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Käseherstellung vor 7000 Jahren: die Tricks der frühen Bauern

19. November 2024

Käseherstellung
Bereits vor 7000 Jahren wusste die Menschheit, wie man Käse herstellt. Die ersten Bauern kannten sogar Tricks zur Steigerung der Milchproduktion. Foto: PantherMedia /
Benis Arapovic
Bereits vor 7000 Jahren wurde Käse hergestellt. Dabei kannten die frühen Bauern bereits verschiedene Tricks, um die Milchproduktion der Kühe zu steigern.
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Die Kunst der Käseherstellung gehört zu den ältesten Errungenschaften der Menschheit und spielt eine Schlüsselrolle in der Entwicklung der Landwirtschaft. Neue Forschungen zeigen, wie eng die Käseproduktion mit der Domestizierung von Rindern und der Nutzung der natürlichen Umgebung verbunden war. Besonders in Mitteleuropa entwickelte sich die Käseherstellung vor über 7000 Jahren zu einer wichtigen Kulturtechnik.

Eine aktuelle Studie untersucht die innovativen Ansätze der frühen Käsehersteller in Mitteleuropa. Forschende der University of Bristol, des Muséum National d’Histoire Naturelle in Paris und der Universität Kiel führten mehr als 2000 Isotopenanalysen an Rinderzähnen, Knochen und Fettrückständen aus Keramikgefäßen durch. Die Forschungsergebnisse verdeutlichen, wie die damaligen Bauern ihre Viehhaltung geschickt an die dichten Wälder Mitteleuropas anpassten.

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Inhaltsverzeichnis

Von Jägern und Sammlern zu sesshaften Bauern

Mit dem Übergang von Jäger- und Sammlergesellschaften zur sesshaften Lebensweise begann eine neue Ära der menschlichen Geschichte. Dieser Wandel vollzog sich während des Neolithikums (Jungsteinzeit) und war eng mit der Einführung von Landwirtschaft und Viehzucht verbunden. Die Linearbandkeramiker (LBK), eine Kulturgruppe, die sich ab dem 6. Jahrtausend vor Christus in Mitteleuropa verbreitete, spielten dabei eine zentrale Rolle.

Die LBK-Bauern besiedelten die dichten Wälder Mitteleuropas und entwickelten innovative Strategien, um die Umwelt zu nutzen. Ihre Viehzucht umfasste vor allem Rinder, die nicht nur als Fleischlieferanten dienten, sondern zunehmend auch für die Milchproduktion genutzt wurden. Diese neue Nutzung von Tieren veränderte die Ernährung grundlegend, denn Milchprodukte stellten eine leicht verfügbare und energiereiche Nahrungsquelle dar.

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Käse: Haltbare Energie für schwierige Zeiten

Die frühe Käseherstellung diente in erster Linie einem praktischen Zweck: der Haltbarmachung von Milch. Frische Milch konnte nur wenige Stunden aufbewahrt werden, bevor sie verdarb. Durch die Umwandlung in Käse wurde sie jedoch nicht nur länger haltbar, sondern auch leichter transportierbar. Käse war somit ein wertvolles Lebensmittel, das besonders in schwierigen Zeiten, etwa bei schlechten Ernten oder harten Wintern, überlebenswichtig war.

Wie wurde Käse hergestellt? Erste Hinweise auf Käseproduktion stammen aus der Analyse von Keramikgefäßen, die Milchfette enthielten. Diese Tongefäße wurden vermutlich genutzt, um Milch zu fermentieren und zu trennen. Der Käse aus dieser Zeit war wahrscheinlich hart und salzig, um ihn lagerfähig zu machen. Weiche Käse, wie wir sie heute kennen, entstanden erst viel später.

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Baumblätter steigerten die Milchproduktion

Die Linearbandkeramiker passten ihre Viehzucht an die Waldlandschaften Mitteleuropas an. Durch den Einsatz von „Laubheu“ – geschnittenen Zweigen und Blättern von Bäumen – konnten die Bauern ihre Rinder auch im Winter füttern, wenn Weideflächen knapp waren. Dieses Zusatzfutter verbesserte nicht nur die Gesundheit der Tiere, sondern auch die Milchproduktion.

Das Forschungsteam erhielt diese Einblicke in die Ernährung von Rindern durch moderne Analysemethoden wie die Untersuchung von stabilen Kohlenstoff- und Sauerstoffisotopen in Tierknochen und Zähnen. Diese Untersuchungen belegen, dass die Linearbandkeramiker vielfältige Fütterungsstrategien einsetzten, um die Milchproduktion zu maximieren. Besonders bemerkenswert ist die Entdeckung, dass sie gezielt auf die saisonale Verfügbarkeit von Futterpflanzen reagierten.

Die Wälder boten eine Vielzahl von Ressourcen, die für die Rinderhaltung entscheidend waren. Neben der Funktion als Weidefläche lieferten sie Futter und Schutz. Besonders in den Wintermonaten wurden die Wälder intensiv genutzt, da sie auch dann noch Futterquellen bereithielten. Diese Waldnutzung führte zu einer allmählichen Veränderung der Landschaft: Tiere verhinderten das Wachstum junger Bäume und öffneten so neue Flächen für die Landwirtschaft.

Lesen Sie dazu auch: Eine Frage der Biotechnologie: Was lässt sich aus Milch alles herstellen?

Die soziale und wirtschaftliche Bedeutung von Käse

Käse war nicht nur ein Grundnahrungsmittel, sondern hatte auch eine soziale und wirtschaftliche Dimension. Durch die Lagerfähigkeit und den hohen Nährwert konnte Käse als Handelsware dienen. Die Produktion und der Handel mit Käse förderten die Interaktion zwischen verschiedenen Gruppen und trugen zur wirtschaftlichen Vernetzung bei.

Zudem bot die Käseherstellung eine Möglichkeit, Ernährungskrisen zu überbrücken. In Zeiten von Missernten oder während der Wintermonate stellte Käse eine stabile Nahrungsquelle dar, die das Überleben vieler Gemeinschaften sicherte.

Hier geht es zur Originalpublikation



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