Executive MBA 05.02.2026, 16:30 Uhr

VDI-nachrichten-Stipendiat Dennis Schmieder: „Mein zentrales Motiv ist die Freiheit“

Warum ein Executive MBA? Ingenieur Dennis Schmieder berichtet über Motivation, Karriereziele und den Wert des VDI nachrichten-Stipendiums an der RWTH Aachen.

Dennis Schmieder

Dennis Schmieder hat sich auf den Weg gemacht und steuert den Executive MBA an der RWTH Aachen an. Er freut sich, dass er dort auf 22 hoch motivierte Leute trifft.

Foto: Lena Keller/Schnorr GmbH

Seit Oktober 2025 absolviert der Ingenieur Dennis Schmieder  den Executive MBA an der RWTH Aachen mithilfe des VDI nachrichten-Stipendiums. Warum er sich dazu entschlossen hat und wie ihm unser Stipendium weiterhilft.

VDI nachrichten: Herr Schmieder, warum soll es der Executive MBA sein?

Schmieder: Ich möchte noch einmal über den Tellerrand blicken und neue Kompetenzen und Reize in Technologie und Führung erfahren sowie den Austausch mit motivierten, neugierigen und gleichgesinnten Kommilitonen und Dozenten suchen. Ich bin noch nicht lange dabei, seit Oktober vergangenen Jahres, aber meine Erwartungen haben sich bisher erfüllt.

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Ich bin nicht auf spezielle Zusatzkompetenzen scharf, sondern möchte mich in der Breite entwickeln. Ziel ist es einerseits, mich persönlich neu aufzustellen und andererseits bei der Jobauswahl eine möglichst große Freiheit zu haben.

Das mit der Freiheit und der Jobauswahl wird Ihr Arbeitgeber nicht gerne lesen.

Es geht aktuell nicht um einen Jobwechsel. Mein Job macht mir viel Spaß. Zentrales Motiv ist die Freiheit. Je mehr Bildung ich habe, desto mehr Wahlmöglichkeiten stehen mir offen, sollte ich irgendwann Lust auf eine neue Herausforderung bekommen.

Sie haben an der Portland State University den Master Engineering Management absolviert. Das war doch schon eine Managementausbildung.

Von den Inhalten her war es teilweise vergleichbar mit dem MBA. Das US-amerikanische Studium war allerdings nicht ganz so anspruchsvoll wie ein Managementstudium hierzulande. Außerdem ist seit meinem Studium in den USA vor 20 Jahren viel passiert. Da drängt es sich geradezu auf, vieles aufzufrischen und noch mehr draufzusatteln.

Zur Person

Dennis Schmieder (43)

  • Studierte an der Universität Stuttgart Dipl.-Ing. Technologiemanagement (nach eigener Aussage: 90 % Maschinenbau, 10 % BWL).
  • Absolvierte an der Portland State University den Master Engineering Management.
  • 2010–2015: Siemens, Frankfurt (unterschiedliche Funktionen).
  • 2015–2019: Siemens, Berlin – Fertigungsleiter sowie LEAN Coach (Business Unit Medium Voltage & Systems).
  • Seit 2019: Beim Automobilzulieferer Schnorr, zunächst Betriebsleiter, später Leiter Operations.
  • Seit Oktober 2025: Executive MBA an der RWTH Aachen.

 

Wo soll der MBA Sie in Ihrer Karriere hinführen: eher auf die Fachkarriere-Schiene oder auf die Führungsebene?

Ich fühle mich auf der Führungsschiene sehr wohl. Ich denke unternehmerisch, übernehme gerne Verantwortung, mag Menschen und gestalte gerne. Da ist eine Führungsposition die logische Konsequenz, vielleicht sogar irgendwann in einem eigenen Unternehmen. Mal schauen.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Ihren Chefs gemacht? Vielleicht wollen Sie ja zeigen, dass Sie es besser können.

Ich hatte die unterschiedlichsten Chefs, von sehr strukturiert bis sehr chaotisch. Jeder hatte wertvolle Fähigkeiten und von jedem konnte man etwas lernen. Manche wurden nach oben gespült, die wären mit einer Fachkarriere besser gestellt gewesen. Es ist wichtig, zu wissen, wer was im Unternehmen kann, was man selbst nicht so gut beherrscht. Wichtig ist auch, mit allen Ebenen reden zu können, die Sprache aller Beschäftigten zu verstehen. Aber natürlich werde ich auch bei aller noch so guten Bildung kein perfekter Chef sein. Anstreben und kontinuierlich reflektieren sollte man es aber.

Wie zeit- und kraftraubend ist der EMBA? Wie vereinbaren Sie das mit Beruf und Familie?

Durch die individuelle Vorbereitung mithilfe der Materialien und Videos sowie der Kurse en bloc in Aachen, zu denen auch Aufenthalte im Ausland gehören, kann ich das Ganze gut mit Beruf und Familie vereinbaren. Aber natürlich muss man kontinuierlich und diszipliniert am Ball bleiben. Ich empfinde es aber nicht als Belastung. Sich neues Wissen anzueignen, macht schlichtweg Spaß. Und das ganze Paket zu organisieren, ist auch eine gute Praxisübung.

Was schätzen Sie besonders am EMBA in Aachen?

Die Aachener Printen und den Werksverkauf der Lindt Schokoladenfabrik. Im Ernst: Ich wollte einen MBA, der neben dem Thema Führung einen starken Technologiebezug hat, da das Management von und mit Technologien meines Erachtens immer wichtiger wird. Hier bietet die RWTH eine enorme Bandbreite auf sehr hohem Niveau. Nicht umsonst genießt die Uni weltweit einen exzellenten Ruf.

Was könnte (noch) besser sein?

Die Heterogenität unseres Jahrgangs ist hinsichtlich des beruflichen Hintergrunds und der Erfahrungen sehr hoch. Was gut tun könnte, wäre eine größere kulturelle Diversität. Im Studiengang sind fast ausschließlich Männer. Mehr Frauen würden den Kurs sicherlich bereichern. Das wäre das Tüpfelchen auf dem i. Ansonsten finde ich es bisher wirklich top. Ich freue mich jedes Mal auf die Tage in Aachen.

Für wen lohnt sich der MBA, für wen nicht?

Ich denke, er lohnt sich grundsätzlich für alle, die sich persönlich und beruflich weiter entwickeln wollen. Investitionen in Bildung sind ja bekanntlich die besten Investitionen. Aber wenn jemand keine Lust auf den offenen Austausch von Erfahrungen und Meinungen hat, würde sich die finanzielle Investition in einen EMBA sicherlich kaum lohnen. Es gäbe keinen Mehrwert.

Das Netzwerken spielt auch eine große Rolle?

Ja, absolut. Im Studiengang treffe ich auf 22 hoch motivierte Leute. Es gibt immer ein Abendprogramm, in dem man sich in lockerer Atmosphäre austauscht und auch mal über vertrauliche Sachen spricht. Das Menschliche ist super wertvoll.

Welche Bedeutung hat das Stipendium der VDI nachrichten für Sie?

Ich bin auf jeden Fall sehr dankbar dafür. Da ich das Studium inklusive Nebenkosten komplett selbst bezahle und für die Studientage vor Ort teilweise unbezahlten Urlaub nehme, hilft es die finanzielle Belastung abzufedern.

Zum VDI nachrichten-Stipendium

Die VDI nachrichten unterstützen Fach- und Führungskräfte mit Stipendien für ausgewählte Weiterbildungsprogramme.

  • RWTH Aachen Business School
    Executive MBA (EMBA), berufsbegleitend:
    bis zu 10.000 € Stipendium von 39.000 € Studiengebühr
  • KIT – Hector School of Engineering & Management (Karlsruhe Institute of Technology)
    M.Sc. Mobility Systems Engineering & Management sowie M.Sc. Management of Product Development, beide berufsbegleitend:
    je 15.000 € Stipendium von 36.000 € Studiengebühr
  • ESCP Europe Wirtschaftshochschule Berlin
    Executive MBA (EMBA):
    10.000 € Stipendium von 83.000 € Studiengebühr
    MBA in International Management:
    10.000 € Stipendium von 60.500 € Studiengebühr
    General Management Program (GMP), berufsbegleitend:
    3 × 5.000 € Stipendium von 33.000 € Studiengebühr
  • IMD – International Institute for Management Development
    MBA, Vollzeit:
    bis zu 30.000 CHF Stipendium von 97.500 CHF Studiengebühr
  • WBH – Wilhelm Büchner Hochschule (Mobile University)
    Alle Masterstudiengänge (z. B. M.Sc. Innovations- und Technologiemanagement), berufsbegleitend:
    4 × 6.468 € Stipendium von 12.936 € Studiengebühr
  • HHL Leipzig Graduate School of Management
    Part-Time MBA, berufsbegleitend:
    2 × ca. 8.000 € Stipendium von 42.500 € Studiengebühr
  • Catolica Nova Lisbon School of Business and Economics
    The Lisbon Executive MBA, berufsbegleitend:
    3 × 5.000 € Stipendium von 34.900 € Studiengebühr

Mehr Infos: www.ingacademy.de/Campus

 

Ein Beitrag von:

  • Wolfgang Schmitz

    Wolfgang Schmitz

    Redakteur VDI nachrichten
    Fachthemen: Bildung, Karriere, Management, Gesellschaft

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