Hays-Fachkräfteindex 04.05.2026, 11:26 Uhr

Stellenmarkt: IT-Stellen boomen, Ingenieurjobs schwächeln

Während die IT-Nachfrage kräftig wächst, bleibt der Ingenieurmarkt trotz Zuwächsen zurück. Warum das so ist – und welche Bereiche weiterhin gefragt sind.

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Ingenieure können sich im Gegensatz zu IT-Fachkräften kaum über eine Belebung des Arbeitsmarktes freuen.

Foto: Smarterpix/garagestock

Der Hays-Fachkräfte-Index misst die Nachfrage nach Spezialisten auf Basis von Stellenanzeigen. Ausgangspunkt ist ein Wert von 100 im ersten Quartal 2015. Liegt der Index darunter, ist die Nachfrage geringer als damals, liegt er darüber, ist sie höher.

Im ersten Quartal 2026 steigt der Gesamtindex über alle Branchen hinweg zwar um 26 Punkte, erreicht aber nur 62 und bleibt damit klar unter den Niveaus der Vorjahre. Der Anstieg zum Jahresbeginn ist daher eher als kurzfristige Belebung zu interpretieren denn als nachhaltige Trendwende.

IT-Arbeitsmarkt 2026: Frühjahrsbelebung hebt Wert fast auf Ursprungsniveau

Im IT-Bereich zeigt sich zum Jahresauftakt eine deutliche Belebung. Die Zahl der Stellenausschreibungen steigt von 67.556 im vierten Quartal 2025 auf 83.360 im ersten Quartal 2026. Das entspricht einem Zuwachs von mehr als 15.800 Stellen beziehungsweise 23 %.

Parallel dazu klettert der Index um 37 Punkte auf 96 und erreicht damit fast wieder das Niveau von 2015. Besonders stark gefragt sind spezialisierte Profile wie SAP-Entwickler, IT-Security-Experten und Datenbankentwickler, deren Nachfrage deutlich überdurchschnittlich wächst.

Einsatz von KI führt zu Belebung des IT-Arbeitsmarktes

Die Entwicklung zeigt laut Hays, dass Unternehmen gezielt in Schlüsselkompetenzen investieren. Digitalisierung, Datensicherheit und der Einsatz von künstlicher Intelligenz treiben den Bedarf, während breit angelegte Einstellungsprogramme weiterhin ausbleiben.

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Ingenieur-Arbeitsmarkt: Wachstum bleibt begrenzt

Auch im Ingenieurbereich steigt die Zahl der Ausschreibungen, allerdings deutlich moderater. Nach 24.553 Stellen im vierten Quartal 2025 werden im ersten Quartal 2026 rund 28.748 Positionen ausgeschrieben. Das entspricht einem Plus von gut 4.000 Stellen beziehungsweise rund 17 %.

Für das verarbeitende Gewerbe zeigt der Fachkräfteindex im ersten Quartal 2026 eine leicht veränderte Nachfragestruktur. Zwar ist der Index saisonbedingt um 10 Prozentpunkte auf minus 26 % gestiegen, das Niveau bleibt jedoch weiterhin verhalten.

Energieinfrastruktur und Netzausbau sind die Treiber

Besonders anhand der Stellenprofile, die von diesem Zuwachs profitieren, wird deutlich, dass sich die Nachfrage zunehmend von konkreten Investitionsfeldern abhängt. Den stärksten Anstieg verzeichnen mit 42 Prozentpunkten die Planungsingenieure. Bauingenieure, Automatisierungs-, Betriebs-, und Elektroingenieure folgen mit jeweils 39, 32 und 21 Prozentpunkten.

Arbeitsmarkttrend 2026: Selektive Nachfrage prägt beide Bereiche

Trotz der unterschiedlichen Dynamik zeigt sich ein gemeinsamer Trend. Unternehmen besetzen Positionen zunehmend selektiv und fokussieren sich auf Kompetenzen, die unmittelbar zur Umsetzung strategischer Projekte beitragen.

Im IT-Bereich profitieren davon vor allem hochspezialisierte Fachkräfte. Im Engineering hängt die Nachfrage stärker von konkreten Investitionen ab und bleibt auf bestimmte Branchen und Projekte konzentriert.

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