Kommt neuer Beruf in der Batteriebranche?
Wie entstehen eigentlich neue Berufsbilder? In Branchen wie der Batterieindustrie zeigt sich, dass sich Ausbildung und Qualifizierung oft erst im Zusammenspiel von Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Institutionen entwickeln müssen.
Blick in die Produktion: In der Batterieindustrie entstehen neue Qualifikationsanforderungen – und möglicherweise auch neue Berufsbilder.
Foto: picture alliance/dpa | Martin Schutt
Für die Autoindustrie wird die Batterieproduktion immer wichtiger – doch ein klares Berufsbild für diesen Bereich gibt es bisher nicht. Ein Blick auf ein konkretes Beispiel zeigt, wie sich das ändern könnte.
Der chinesische Hersteller CATL will Nachwuchskräfte gezielt auf den wachsenden Bereich Batterietechnologie vorbereiten. Noch in diesem Jahr startet das Unternehmen in Deutschland ein Qualifizierungsprogramm für Auszubildende.
Der Zertifikatslehrgang vermittelt Grundlagenwissen rund um Batterien und richtet sich an Auszubildende im zweiten Jahr. Nach einer Abschlussprüfung erhalten die Teilnehmer ein IHK-Zertifikat.
Neue Technologien erfordern neue Berufsbilder
„Mit dem neuen Zertifikatslehrgang investieren wir gezielt in das Wissen und die Zukunft unserer Auszubildenden“, erklärte der Deutschland-Geschäftsführer von CATL, Matt Shen gegenüber der dpa.
Er sagte zudem, neue Technologien erforderten neue Ausbildungsinhalte und in einigen Fällen auch neue Berufsbilder. Deshalb arbeiteten die IHK Südthüringen und CATL nicht nur in der Ausbildung, sondern auch bei der Entwicklung eines neuen Berufsprofils zusammen.
Neue Ausbildungswege für die Batteriebranche
Gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Bildung prüft CATL, eine neue berufliche Fachrichtung im dualen Ausbildungssystem einzuführen. Ziel ist es, den wachsenden Qualifikationsbedarf der Batterieindustrie langfristig zu decken.
In Arnstadt produziert CATL seit 2023 Batteriezellen. Die Fertigung soll nach und nach ausgeweitet werden. An dem Standort arbeiten derzeit rund 1.700 Menschen, darunter etwa 30 Auszubildende. Die Contemporary Amperex Technology Thuringia GmbH beliefert verschiedene Autohersteller in Deutschland und Europa.
Ausbildung für die Batteriebranche wird ausgebaut
Der Präsident der IHK Südthüringen, Torsten Herrmann, erklärte, die Kooperationen mit einem der weltweit größten Batteriehersteller zeigten, dass internationale Unternehmen und regionale Institutionen gemeinsam Verantwortung für die Fachkräftesicherung übernehmen.
Die Ausbilder werden im Rahmen eines vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Projekts geschult. Dabei gehe es darum, praxisnahe Qualifizierungsangebote für die Batteriebranche zu entwickeln und so zur Fachkräftesicherung beizutragen. Vermittelt werde technisches Fachwissen – von Materialkunde über Fertigungsprozesse bis hin zum Recycling. Auch rechtliche und arbeitsschutzrelevante Themen spielten eine Rolle, die sich aus dem Einsatz neuer Technologien ergeben. (mit dpa)
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