Web-Panel 12.02.2025, 15:00 Uhr

Industrie 4.0: So gut sind jetzt die Perspektiven für Nachzügler

Unternehmen können inzwischen viele Standards und Erfahrungen rund um Industrie 4.0 nutzen. Experten informieren.

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Von Erfahrungen anderer profitieren, das können Nachzügler beim Thema Industrie 4.0. Es gibt inzwischen viele Praxisbeispiele. Ein Web-Panel von VDI nachrichten mit Experten aus Industrie, Forschung und IT zeigt die Potenziale auf.

Foto: PantherMedia / vadimphoto1@gmail.com

Wenige, meist große Unternehmen treiben seit über zehn Jahren die Ideen von Industrie 4.0 mit der digitalen Transformation ihrer Betriebe und Lieferketten permanent voran. Andere haben das bisher angesichts fehlender Standards, mangelnder Ressourcen und vielleicht auch guter Auftragslagen hinten angestellt. Doch die Bedingungen haben sich geändert.

 

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Die Auftragslage hat sich im deutschen Maschinenbau verschlechtert und der Branchenverband VDMA rechnet 2025 zum dritten Mal in Folge mit einem Produktionsrückgang. In anderen Industriebranchen sieht es kaum besser aus. Gleichzeitig wächst der Druck durch Wettbewerber aus dem Ausland und den Fachkräftemangel, die Effizienz in den eigenen Prozessen durch Digitalisierung zu verbessern. Dafür gibt es jetzt für viele digitale Prozesse bewährte Methoden – die Vorreiter sprechen von „Best Practices“.

Wissenslücken bei Industrie 4.0 durch Netzwerke schließen

Auffallend ist, dass in den vergangenen Jahren eine große Wissenslücke zwischen den Vorreitern und den Nachzüglern entstanden ist. Denn während die einen bereits über Feinheiten souveräner Datenräume sowie die übergreifende Nutzung von Daten und entsprechende KI-Konzepte sprechen, suchen andere noch nach dem richtigen Einstieg in die Industrie-4.0-Welt. Umso wichtiger sind Netzwerke für den deutschen Mittelstand, mit denen sie ihre Zusammenarbeit effizienter gestalten und voneinander lernen können.

Einen solchen Ansatz verfolgt die von Henrik A. Schunk, dem Vorsitzenden des Lenkungskreises der Plattform Industrie 4.0, initiierte Initiative Next Level Mittelstand (NLM). Sein Unternehmen, die Schunk SE & Co. KG, ist Gründungsmitglied der Initiative, zu der beispielsweise auch Industriegrößen wie ABB, EBM-Papst, Igus, Pepperl+Fuchs, Phoenix Contact und Rittal gehören. Die Beteiligten wollen zeigen, wo sich schnell erste Erfolge umsetzen lassen, um dann den Weg zu weiteren Digitalisierungszielen zu ebnen.

Vom Industrie-4.0-Erfahrungsschatz der Vorreiter profitieren – Web-Panel verdeutlicht die Potenziale

 

Auf welchen Erfahrungsschatz Betriebe jetzt zurückgreifen können und wohin die Reise geht, ist Thema des Web-Panels „Industrie 4.0: Die Lücke schließen“ am 11. März 2025. Aus Sicht der Forschung, eines Industrieunternehmens und eines IT-Konzerns werden dabei die wichtigsten Aspekte beleuchtet. So bringt Martin Ruskowski, der Vorstandsvorsitzende der Technologieinitiative Smartfactory KL e. V., Erfahrungen aus der inzwischen 20-jährigen Geschichte des Reallabors mit. Dort ging es bereits um smarte Fabrikkonzepte, bevor überhaupt von Industrie 4.0 die Rede war.

Als Greifer- und Spanntechnikspezialist hat das Unternehmen Schunk aus Lauffen viele Aspekte der Digitalisierung mitgestaltet und umgesetzt. Martin May ist als Leiter Technology & Innovation Management bei Schunk dabei oft im Spagat zwischen der Arbeit im Familienunternehmen und dem Austausch in Industrie-4.0-Gremien. „Wir treffen uns in verschiedenen Gremien und haben gelernt, dass wir uns vorwettbewerblich austauschen können, obwohl unsere Unternehmen am Markt auch als Konkurrenten auftreten“, sagte er gegenüber VDI nachrichten. Er gibt Einblicke in die Erfahrungen aus Sicht des Familienunternehmens.

Georg Kube, Leiter Industrielle Datenökosysteme bei SAP, ist in solchen Gremien ebenfalls gut vernetzt. Er beschäftigt sich aktuell insbesondere mit den industriellen Datenräumen. Nach seiner Einschätzung wird die Datenrauminitiative Manufacturing-X „mit all ihren branchenspezifischen Projekten und internationalen Allianzen die Art und Weise, wie Unternehmen branchen- und regionsübergreifend Werte schaffen, grundlegend verändern“. SAP investiere dazu in Technologien, die eine Teilnahme an einem solchen Datenraum und einen vertrauensvollen Austausch ermöglichen.

Ein Beitrag von:

  • Martin Ciupek

    Martin Ciupek ist Ingenieur und Technikjournalist mit den Schwerpunkten Maschinenbau, Robotik und Automatisierungstechnik.

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