Künstliche Intelligenz im Job 06.03.2026, 13:30 Uhr

KI-Re-Skilling für Frauen: So gelingt gezielte Befähigung in Unternehmen

Zum Weltfrauentag am 8. März zeigt Kira Rentmeister, Account Executive bei Cisco, wie KI-Re-Skilling Frauen gezielt befähigen kann. Sie spricht über praxisnahe Hürden, Learning-by-Doing-Formate und die Rolle von Führungskräften. Außerdem gibt sie Einblicke in Governance und Leitplanken, damit KI-Weiterbildung verlässlich und wirksam wird.

Kira Rentmeister

Kira Rentmeister, Account Executive bei Cisco, spricht über praxisnahes KI-Re-Skilling und warum gezielte Weiterbildung Frauen stärker in die Entwicklung und Nutzung von KI einbinden kann.

Foto: Cisco

ingenieur.de: Frau Rentmeister, Sie sind seit fast drei Jahren bei Cisco und haben einen wirtschaftlichen Hintergrund. Wie sind Sie eigentlich zum Thema KI und Re-Skilling für Frauen gekommen?

Kira Rentmeister: Ja, genau – mein Bachelor und Master waren in BWL, aber während meines Masters habe ich mich stark auf AI und Big Data konzentriert. Ich habe gesehen, wie stark KI Unternehmen verändern kann, und gleichzeitig, wie viele Kolleg:innen noch unsicher sind, was KI für ihre Arbeit bedeutet. Genau da habe ich gemerkt: Es geht nicht nur um Technik, sondern auch um Kommunikation, Change Management und Weiterbildung – also das, was man heute unter Re-Skilling versteht. Für mich war es dann naheliegend, mich dafür einzusetzen, dass insbesondere Frauen ermutigt werden, sich diese Fähigkeiten anzueignen.

Unternehmen investieren massiv in künstliche Intelligenz. Wenn es um Weiterbildung und Nachqualifizierung geht – worauf kommt es aus Ihrer Sicht besonders an, damit Frauen hier stärker eingebunden werden?

Entscheidend ist, dass KI nicht nur oberflächlich genutzt wird. Es reicht nicht, einzelne Tools anzuwenden. Mitarbeitende sollten verstehen, wie die Technologie funktioniert, welche Logik dahintersteckt und wo ihre Grenzen liegen. Idealerweise gestalten sie Lösungen sogar aktiv mit. Gerade für Frauen ist dieser Perspektivwechsel wichtig: weg von der reinen Anwendung, hin zur Mitgestaltung von KI-Lösungen.
Interdisziplinäre Teams und praxisnahe Trainings

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Welche Rolle spielen Teams bei der Befähigung von Frauen in KI-Projekten?

Interdisziplinäre und heterogene Teams sind extrem hilfreich. Wenn unterschiedliche fachliche Hintergründe zusammenkommen, entsteht ein besseres Verständnis für Einsatzmöglichkeiten von KI. Gleichzeitig sinken Hemmschwellen, weil man voneinander lernt und sich gegenseitig unterstützt. Frauen bringen in solche Prozesse häufig Stärken ein – zum Beispiel Kommunikationsfähigkeit, ein gutes Gespür für Zusammenhänge und die Bereitschaft, Ergebnisse kritisch zu hinterfragen.

Und wie sollte Weiterbildung konkret gestaltet werden, um wirksam zu sein?

Trainings sollten praxisnah sein und sich an konkreten Anwendungsfällen orientieren. Standardisierte Online-Kurse allein greifen oft zu kurz. Entscheidend ist, dass Mitarbeitende erleben, wie KI ihren eigenen Arbeitsalltag verbessert und echten Mehrwert schafft.

Unterschiede im Lernverhalten zwischen Frauen und Männern

Beobachten Sie Unterschiede im konkreten Lernverhalten?

Ja, das nehme ich durchaus wahr. Frauen gehen häufig reflektierter an neue Technologien heran. Sie informieren sich gründlich, hinterfragen Ergebnisse und möchten verstehen, bevor sie etwas produktiv einsetzen. Dafür brauchen sie oft sichere Rahmenbedingungen, in denen Ausprobieren ausdrücklich erlaubt ist.

Wie reagieren Männer in diesem Kontext?

Männer neigen eher dazu, neue Tools direkt zu testen – nach dem Prinzip „learning by doing“. Beides hat Vorteile. Wichtig ist, dass Unternehmen Räume schaffen, in denen beide Herangehensweisen Platz haben.

Bei Cisco haben wir zum Beispiel jeden Mittwochmorgen einen offenen, halbstündigen Austausch zu Themen rund um KI-Agenten. Dort können Fragen gestellt, Erfahrungen geteilt und neue Anwendungen diskutiert werden. Solche Formate in gemischten Teams helfen, Unsicherheiten abzubauen. Ebenso wichtig ist eine klare Governance: transparente Regeln und Leitplanken, damit alle wissen, wie KI eingesetzt werden darf.

Gibt es Unterschiede zwischen Frauen und Männern im Umgang mit Zeit und Herangehensweise beim Re-Skilling?

Ja. Männer probieren eher direkt aus, während Frauen sich erst einlesen, recherchieren und dann experimentieren. Deshalb ist der Austausch im Team so wichtig: Praktische Erfahrung trifft auf analytisches Verständnis – so können alle voneinander lernen und sich effizient weiterentwickeln

Wie kann man erkennen, dass KI-Re-Skilling im Unternehmen wirklich funktioniert?

Harter Faktor: Die tatsächliche Nutzung von KI-Tools – schreiben Mitarbeitende E-Mails damit, bauen sie Agenten, recherchieren sie aktiv in Datenbanken? Weicher Faktor: Bildung von Communities, Austausch über Tools, gemeinsames Experimentieren. Wenn beides vorhanden ist, war das Re-Skilling erfolgreich. Führungskräfte, die selbst KI einsetzen, spielen dabei eine entscheidende Rolle.

Praktische Hürden für Frauen in KI-Projekten

Welche Hindernisse sehen Sie speziell für Frauen, wenn es darum geht, in KI-Projekten aktiv zu werden?

Ein zentrales Hindernis ist die verfügbare Zeit. Weiterbildung und Re-Skilling geraten im Arbeitsalltag häufig nach hinten, weil schlichtweg keine festen Zeitfenster dafür eingeplant sind. Gerade wenn man noch Kundentermine oder operative Aufgaben erledigen muss, bleibt oft wenig Raum, sich intensiv mit neuen Technologien wie KI auseinanderzusetzen.

Wie können Unternehmen dem entgegenwirken?

Es ist entscheidend, dass Unternehmen bewusst Räume und Zeit für Lernen schaffen. Bei Cisco haben wir zum Beispiel einmal im Quartal einen halben Tag fest reserviert, an dem ausschließlich Fortbildung stattfindet – ohne Kundentermine. Natürlich ist auch Selbstinitiative entscheidend: Jede:r muss den eigenen Antrieb mitbringen, Neues auszuprobieren. Aber allein die Initiative reicht nicht – der organisatorische Rahmen muss gegeben sein, damit Austausch, Lernen und kontinuierliches Skill-Building möglich werden.

Sichtbarkeit, Mitwirkung und Führung

Woran kann man erkennen, dass Frauen wirklich befähigt werden, KI aktiv zu nutzen und nicht nur passiv mitlaufen?

Man erkennt es vor allem an der Sichtbarkeit der Projekte. Es geht darum zu sehen, wie viele Frauen aktiv Leitung und Verantwortung in KI-Projekten übernehmen und wie viele wirklich mitgestalten. Bei Cisco teilen wir außerdem Success Stories, also konkrete Beispiele, wo Frauen Projekte geführt oder maßgeblich umgesetzt haben. Das schafft Vorbilder und motiviert andere

Welche Rolle spielen Führungskräfte dabei?

Führungskräfte müssen selbst aktiv KI nutzen, Hemmschwellen abbauen und als Vorbilder agieren. Reverse Mentoring zwischen jüngeren Mitarbeitenden, die mit Technologie aufgewachsen sind, und erfahreneren Führungskräften stärkt die Akzeptanz von KI im gesamten Unternehmen. Gleichzeitig hilft Mitwirkung von Frauen, Biases in Daten und Prozessen zu reduzieren – ein zentraler Faktor für erfolgreiche KI-Anwendungen.

Elemente eines wirksamen KI-Re-Skilling-Plans

Wenn ein Unternehmen einen Plan für KI-Re-Skilling aufstellt, welche Elemente dürfen auf keinen Fall fehlen?

Erstens: alltagsnahe Anwendungsbeispiele, die direkt im Arbeitsalltag genutzt werden können. Zweitens: zielgruppengerechte Trainings, die auf unterschiedliche Rollen im Unternehmen zugeschnitten sind – Sales, Tech oder Strategie. Drittens: interdisziplinäres Arbeiten, um Austausch und Lernen über Teams hinweg zu fördern. Viertens: klare Governance und Leitplanken, inklusive Datenschutz, Regeln für den Einsatz von KI und Verantwortlichkeiten.

Welche konkreten Fähigkeiten können Mitarbeitende dadurch aufbauen?

KI hilft, zeitintensive Aufgaben zu reduzieren und Effizienz zu steigern. Ich nutze KI zum Beispiel für Forecasts, Recherchen und Terminvorbereitungen, sodass mehr Zeit für den direkten Austausch mit Kund:innen bleibt. Jede:r sollte eine Skillmap erstellen: Welche Fähigkeiten habe ich? Was möchte ich lernen? Welche Aufgaben kosten besonders viel Zeit? Re-Skilling sollte zielgerichtet, individuell und je nach Rolle erfolgen.

Empfehlungen für Frauen im KI-Re-Skilling

Welche Empfehlungen würden Sie Frauen geben, die jetzt in KI-Re-Skilling einsteigen möchten?

Nutzt eure Stärken, besonders Kommunikationsfähigkeit, Analysevermögen und kritisches Hinterfragen. Seid mutig, probiert Tools aus und zeigt sichtbar, dass ihr aktiv mitarbeitet. Sucht Mentor:innen und Austauschpartner:innen – sowohl Frauen als auch Männer – und lernt voneinander. Fangt früh an: Programme wie der Girls Day bei Cisco zeigen jungen Mädchen die Chancen in Tech und KI.

Glauben Sie, dass KI mehr Mädchen für MINT-Berufe begeistern kann?

Ja, davon bin ich überzeugt. KI ermöglicht einen niedrigeren Einstieg, weil man nicht tief programmieren muss und Hemmschwellen sinken. Gleichzeitig ist frühzeitige Transparenz und Spaß an Technologie entscheidend. Programme wie der Girls Day zeigen konkret, wie ein Job in einem Technologieunternehmen aussieht, machen Einstieg greifbar und motivieren junge Mädchen, sich früh mit KI und Technologie auseinanderzusetzen.

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Ein Beitrag von:

  • Alexandra Ilina

    Alexandra Ilina ist Diplom-Journalistin (TU-Dortmund) und Diplom-Übersetzerin (SHU Smolensk) mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im Journalismus, in der Kommunikation und im digitalen Content-Management. Sie schreibt über Karriere und Technik.

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