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Kartenakzeptanz oder Cash Only? Was Verbraucher wirklich wollen

16. Dezember 2024

Kartenzahlung
Wie Deutschland zahlt: Studie zeigt Trends und Forderungen zu Bargeld, Karten und digitalen Zahlungsmethoden. Foto: PantherMedia / Kzenon
Bargeld oder Karte? Eine aktuelle Studie zeigt, dass immer mehr Verbraucher in Deutschland auf flexible Zahlungsmethoden setzen und die Akzeptanz von digitalen Zahlungsmöglichkeiten fordern.
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Es ist ein gemütlicher Abend im Restaurant. Man lehnt sich zurück, winkt dem Kellner herüber und macht eine unauffällige Geste – man möchte zahlen. Kaum zieht man die Karte aus der Tasche, verzieht der Kellner das Gesicht und sagt knapp: „Only cash“. Ein Moment der Unsicherheit, der schnell in eine unangenehme Situation kippen kann, wenn man das nötige Bargeld nicht dabei hat. Die Gedanken rasen, man sucht in den Taschen, doch der Geldbeutel bleibt leer. Ein unangenehmer Moment, der eigentlich gar nicht sein müsste – wäre doch ein einfaches, bargeldloses Bezahlen möglich gewesen.

Inhaltsverzeichnis

Studie zeigt: Deutsche fordern mehr Flexibilität beim Bezahlen

Egal, ob an der Supermarktkasse, im Lieblingsrestaurant oder am Kiosk – Verbraucher*innen möchten selbst entscheiden, ob sie mit Karte, Smartphone oder Bargeld bezahlen. Etwa die Hälfte der Deutschen spricht sich daher für eine Pflicht zur Akzeptanz von Karten, zusätzlich zur Möglichkeit, mit Bargeld zu bezahlen, aus. Diese und weitere interessante Ergebnisse zum Zahlungsverhalten der Bürger*innen in Deutschland zeigt eine aktuelle Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD), die im Auftrag der Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V. durchgeführt wurde.

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Jeder zweite Deutsche (51 %) findet, dass Kartenzahlungen in anderen Ländern viel verbreiteter sind als hier. Sie sind der Meinung, dass es in Deutschland mehr Bezahlmöglichkeiten im Handel und in Restaurants geben sollte. Die Hälfte der Verbraucher*innen (50 %) würde es begrüßen, wenn Geschäfte und Restaurants – neben Bargeld – auch verpflichtet wären, Kartenzahlungen anzubieten. Besonders viele junge Menschen zwischen 16 und 29 Jahren unterstützen diese Forderung: Fast zwei Drittel (62 %) sprechen sich für eine gesetzliche Pflicht zur Kartenzahlung aus. Bei den über 60-Jährigen sind es 45 %.

Generation Z boykottiert ‚Cash only‘: Warum bargeldloses Bezahlen immer wichtiger wird

Viele Menschen ärgern sich über „Cash only“, besonders weil Kartenzahlungen in anderen Ländern viel häufiger sind und das schnelle sowie sichere Bezahlen geschätzt wird. Etwa ein Drittel (31 %) ist genervt, wenn nur Bargeld akzeptiert wird. Bei der Generation Z (16 bis 29 Jahre) sind es sogar 50 %, die sich darüber ärgern. 37 % von ihnen boykottieren Geschäfte, die nur Bargeld annehmen. Für diese Generation ist Bargeld vor allem ein „Notgroschen“: 44 % haben es nur für den Notfall dabei und nutzen es nur, wenn bargeldloses Bezahlen nicht möglich ist.

Das Einkaufsverhalten der Gen Z lässt sich leicht durch ihre Bezahlvorlieben erklären: 44 % der jüngeren Befragten zahlen am liebsten mit ihrem Smartphone oder der Smartwatch, gefolgt von 40 %, die die Karte bevorzugen. Nur 25 % greifen noch auf Bargeld zurück. Besonders der Komfort des digitalen Bezahlens überzeugt: Fast die Hälfte (49 %) findet es praktisch, dass bei Zahlungen mit dem Smartphone die PIN-Eingabe entfällt und nutzt daher lieber die digitale Wallet als den physischen Geldbeutel. Beim Bezahlen mit der Karte setzen auch junge Menschen auf Altbewährtes: Mehr als die Hälfte der 16- bis 29-Jährigen (53 %) haben bereits mit der digitalen girocard bezahlt, und 29 % können sich vorstellen, dies in Zukunft zu tun.

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Girocard bleibt beliebt

Obwohl die Verbraucher*innen in Deutschland zunehmend offen für neue Bezahlmethoden sind, möchten sie nicht komplett auf gewohnte Zahlungsmethoden verzichten. Die girocard wird laut der Befragten in fünf Jahren weiterhin an erster Stelle stehen – sogar vor Bargeld. Die girocard, die häufigste Debitkarte in Deutschland, ist fast in jedem Geldbeutel zu finden. 2023 wurde mit der girocard über 6,7 Milliarden Mal gezahlt. Der Begriff „girocard“ steht für das deutsche Debitkartensystem und das „Deutsche Geldautomaten-System“.

Bei der jungen Generation bleibt jedoch „Mobile first“ das Motto: 70 % der 16- bis 29-Jährigen planen, in fünf Jahren mit der digitalen girocard auf ihrem Smartphone oder in der Smartwatch zu bezahlen. Bei den 30- bis 44-Jährigen sind es zwei Drittel. Auch ein Viertel der über 60-Jährigen möchte bald mit der digital hinterlegten girocard bezahlen.

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Zukunft des Bezahlens

Die Mehrheit der Befragten spricht sich, wie bereits erwähnt, für eine Verpflichtung zur Kartenakzeptanz aus, was zeigt, dass Handel und Gastronomie in den nächsten Jahren ihren Kund*innen flexible Zahlungsmöglichkeiten bieten sollten. Verbraucher*innen erwarten nicht nur, dass ihre Zahlungsmethoden akzeptiert werden, sondern auch, dass Banken digitale Kartenprodukte zur Verfügung stellen. Die Zukunft des Bezahlens liegt also vor allem darin, die Bedürfnisse der Kund*innen in den Mittelpunkt zu stellen.

Die Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V. veröffentlicht jedes Jahr eine Studie zur Nutzung und Akzeptanz bargeldloser Bezahlmethoden sowie zum Einkaufsverhalten der Deutschen. Zwischen dem 28. September und 11. Oktober 2024 wurden 1.041 Bundesbürger*innen ab 16 Jahren vom Institut für Demoskopie Allensbach in persönlichen Interviews befragt, was einen repräsentativen Überblick der Bevölkerung gibt.

Verdi droht mit Bargeld-Streik

Gerade zu Weihnachten könnte es bei Geschäften mit „Cash only“-Option problematisch werden: Leere Geldautomaten und fehlender Bargeld-Service für die Geschäfte drohen, warnt die Gewerkschaft Verdi. Im Tarifkonflikt des deutschen Geld- und Werttransports könnten die Beschäftigten bereits ab Mittwoch, dem 18. Dezember, in Streik treten, falls bis Dienstag kein Kompromiss mit den Arbeitgebern erreicht wird.

Hier geht es zur Studie



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