie überwinden können“, erklärt Xinyi Han, die das Modell zur Kausalanalyse entwickelt hat.

Im nächsten Schritt wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Analyse auf hochdimensionale Genomdaten ausweiten. Ihr Ziel ist es, maßgeschneiderte Therapien zu entwickeln, mit denen sich ein Rückfall innerhalb von zwölf Monaten verhindern lässt



Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

CAD-Konstrukteur (m/w/d)
Boyd Weiler GmbH & Co. KG

13.09.2026
Weiler-Simmerberg
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Bauprojektleiter (m/w/d)
Allbau Managementgesellschaft mbH

13.09.2026
Essen
Ingenieur* im Anforderungsmanagement
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH

13.09.2026
Langen
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d)
WipflerPLAN Planungsgesellschaft

13.09.2026
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz
Information Security Manager (all genders)
VINCORION Advanced Systems GmbH

13.09.2026
Wedel
Professur „Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)“
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences

13.09.2026
Düsseldorf
Senior-Ingenieur Auftragsengineering (m/w/d)
Mehrer Compression GmbH

13.09.2026
Balingen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hamm
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Dillenburg
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Dillenburg
BIM-Manager (w/m/d) Niederlassung Westfalen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster, Gelsenkirchen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Netphen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Netphen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Bochum
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bochum
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Osnabrück
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Osnabrück
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hagen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hagen
Bauleiter (m/w/d) im Bereich schlüsselfertigen Wohnungsbau
SCHEIDL

13.09.2026
Moosburg/Landshut
Projektingenieur Fachplanung Versorgungstechnik (m/w/d)
INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH

13.09.2026
Achim, Celle, Salzgitter, Wolfsburg
Meister (m/w/d) für die mechanische Fertigung
Montanhydraulik GmbH

13.09.2026
Gelsenkirchen
Bauingenieur (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bayreuth

Weitere Artikel



Anzeige
Anzeige