Palantir-Chef stellt Einwanderung komplett infrage – wegen KI
Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos sorgt der Palantir-Chef für Aufsehen: Seine These lautet, dass künstliche Intelligenz künftig die Notwendigkeit von Einwanderung überflüssig machen könnte. Während viele über Jobverluste durch KI diskutieren, stellt er damit die gesamte Fachkräfte-Debatte infrage.
Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos: Palantir-Chef wagt kühne Prognose zur Zukunft von Arbeitsmarkt und Migration.
Foto: picture alliance/KEYSTONE/Gian Ehrenzeller
Die Sorge, dass künstliche Intelligenz Arbeitsplätze gefährden könnte, ist keineswegs neu. Seit Jahren diskutieren Experten darüber, welche Tätigkeiten durch Automatisierung und intelligente Systeme ersetzt werden könnten – von Routinetätigkeiten in der Verwaltung bis zu Aufgaben in Produktion und Datenanalyse. Für viele Beschäftigte bleibt die Unsicherheit spürbar: Welche Rolle werden Menschen in einer zunehmend von Maschinen gesteuerten Arbeitswelt noch spielen?
Palantir geht einen Schritt weiter
Das amerikanische Software-Unternehmen Palantir wagt nun einen Schritt, der über die bisherigen Prognosen hinausgeht: KI könnte künftig so viele Aufgaben übernehmen, dass eine großflächige Einwanderung zur Sicherung der Wirtschaft und des Arbeitsmarkts in westlichen Industrienationen möglicherweise gar nicht mehr nötig wäre. Besonders für Jobs mit abgeschlossener Berufsausbildung könnte dies bedeuten, dass offene Stellen vermehrt von einheimischen Arbeitskräften besetzt werden – ein Szenario, das die Debatte um Fachkräftemangel und Zuwanderung in einem neuen Licht erscheinen lässt.
„Diese Trends machen es schwer vorstellbar, warum wir Einwanderung in großem Maßstab haben sollten – außer wenn jemand sehr spezielle Fähigkeiten besitze.“, sagte Firmenchef Alex Karp beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Im Westen gebe es das „unglückliche“ Narrativ, dass künstliche Intelligenz Menschen die Jobs wegnehmen werde.
Experten gehen davon aus, dass KI-Software vor allem Büroangestellten zunehmend Routineaufgaben abnehmen wird. Einige große Unternehmen haben darauf bereits reagiert und im Zuge der Automatisierung Stellen in erheblichem Umfang gestrichen.
Effizienz für Unternehmen, Kritik von Datenschützern
Parallel dazu entwickelt Palantir Software, die einerseits Geschäftsprozesse analysieren und optimieren kann, andererseits von Militär und Sicherheitsbehörden genutzt wird, um Informationen aus unterschiedlichen Quellen zusammenzuführen. Dies ist unter anderem bei Ermittlungen oder der Geheimdienst-Aufklärung von Bedeutung.
Gleichzeitig gibt es Kritik und Bedenken: Datenschutzfragen stehen im Raum, und die Nutzung der Software durch staatliche Behörden hat politisch kontroverse Debatten ausgelöst. So wird der Einsatz der Technologie unter anderem in Zusammenhang mit Programmen gesehen, die umstrittene Migrations- und Abschiebungsmaßnahmen unterstützen. (mit dpa)
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