Jobs im Trend 2026: KI, Nachhaltigkeit und handfeste Skills gefragt
Der Arbeitsmarkt bleibt herausfordernd – und auch 2026 ist kein klarer Aufwärtstrend in Sicht. Wer aber genau hinschaut, entdeckt Chancen: LinkedIn hat seine Liste der „Jobs im Trend“ veröffentlicht, die zeigt, welche Berufe in den vergangenen drei Jahren besonders stark gewachsen sind.
LinkedIn zeigt die Jobs im Trend 2026: Wer Skills ausbaut, flexibel bleibt und auf Wachstumsbranchen setzt, bleibt gefragt.
Foto: Smarterpix/BongkarnGraphic
Dieses Jahr stechen vor allem zwei Rollen aus dem boomenden Bereich Künstliche Intelligenz (KI) heraus: Leiter*innen KI und KI-Entwickler*innen. Aber auch traditionelle Fachkräfte werden wieder verstärkt nachgefragt: Praktische Ausbildungsberufe, Positionen im Bereich Arbeitssicherheit, Nachhaltigkeit, Energie sowie Infrastruktur- und Mobilitätsberufe wie Bauleiter*innen, Zugführer*innen oder Busfahrer*innen sind im Kommen.
Inhaltsverzeichnis
Unter jedem Beruf auf der Liste gibt LinkedIn nützliche Infos: Welche Skills sind gefragt, in welchen Regionen gibt es Jobs, wie flexibel sind die Arbeitsmodelle?
Bei genauerem Blick auf die Liste zeigt sich: Technische Berufe stehen weiterhin hoch im Kurs. Wir haben uns die Daten genau angeschaut und insbesondere Rollen untersucht, die auf Technologie, Ingenieurwesen und IT spezialisiert sind. Ob KI-Entwickler*innen, IT-Spezialist*innen, Energie-Manager*innen oder Bauleiter*innen – alle diese Berufe verbinden Fachwissen mit praktischer Umsetzung. Sie sind nicht nur gefragt, weil Unternehmen wachsen, sondern auch, weil sie konkrete Probleme lösen, Prozesse optimieren und Innovationen vorantreiben. Wer also in einem technischen Beruf arbeitet oder sich dorthin entwickeln möchte, hat aktuell besonders gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
KI an der Spitze
Leiter*in KI
Wer als Head of AI unterwegs ist, entscheidet über Strategien, Tools und KI-Lösungen, die zum Unternehmen passen – und die Mitarbeitenden nicht überfordern.
- Skills: Große Sprachmodelle (LLM), Retrieval-Augmented Generation (RAG), MLOps
- Branchen: IT-Dienstleistungen, Unternehmensberatung, Technologie
- Hotspots: München, Berlin/Brandenburg, Hamburg
- Geschlechterverteilung: 23 % Frauen, 77 % Männer
Berufserfahrung: ca. 4,8 Jahre
Hybrid: 53 %
KI-Entwickler*in
KI-Entwickler*innen programmieren, testen und warten KI-Software und Machine-Learning-Modelle – der tägliche Umgang mit Code und Daten ist garantiert.
- Skills: LLM, RAG, PyTorch
- Branchen: Technologie, IT-Dienstleistungen, Unternehmensberatung
- Hotspots: München, Berlin/Brandenburg, Köln/Bonn
- Geschlechterverteilung: 17 % Frauen, 83 % Männer
- Berufserfahrung: ca. 3 Jahre
- Hybrid: 45 %
Schlägt KI-Kompetenz den Jobtitel?
Die Diskussionen rund um KI zeigten klar: Es geht weniger um neue Titel als um echte Wertschöpfung. In vielen Unternehmen fehlten nicht zusätzliche KI-Experten, sondern Menschen, die Prozesse wirklich verstehen und dieses Wissen mit Technologie verbinden können. KI-Kompetenzen seien unverzichtbar – doch wer sich nur als KI-Spezialist bezeichne, ohne tief in die Abläufe einzutauchen, greife zu kurz. Entscheidend sei daher, gezielt Fachexperten weiterzubilden und sie mit den nötigen KI-Fähigkeiten auszustatten.
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Klassische Fachkräfte bleiben gefragt
Geophysiker*in
Geophysiker*innen analysieren Karten, Bohrdaten und Messungen, um Ressourcen wie Öl, Gas oder Mineralien zu entdecken oder Gutachten für Bauprojekte zu erstellen.
- Skills: 3D-seismische Interpretation, Erdölgeologie, Petrel
- Branchen: Unternehmensberatung, Bergbau, Tiefbau
- Hotspots: Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg, München, Hamburg
- Geschlechterverteilung: 35 % Frauen, 65 % Männer
- Berufserfahrung: ca. 3,2 Jahre
- Hybrid: 41 %
IT-Spezialist*in
IT-Spezialist*innen kümmern sich um die Technologie-Infrastruktur: Sie installieren Systeme, planen Audits und implementieren Sicherheitsmaßnahmen gegen Cyberangriffe.
- Skills: ISO 27001, Informationssicherheitsmanagement, Schwachstellenmanagement
- Branchen: IT-Dienstleistungen, Kreditvermittlung, Versicherungswesen
- Hotspots: München, Frankfurt/Rhein-Main, Berlin/Brandenburg
- Geschlechterverteilung: 20 % Frauen, 80 % Männer
- Berufserfahrung: ca. 4,3 Jahre
- Hybrid: 59 %
Nachhaltigkeitsmanager*in
Sustainability Manager*innen sorgen dafür, dass Geschäfts- und Nachhaltigkeitsziele Hand in Hand gehen. Sie entwickeln, steuern und evaluieren Strategien und Maßnahmen für Unternehmen.
- Skills: Nachhaltigkeitsberichterstattung, Corporate Sustainability, Nachhaltigkeitsberatung
- Branchen: Unternehmensberatung, IT-Dienstleistungen, Maschinenbau
- Hotspots: München, Frankfurt/Rhein-Main, Berlin/Brandenburg
- Geschlechterverteilung: 59 % Frauen, 41 % Männer
- Berufserfahrung: ca. 3,3 Jahre
- Hybrid: 47 %
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Energie-Spezialist*in
Energie-Manager*innen analysieren Verbrauchsdaten, führen Audits durch und identifizieren effiziente, nachhaltige Lösungen für Unternehmen.
- Skills: Energieeffizienz, Energiemanagement, Erneuerbare Energien
- Branchen: Dienstleistungen für erneuerbare Energien, Unternehmensberatung, IT-Dienstleistungen
- Hotspots: Berlin/Brandenburg, München, Köln/Bonn
- Geschlechterverteilung: 24 % Frauen, 76 % Männer
- Berufserfahrung: ca. 2,5 Jahre
- Hybrid: 75 %
Bauleiter*in
Bauleiter:innen koordinieren Bauprojekte, halten Budgets ein und sorgen für Compliance sowie Arbeitssicherheit – ein Mix aus Organisationstalent und technischer Expertise.
- Skills: Baumanagement, Basic Engineering, Baustellenmanagement
- Branchen: Immobilien, Maschinenbau, Transportausrüstung
- Hotspots: Frankfurt/Rhein-Main, Berlin/Brandenburg, Hamburg
- Geschlechterverteilung: 15 % Frauen, 85 % Männer
- Berufserfahrung: ca. 4,2 Jahre
- Hybrid: 32 %
Und genau hier liegt der springende Punkt: Wie mehrere aktuelle Studien und Diskussionen zeigen, gibt es heute kaum noch lineare, statische Karrieren. Der klassische Weg – Ausbildung oder Studium, ein Beruf, ein Arbeitgeber – wird zunehmend zur Ausnahme. Stattdessen verändern sich Jobprofile ständig, neue Technologien entstehen und Anforderungen verschieben sich. Es entstehen immer neue Jobprofile und Berufe, je nach dem, was gebraucht wird.
Für die Liste „Jobs im Trend“ hat LinkedIn Millionen von Stellen ausgewertet, die Mitglieder zwischen Januar 2023 und Juli 2025 angenommen haben. Nur Berufe mit positivem Wachstum, ausreichend offenen Stellen und einer nennenswerten Größe bis 2025 kamen ins Ranking. Praktika, Studentenjobs oder Interimspositionen flossen nicht ein. Auch gleiche Jobtitel auf verschiedenen Karrierestufen wurden zusammengefasst.
Die Daten zu Skills, Branchen, Regionen, Geschlechterverteilung, Berufserfahrung und Hybrid-Arbeitsmodellen stammen aus LinkedIn-Profilen der Mitglieder und aus Stellenanzeigen. So lässt sich genau erkennen, welche Fähigkeiten gefragt sind, wo die Jobs angeboten werden und wie flexibel die Arbeit tatsächlich ist.
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