Anzeige

Deutschland-Studie zeigt: Das Problem sind nicht zu viele Krankmeldungen

21. April 2026

Eine Person hält eine ausgefüllte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung in der Hand. Im Hintergrund ist unscharf ein Tisch mit Medikamenten zu sehen.
Eine Person hält eine ausgefüllte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung in der Hand. Im Hintergrund ist unscharf ein Tisch mit Medikamenten zu sehen. Foto: picture alliance/dpa | Sina Schuldt
Studie zu Krankschreibungen: Mehr Beschäftigte arbeiten krank als unberechtigt zu fehlen. Stress und Arbeitsbelastung sind Hauptursachen für Fehlzeiten.
Anzeige
Anzeige


Eine Studie des Zentrums für Präventivmedizin und Digitale Gesundheit (CPD) der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg zeigt: In Deutschland gehen mehr Beschäftigte krank zur Arbeit (Präsentismus), als dass sie sich unberechtigt krankmelden. Damit wird der häufig diskutierte Missbrauch von Krankschreibungen deutlich relativiert.

Inhaltsverzeichnis

Präsentismus in Deutschland häufiger als falsche Krankmeldungen

Das sogenannte Präsentismus-Phänomen – also das Arbeiten trotz Krankheit – tritt laut Studie deutlich häufiger auf als freiwillige Fehlzeiten ohne medizinischen Grund. Die Ergebnisse stellen damit gängige Annahmen über „zu viele Krankmeldungen“ infrage.

Anzeige
Anzeige

Telefonische Krankschreibung beeinflusst Fehlzeiten kaum

Ein zentraler Befund der Studie: Der Zugang zu telefonischen oder telemedizinischen Krankschreibungen hat keinen wesentlichen Einfluss auf das Ausmaß falscher Krankmeldungen oder freiwilliger Abwesenheit.

Stattdessen zeigen sich klare Hauptursachen für Krankmeldungen:

  • Hoher Arbeitsstress
  • Rollenkonflikte im Job
  • Geringes Arbeitsengagement

Lesen Sie auch: Warum die telefonische Krankschreibung abgeschafft werden könnte

Anzeige
Anzeige

Ursachen für Krankmeldung liegen in der Arbeitsbelastung

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Krankmeldungen weniger durch Missbrauch entstehen, sondern vor allem durch belastende Arbeitsbedingungen. Besonders relevant sind Stress, Konflikte zwischen Aufgabenrollen sowie eine emotionale Distanz zum Arbeitsplatz („innere Kündigung“).

Lesen Sie auch: „Die faulen Deutschen?“ im Faktencheck: Guido Zander über Arbeit, Mehrarbeit und Produktivität

Anzeige
Anzeige

Reformdebatte um Krankschreibungen greift zu kurz

Die aktuelle politische Diskussion über mögliche Fehlanreize bei Krankschreibungen konzentriert sich stark auf Missbrauchsrisiken. Laut Studie werden dadurch die eigentlichen Ursachen von Fehlzeiten jedoch nur unzureichend adressiert.

Indirekte Befragung zeigt realistischere Zahlen zu Krankmeldungen

Da klassische Befragungen bei sensiblen Themen oft verzerrte Antworten liefern, nutzten die Forschenden eine indirekte Befragungsmethode. Hintergrund ist die sogenannte soziale Erwünschtheit, bei der Befragte ihr Verhalten tendenziell beschönigen.

Die Studie basiert auf einer repräsentativen Stichprobe von 1.964 Beschäftigten in Deutschland und ermöglicht dadurch eine realistischere Einschätzung des tatsächlichen Verhaltens.

Deutlich mehr freiwillige Fehlzeiten als in direkten Befragungen

Die Ergebnisse zeigen einen klaren Unterschied zwischen den Erhebungsmethoden:

  • Direkte Befragung: 18,6 % gaben an, sich mindestens einmal krankgemeldet zu haben, obwohl sie arbeitsfähig waren
  • Indirekte Befragung: 34,6 % – nahezu doppelt so hoher Wert

Gleichzeitig zeigt sich ein gegenläufiger Trend im Arbeitsverhalten: 67,2 % der Befragten gaben an, im vergangenen Jahr trotz Krankheit gearbeitet zu haben.

„Menschen gehen häufiger krank zur Arbeit als sie sich krankmelden“

„Unsere Ergebnisse legen nahe, dass der Fokus auf falsche Krankmeldungen zu kurz greift“, so das Forschungsteam um Professor Dr. Falko Sniehotta, Leiter der Abteilung für Public Health, Sozial- und Präventivmedizin innerhalb des CPD. „Viel häufiger ist das Gegenteil der Fall: Menschen gehen krank zur Arbeit.“

Arbeitsbedingungen sind der wichtigste Hebel gegen Fehlzeiten

Die Studienautoren empfehlen, den Fokus stärker auf Arbeitsbedingungen zu legen, um Fehlzeiten nachhaltig zu reduzieren. Besonders wirksam erscheinen Maßnahmen zur Verringerung von Stress, Burnout-Risiken und Rollenkonflikten im Arbeitsalltag.



Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

Bauingenieur (m/w/d) Fachrichtung Tiefbau, Straßenbau oder Siedlungshydrologie
Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR (GMSH)

21.09.2026
Eutin
Junior Projektingenieur Papierverarbeitung (m/w/d)
Fripa Papierfabrik Albert Friedrich KG

21.09.2026
Miltenberg
Teamleiter (m/w/d) Vertrieb und Kalkulation TGA
LIST AG

21.09.2026
Düsseldorf
Ingenieur:in Explosionsschutz als Fachleiter:in
TÜV NORD CERT GmbH

21.09.2026
Essen
Architekt (m/w/d) mit Schwerpunkt im Bereich Projektmanagement
Stadt Biberach an der Riß

21.09.2026
Biberach
EMSR Techniker (m/w/d)
VESTOLIT GmbH

22.09.2026
Marl
Bauüberwacher (m/w/d) Straßenverkehrsanlagen
Bundesagentur für Arbeit - Vössing Ingenieurgesellschaft mbH

22.09.2026
Stuttgart
Bauingenieur/-in (m/w/d)
Bundesagentur für Arbeit - Landeshauptstadt Stuttgart

22.09.2026
Stuttgart
Technische/r Projektmitarbeiter/in (m/w/d) – Bauwesen / Projektkoordination
Bundesagentur für Arbeit - Dr. Kerner GmbH & Co. KG

22.09.2026
Stuttgart
Ingenieurin / Ingenieur mit Master in Informatik / Elektrotechnik – Beamten- Ausbildung (m/w/d)
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr

22.09.2026
deutschlandweit
Offizierin / Offizier Anwärter/in – Führungskraft Oberfähnrichmodell mit Bachelor (Master) (m/w/d)
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr

22.09.2026
deutschlandweit
Ingenieurin / Ingenieur mit Master – Beamten- Ausbildung (m/w/d)
Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr

22.09.2026
deutschlandweit
Teamleitung (w/m/d) Konstruktiver Ingenieurbau
Die Autobahn GmbH des Bundes

22.09.2026
Hamm
Teamleiter (m/w/d) Vertrieb und Kalkulation TGA
LIST Ingenieure GmbH & Co. KG

22.09.2026
Bielefeld
Senior Projektingenieur (m/w/d) – EMSR-Technik – Projektmanagement
REUTERS INGENIEUR GmbH

22.09.2026
Hofheim
Technische*r Angestellte*r (Techniker*in oder Ingenieur*in) Werkstofftechnik, Physiktechnik, Maschinenbau
Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP)

22.09.2026
Garching
Ingenieurin (m/w/d) / Techniker (m/w/d) der Mess- und Regelungstechnik für Gebäudeautomation
Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH)

22.09.2026
Eutin, Lübeck
Leitung Entwicklung (w/m/d) Mechatronische Systeme / Industrielle Sicherheits- und Automatisierungstechnik
Bernstein AG

22.09.2026
Porta Westfalica
Planungsingenieur (w/m/d) und Projektsteuerung – Verkehrsinfrastruktur und Gleisplanung
Ruhrbahn GmbH

22.09.2026
Essen
Gruppenleiter:in Automatisierungstechnik
TraveNetz GmbH

22.09.2026
Lübeck

Weitere Artikel



Anzeige
Anzeige