Empathie als Schlüsselkompetenz 17.10.2025, 13:00 Uhr

Empathie im Job: Warum wir anderen zu wenig zutrauen

Empathie wird in Leadership-Programmen oft als Schlüsselkompetenz betont, doch eine neue Studienreihe der Stanford Universität zeigt: Wir trauen sie unseren Mitmenschen überhaupt nicht zu. Viele Menschen halten andere für deutlich weniger empathisch, als sie sich selbst wahrnehmen und genau diese Fehleinschätzung schwächt unsere Bindung zueinander.

Zwei Personen schütteln sich die Hände, während eine Gruppe von Menschen drumherum in die Hände klatscht

Stanford-Studie zeigt: Nicht fehlende Empathie, sondern Misstrauen in die Empathie anderer schwächt Führung, Teamkultur und Zusammenarbeit.

Foto: Smarterpix/albertyurolaits

Bereits in der ersten von drei groß angelegten Langzeitstudien zeigte sich ein Muster, das sich eins zu eins für Unternehmen übersetzen lässt: “Ich bin empathisch – die anderen eher nicht.“ Für den Arbeitsalltag bedeutet das: Nicht mangelnde Empathie, sondern mangelndes Vertrauen in die Empathie anderer blockiert die Teamdynamik.

Verständnis beeinflusst Freundschaften und Wohlbefinden

Forschende untersuchten rund 5000 US-Studierende über zwei Jahre hinweg, um den Zusammenhang zwischen Empathiewahrnehmung, sozialem Netzwerk und Wohlbefinden zu verstehen.

Das Ergebnis ist eindeutig: Wer überzeugt ist, von empathischen Menschen umgeben zu sein, knüpft mehr enge Bindungen und zeigt eine höhere Lebenszufriedenheit. Diese Personen zogen sich nicht zurück, sondern suchten aktiv soziale Nähe.

Übertragen auf den Job heißt das:

Stellenangebote im Bereich Projektmanagement

Projektmanagement Jobs
RHEINMETALL AG-Firmenlogo
Verstärkung für unsere technischen Projekte im Bereich Engineering und IT (m/w/d) RHEINMETALL AG
deutschlandweit Zum Job 
seleon GmbH-Firmenlogo
Entwickler Mechanik / Konstruktion (m/w/d) seleon GmbH
Dessau-Roßlau Zum Job 
Stadtwerke Potsdam GmbH-Firmenlogo
Experte (m/w/d) Energieinfrastruktur und Bauprojekte - Planung und Realisierung - Stadtwerke Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
Netzgesellschaft Potsdam GmbH-Firmenlogo
Projektleiter (m/w/d) Sonderbauvorhaben Umspannwerke | Hochspannungsfreileitungen Netzgesellschaft Potsdam GmbH
Potsdam Zum Job 
Baugenossenschaft Wiederaufbau eG-Firmenlogo
Projektleiter Heizung, Lüftung, Sanitär (m/w/d) Baugenossenschaft Wiederaufbau eG
Braunschweig Zum Job 
Stadt Offenburg-Firmenlogo
Straßen- und Verkehrsplaner*in Fachbereich Tiefbau und Verkehr, Abteilung Verkehrsplanung Stadt Offenburg
Offenburg Zum Job 
Schmoll Maschinen GmbH-Firmenlogo
Applikation- und Projektingenieur (m/w/d) Schmoll Maschinen GmbH
Rödermark Zum Job 
ONTRAS Gastransport GmbH-Firmenlogo
Projektmanager für Wasserstoff (m/w/d) ONTRAS Gastransport GmbH
Leipzig Zum Job 
maxon motor GmbH-Firmenlogo
Produktionsingenieur Schwerpunkt Injection Molding Tools & Processes (w/m/d) maxon motor GmbH
Netz Leipzig GmbH-Firmenlogo
Teamleitung (m/w/d) Leitstelle Strom Netz Leipzig GmbH
Leipzig Zum Job 
TROESTER GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Ingenieur / Techniker (m/w/d) - Fachrichtung Elektrotechnik/SPS TROESTER GmbH & Co. KG
Hannover Zum Job 
KEMNA BAU Andreae GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Projektportfolio-Manager (m/w/d) für Produktionsanlagen KEMNA BAU Andreae GmbH & Co. KG
Pinneberg, Hybrid Zum Job 
HOCHBAHN U5 Projekt GmbH-Firmenlogo
Projektleiter U5-Betriebsführungssystem - vollautomatisches U-Bahn-System (w/m/d) HOCHBAHN U5 Projekt GmbH
Hamburg Zum Job 
ERGO Group AG-Firmenlogo
Objektmanager Bautechnik (m/w/d) ERGO Group AG
Klinikum Leverkusen Service GmbH-Firmenlogo
Projektmanager (m/w/d) Bau & Technik Klinikum Leverkusen Service GmbH
Leverkusen Zum Job 
Duale Hochschule Sachsen (DHSN)-Firmenlogo
W2-Professur für "Umweltanalytik und Umwelttechnik" (m/w/d) Duale Hochschule Sachsen (DHSN)
Beckhoff Automation GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Ingenieur (m/w/d) Vertrieb Automatisierungstechnik im Gebiet München Beckhoff Automation GmbH & Co. KG
Gröbenzell Zum Job 
HAMBURG WASSER-Firmenlogo
Projektingenieur Planung Tiefbau / Infrastruktur (m/w/d) HAMBURG WASSER
Hamburg Zum Job 
Schleifring GmbH-Firmenlogo
Ingenieur/ Vertriebsingenieur (m/w/d) für den Bereich Key Account Schleifring GmbH
Fürstenfeldbruck Zum Job 
GW Batterien GmbH-Firmenlogo
Anwendungstechniker (m/w/d) GW Batterien GmbH
Zwickau Zum Job 
  • Sie suchen eher den Dialog und fragen nach Unterstützung, statt Konflikten auszuweichen.
  • Sie bringen Ideen ein, ohne Angst vor Ablehnung.
  • Sie bleiben einem Team loyaler verbunden.

Umgekehrt verhielten sich Teilnehmende, die das Umfeld als wenig empathisch einschätzten, deutlich zurückhaltender. Wer glaubt, dass andere wenig mitfühlend sind, hält sich eher zurück, geht seltener auf Menschen zu und verzichtet auf soziale Nähe. Die Angst vor Ablehnung oder Unverständnis ist einfach zu groß. Empathie wird also nicht nur individuell gelebt, sondern kollektiv fehlinterpretiert.

Wahrnehmung formt Verhalten

Eine zweite Studie innerhalb des Forschungsprojekt legte den Kern des Problems offen: die Empathie-Wahrnehmungslücke.

Die Teilnehmenden hielten sich selbst für deutlich empathischer, als sie es ihren Mitstudierenden zuschrieben – im Durchschnitt um rund 24 Prozentpunkte.

Für Führungskräfte ist genau hier ein kritischer Punkt:
Viele glauben, sie seien zugänglich, offen und mitfühlend, aber ihr Team erlebt das möglicherweise ganz anders.

Die Forschenden betonen, dass diese Lücke zwei Ursachen haben kann. Entweder unterschätzten wir andere oder wir überschätzen uns selbst. Sicher ist nur: allein diese Fehleinschätzung wirkt sich bereits negativ auf unser soziales Verhalten aus.

Lässt sich Empathiewahrnehmung verändern?

In zwei weiteren Experimenten mit Erstsemestern testeten die Forschenden, ob die Wahrnehmung der Empathie anderer gezielt positiv beeinflusst werden kann.

Workshop und Info-Plakate: Die Studierenden erhielten Informationen darüber, wie viele ihrer Mitstudierenden sich selbst als empathisch einschätzen. Diese einfache Botschaft zeigte bereits Wirkung. Die Teilnehmenden bewerteten anderer als mitfühlender und offener. Deshalb gingen sie häufiger „soziale Risiken“ ein – sie suchten das Gespräch und bauten schneller neue Kontakte auf.

Nachrichten als sozialer Anstoß: In einem zweiten Versuch wurden kurze Textnachrichten an die Studierenden versendet, die zu kleinen Empathiehandlungen aufforderten. Darunter waren beispielsweise Nachrichten wie: „Schenke heute jemanden ein Kompliment.“ Auch hier zeigte sich ein Anstieg der sozialen Initiative. Dieser Effekt war jedoch zeitlich begrenzt und verblasste nach einigen Wochen wieder fast komplett.

Für Unternehmen und Führungskräfte bedeutet das: Empathie muss sichtbar gemacht werden, sonst bleibt sie wirkungslos. Entscheidend sind keine großen Programme, sondern kleine, konsequente Signale im Alltag. Wenn empathisches Verhalten genauso anerkannt wird wie Leistung, entsteht Vertrauen und eine klare Kommunikation am Arbeitsplatz.

Kleine Effekte mit großer gesellschaftlicher Relevanz

Unabhängige Psychologinnen und Psychologen, darunter Prof. Marcus Roth von der Universität Duisburg-Essen, bewerteten die Studiendaten methodisch positiv, mahnten jedoch zur Vorsicht. Viele Effekte seien statistisch signifikant, aber in ihrer Größenordnung zu klein. Zudem basierten alle Messungen auf Selbstangaben – reale Verhaltensbeobachtungen fehlten.

Dennoch sehen Expertinnen wie Prof. Grit Hein von der Universität Würzburg wichtige Erkenntnisse: Empathie wird nicht nur erlebt, sondern auch gelernt! Insbesondere durch das Beobachten von Mitgefühl bei anderen. Sichtbarkeit von Empathie könnte daher ein zentraler Hebel gegen soziale Isolation sein.

Nicht Empathie fehlt, sondern Vertrauen

Die Studien verdeutlichen ein gesellschaftlich brisantes Missverständnis: Viele Menschen glauben, ihr Umfeld sei weniger empathisch als sie selbst. Dieser Irrglaube führt dazu, dass Empathie im Verborgenen bleibt. Niemand macht den ersten Schritt – obwohl alle dazu bereit wären.

Die entscheidende Frage lautet nicht mehr:
„Sind wir empathisch genug als Führungskraft?“
Sondern:
„Vermitteln wir glaubhaft, dass auch andere empathisch sind – und dass Empathie erwünscht ist?“

Ein Beitrag von:

  • Tim Stockhausen

    Tim Stockhausen ist Volontär beim VDI Verlag. 2024 schloss er sein Studium der visuellen Technikkommunikation an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg ab. Seine journalistischen Interessen gelten insbesondere Künstlicher Intelligenz, Mobilität, Raumfahrt und digitalen Welten.

Themen im Artikel

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.