Arbeiten und lernen 19.02.2026, 12:00 Uhr

Training on the Job: Warum Lernen im Arbeitsalltag zum Erfolgsfaktor wird

Training on the Job kann Mitarbeitende gezielt fördern und gleichzeitig das Unternehmen stärken – wenn es richtig geplant und begleitet wird.

zwei Frauen lernen am Bildschirm.

Mitarbeitende lernen direkt im Arbeitsalltag: Mentoring, Job Rotation und digitale Tools fördern Wissen, Verantwortung und Motivation.

Foto: Smarterpix/AndreyPopov

Die Arbeitswelt verändert sich rasant. Digitalisierung, künstliche Intelligenz und neue Geschäftsmodelle sorgen dafür, dass Wissen heute schneller veraltet als je zuvor. Unternehmen stehen deshalb vor einer zentralen Herausforderung: Wie können Mitarbeitende schnell neue Kompetenzen entwickeln – ohne lange Ausfallzeiten und teure Schulungen? Und ja, wir reden wieder von Re-skilling. Doch wie funktioniert es am besten?

Eine Antwort gewinnt immer mehr an Bedeutung: Training on the Job. Lernen direkt am Arbeitsplatz wird 2026 zum entscheidenden Erfolgsfaktor für Unternehmen, die wettbewerbsfähig bleiben wollen.

Lernen im Job statt im Seminarraum

Jeder kennt es aus dem eigenen Arbeitsalltag: Man kann sich eine neue Software zehnmal erklären lassen, ein Handbuch lesen oder ein Seminar besuchen – wirklich sicher fühlt man sich erst, wenn man selbst damit arbeitet. Wenn man klickt, ausprobiert, Fehler macht und Lösungen findet. Genau in diesen Momenten entsteht echtes Lernen. Nicht durch Zuhören, sondern durch eigenes Tun.

Stellenangebote im Bereich Forschung & Lehre

Forschung & Lehre Jobs
Duale Hochschule Sachsen (DHSN)-Firmenlogo
W2-Professur für "Umweltanalytik und Umwelttechnik" (m/w/d) Duale Hochschule Sachsen (DHSN)
BG ETEM-Firmenlogo
Dozent/-in (m/w/d) in der Bildungsstätte Linowsee BG ETEM
Linowsee bei Rheinsberg Zum Job 
University of Southern Denmark-Firmenlogo
DIAS Fellow in Chemical Engineering (f/m/d) University of Southern Denmark
Odense M (Dänemark) Zum Job 
Technische Hochschule Augsburg-Firmenlogo
Professur für Systemsimulation und Fahrzeugtechnik Technische Hochschule Augsburg
Augsburg Zum Job 
BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung-Firmenlogo
Promovierte*r wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in (m/w/d) der Fachrichtung Physik, Ingenieurwesen, Elektrotechnik oder vglb. BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung
Berlin-Steglitz Zum Job 
Hochschule Schmalkalden - Hochschule für Angewandte Wissenschaften-Firmenlogo
Laboringenieur/-in (m/w/d) mit Lehraufgaben zur praxisnahen Vermittlung mechatronischer Inhalte Hochschule Schmalkalden - Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Schmalkalden Zum Job 
Hochschule für angewandte Wissenschaften München-Firmenlogo
Professur für Medizintechnik (W2) Hochschule für angewandte Wissenschaften München
München Zum Job 
Hochschule Angewandte Wissenschaften München-Firmenlogo
Nachwuchsprofessur im Promotions-Track (W1) mit Tenure-Track auf W2 für Konstruktion Fahrzeugaufbau und CAD in der Fahrzeugtechnik Hochschule Angewandte Wissenschaften München
München Zum Job 
Hochschule für angewandte Wissenschaften München-Firmenlogo
Professur für Medizintechnik (W2) Hochschule für angewandte Wissenschaften München
München Zum Job 
Westfälische Hochschule Gelsenkirchen, Bocholt, Recklinghausen-Firmenlogo
Professur Smarte Robotik und KI (W2) Westfälische Hochschule Gelsenkirchen, Bocholt, Recklinghausen
Bocholt Zum Job 
Hochschule Esslingen - University of Applied Sciences-Firmenlogo
Professor:in (W2) für das Lehrgebiet Grundlagen der Elektrotechnik und Elektronik Hochschule Esslingen - University of Applied Sciences
Esslingen Zum Job 
HAW Kiel-Firmenlogo
Lehrkraft für besondere Aufgaben für maschinenbauliche Entwicklungen und Konstruktionen (m/w/d) HAW Kiel
Hochschule Emden/Leer-Firmenlogo
Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in (Doktorand*in) Hochschule Emden/Leer
Hochschule Emden/Leer-Firmenlogo
Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in im Projekt "OS-Lotse" Hochschule Emden/Leer
Technische Universität Braunschweig-Firmenlogo
W3-Professur Fahrzeugtechnik Technische Universität Braunschweig
Braunschweig Zum Job 
Technische Universität Braunschweig-Firmenlogo
W3-Professur für Hochleistungswerkstoffe Technische Universität Braunschweig
Braunschweig Zum Job 
Technische Universität Braunschweig-Firmenlogo
W3-Professur Mobile Maschinen und Nutzfahrzeuge Technische Universität Braunschweig
Braunschweig Zum Job 
Hochschule für angewandte Wissenschaften München-Firmenlogo
Professur für Technische Mechanik / Kontinuumsmechanik (W2) Hochschule für angewandte Wissenschaften München
München Zum Job 

Ob bei der Einführung eines neuen Systems, eines Tools oder eines neuen Prozesses: Erst wenn Mitarbeitende selbst aktiv werden, bleibt das Wissen hängen. Kleine Fehler, Unsicherheiten und Rückfragen gehören dazu – und sind sogar entscheidend. Denn wer selbst ausprobiert, versteht Zusammenhänge schneller, erkennt typische Stolpersteine und entwickelt ein Gefühl für Abläufe. Dieses Erfahrungswissen lässt sich kaum durch Präsentationen oder theoretische Schulungen ersetzen.

Genau hier setzt Lernen im Job statt im Seminarraum an. Training on the Job beschreibt Lernprozesse, die direkt während der Arbeit stattfinden. Mitarbeitende lernen also nicht isoliert in einem Seminarraum oder Onlinekurs, sondern mitten im Arbeitsalltag. Sie wenden neues Wissen sofort an, sammeln Erfahrungen und entwickeln ihre Fähigkeiten in realen Situationen – dort, wo sie später auch gebraucht werden.

Der entscheidende Vorteil liegt auf der Hand: Wissen bleibt besser im Kopf, wenn es sofort genutzt wird. Was man selbst ausprobiert hat, vergisst man nicht so schnell. Während klassische Seminare oft einen hohen Transferverlust haben – das Gelernte wird später im Alltag nur teilweise umgesetzt – integriert Training on the Job das Lernen direkt in die tägliche Arbeit. Mitarbeitende lernen nicht nebenbei, sondern während sie produktiv sind. Lernen und Arbeiten verschmelzen zu einem Prozess.

Warum Training on the Job immer wichtiger wird

In einer unsicheren und komplexen Arbeitswelt reicht es nicht mehr, Mitarbeitende nur gelegentlich zu schulen. Unternehmen brauchen eine kontinuierliche Kompetenzentwicklung.

Dafür gibt es drei zentrale Gründe:

  • Schneller Wandel: Technologien und Prozesse ändern sich ständig
  • Fachkräftemangel: Unternehmen müssen vorhandene Talente entwickeln
  • Wettbewerbsdruck: Wer schneller lernt, reagiert schneller auf Veränderungen

Training on the Job verbindet Lernen und Arbeiten – und wird dadurch zu einem strategischen Instrument moderner Personalentwicklung.

Das 70-20-10-Prinzip: Wie Menschen wirklich lernen

Ein bekanntes Modell aus der Personalentwicklung zeigt, wie Lernen im Job tatsächlich funktioniert:

  • 70 % durch praktische Erfahrung
  • 20 % durch Austausch mit anderen
  • 10 % durch formale Weiterbildung

Das bedeutet: Der größte Teil der Kompetenz entsteht nicht im Seminar, sondern, wie bereits erwähnt, durch Erfahrungen im Arbeitsalltag: Wenn Mitarbeitende neue Aufgaben übernehmen, Feedback erhalten und Herausforderungen lösen, entwickeln sie schneller und nachhaltiger Kompetenzen.

On-, Near- und Off-the-Job: Drei Lernformen im Vergleich

Unternehmen nutzen unterschiedliche Lernorte, um Mitarbeitende zu entwickeln:

Training on the Job

  • Lernen direkt am Arbeitsplatz
  • Sofortige Anwendung
  • Sehr praxisnah und kosteneffizient

Training near the Job

  • Lernen in Projekten oder Workshops mit Bezug zur Arbeit
  • Kombination aus Praxis und Reflexion

Training off the Job

  • Klassische Seminare oder externe Schulungen
  • Fokus auf Theorie und Grundlagen

Während Off-the-Job-Trainings weiterhin wichtig bleiben, gewinnt das Lernen im Arbeitsalltag zunehmend an Bedeutung – vor allem wegen seiner Geschwindigkeit und Effizienz.

Beliebte Methoden im Training on the Job

Beim Training on the Job gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie Lernen direkt im Arbeitsalltag stattfinden kann. Besonders wirkungsvoll ist zum Beispiel Mentoring und Coaching. Dabei begleiten erfahrene Mitarbeitende ihre weniger erfahrenen Kolleginnen und Kollegen, geben Feedback und teilen ihr Wissen. Durch diesen persönlichen Austausch lernen neue Mitarbeitende nicht nur fachliche Inhalte, sondern auch den Umgang mit Herausforderungen im Berufsalltag.

Allerdings muss man in dieser Hinsicht beachten, dass trotz des Trainings on the Job eine Personallücke entstehen kann. Wenn erfahrene Mitarbeitende neue Kolleginnen und Kollegen schulen oder coachen, stehen sie für ihre eigentlichen Aufgaben nur eingeschränkt zur Verfügung. Das bedeutet, dass ihre reguläre operative Arbeit in dieser Zeit teilweise liegen bleibt und das Team vorübergehend entlastet oder umverteilt werden muss. Unternehmen sollten dies bei der Planung berücksichtigen, um Engpässe zu vermeiden und sicherzustellen, dass sowohl das Tagesgeschäft als auch die Lernprozesse reibungslos ablaufen.

Beispiel die DB: So nutzt die Deutsche Bahn für solche Schulungen interne Expertinnen und Experten, doch dies stelle eine zusätzliche Herausforderung dar, die nicht zu unterschätzen sei. Es werde nicht nur fachliche Kompetenz benötigt – etwa in der Leit- und Sicherungstechnik –, sondern auch Personen, die didaktisch stark seien und in der Lage, zu lehren, zu begleiten und komplexe Inhalte verständlich zu vermitteln.

„Solche Fachleute zu finden, ist extrem schwierig. Und wenn wir unsere besten internen Spezialisten für Schulungen abziehen, fehlen sie natürlich im operativen Betrieb – in der Planung, Instandhaltung oder als Bezirksleitung. Das ist etwas, das uns tatsächlich weh tut, aber leider lässt es sich nicht vermeiden. Die Expertise muss weitergegeben werden, sonst funktioniert Re-skilling nicht“, sagte Niko Georgiadis, Head of Talent Acquisition – Engineers Germany bei der Deutsche Bahn gegenüber ingenieur.de.

Eine weitere Methode ist das sogenannte Job Shadowing. Hierbei beobachten neue oder wechselnde Mitarbeitende erfahrene Kolleginnen und Kollegen bei ihrer täglichen Arbeit. Sie sehen direkt, wie Aufgaben erledigt werden, wie Entscheidungen getroffen werden und wie Abläufe funktionieren. Das erleichtert den Einstieg in neue Aufgaben oder Rollen und sorgt dafür, dass sich Mitarbeitende schneller sicher fühlen.

Auch die Job Rotation ist eine beliebte Form des Trainings on the Job. Dabei wechseln Mitarbeitende in regelmäßigen Abständen ihre Abteilung oder ihren Aufgabenbereich. Dadurch lernen sie verschiedene Arbeitsprozesse kennen und entwickeln ein besseres Verständnis für das gesamte Unternehmen. Gleichzeitig fördert diese Methode Flexibilität und Zusammenarbeit zwischen den Teams.

Beim Job Enrichment werden bestehende Aufgaben erweitert, indem Mitarbeitende mehr Verantwortung oder Entscheidungsfreiheit erhalten. Sie können eigenständiger arbeiten und ihre Fähigkeiten stärker einbringen. Das steigert nicht nur die Motivation, sondern unterstützt auch die Entwicklung von Selbstständigkeit und Führungskompetenzen.

Technologie verändert das Lernen im Job

2026 wird Training on the Job stark von Technologie unterstützt. Vor allem künstliche Intelligenz verändert die betriebliche Weiterbildung.

KI-gestützte Lernsysteme analysieren Fähigkeiten und schlagen individuelle Lernpfade vor.
Microlearning liefert kurze Lernimpulse von wenigen Minuten – genau dann, wenn sie gebraucht werden.
Augmented Reality zeigt Mitarbeitenden Schritt-für-Schritt-Anleitungen direkt am Arbeitsplatz.
Lernen wird dadurch personalisiert, schneller und effizienter.

Wie Unternehmen Training on the Job erfolgreich einführen

Damit Training on the Job wirklich erfolgreich ist, reicht es nicht, einfach darauf zu hoffen, dass Mitarbeitende im Alltag schon nebenbei lernen. Entscheidend ist, dass bestimmte Voraussetzungen bewusst geschaffen werden. Zunächst müssen klare Lernziele definiert sein: Es sollte genau festgelegt werden, welche Fähigkeiten und Kenntnisse die Mitarbeitenden am Ende erworben haben sollen. Ebenso wichtig ist, dass Zeit zum Lernen eingeplant wird. Lernen darf nicht nur zwischen Tür und Angel stattfinden, sondern braucht bewusste Phasen, in denen Mitarbeitende sich weiterentwickeln können.

Eine gelebte Feedback-Kultur spielt dabei eine zentrale Rolle. Fehler werden nicht als Misserfolg gesehen, sondern als wertvolle Lernchancen genutzt. Auch qualifizierte Mentoren sind entscheidend: Fachwissen allein reicht nicht aus, um erfolgreich zu begleiten – pädagogische Fähigkeiten und die Fähigkeit, Wissen verständlich zu vermitteln, sind ebenso wichtig.

Moderne digitale Tools unterstützen das Training zusätzlich. Lernplattformen, Apps oder KI-gestützte Systeme helfen dabei, Lerninhalte zu organisieren, den Fortschritt zu verfolgen und individuell auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden einzugehen.

Ohne diese Struktur droht Training on the Job schnell zu unkoordiniertem „Learning by Doing“. Mit einer klaren Strategie wird daraus jedoch ein leistungsstarkes Lernsystem, das die Mitarbeitenden gezielt fördert und langfristig den Unternehmenserfolg stärkt.

Lernen wird Teil der Arbeit

Training on the Job ist längst mehr als eine Methode zur Einarbeitung. Es entwickelt sich zum Kern moderner Personalentwicklung.
Unternehmen, die Lernen fest in den Arbeitsalltag integrieren, profitieren mehrfach: Sie entwickeln schneller Kompetenzen, sparen Kosten und steigern die Motivation ihrer Mitarbeitenden.
Die Zukunft gehört Organisationen, in denen Lernen nicht mehr neben der Arbeit stattfindet – sondern Teil der Arbeit ist.

Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.