Editorial der Ausgabe 4-2022 02.05.2022, 11:01 Uhr

Nachhaltigkeit bedeutet Zukunftsfähigkeit

Das Erreichen von Klimaneutralität ist eine komplexe technologische und gesellschaftliche Herausforderung – und das nicht erst seit dem Pariser Klimaabkommen. Der Deutsche Bundestag hat in einer Neuauflage des Klimaschutzgesetzes das nationale Ziel gesetzt, bis 2045 klimaneutral zu werden. Dazu stellt der Industriesektor als einer der fünf emissionsintensivsten Sektoren einen wesentlichen Stellhebel dar. Viele deutsche Unternehmen haben sich selbst ambitionierte Ziele zum Erreichen von Klimaneutralität deutlich vor 2045 gesetzt. Dies zeigt: Die Industrie hat die Herausforderung angenommen. Der Weg zur Klimaneutralität ist jedoch durch ein Spannungsfeld von ökologischen sowie ökonomischen Einflüssen bestimmt.

Vor diesem Hintergrund wurde der Begriff der „Green Factory“ geprägt, der einerseits die Minimierung der Auswirkungen von Fabriken auf die Umwelt betont, dies aber auch mit dem Erlangen weiterer Unternehmensziele kombiniert. Daher ist es nur folgerichtig, dass viele Unternehmen der nachhaltigen Neuausrichtung ihrer Fabriken eine hohe strategische Priorität zuweisen.

Ökologische Nachhaltigkeit

Die Komplexität von Fabriken ist hoch, eine wirtschaftliche Ausrichtung auf Klimaneutralität alles andere als trivial. Deshalb wird zur schnellen und effizienten Erreichung des Zielbilds einer Green Factory hinsichtlich Nachhaltigkeit die gemeinsame Innovationskraft von Forschung und Industrie benötigt. Es bedarf neuer und innovativer Konzepte, welche Gestaltungsmöglichkeiten und Stellhebel für die Verbesserung der Klimaneutralität von Fabriken aufzeigen – und wie diese in die Umsetzung gebracht werden können. Lösungen aus dem Bereich der Digitalisierung und Industrie 4.0 müssen weiterentwickelt und mit ihrem Fokus zunehmend auf ökologische Nachhaltigkeit ausgerichtet werden. Sowohl durch die resultierende Erhöhung der Transparenz in der Planung und im Betrieb von Fabriken, als auch direkt durch intelligente Steuerungskonzepte können solche Lösungen zur Reduzierung von Emissionen beitragen.

Transformation zur Green Factory

Wichtig ist, dass Unternehmen den Schritt zur Klimaneutralität nicht nur als Herausforderung, sondern auch als Chance begreifen. Durch die Transformation zur Green Factory lassen sich auch wirtschaftliche Ziele erreichen. Die Zahlungsbereitschaft für nachhaltig produzierte Produkte ist bereits heute höher und wird auch zukünftig weiter steigen. Auf der Kostenseite bringt die klimaneutrale Gestaltung von Produktionen weitere Vorteile mit sich, beispielsweise bei steigenden CO2-Preisen oder hinsichtlich der Preisentwicklungen auf dem Energiemarkt. Bei der Kapitalaufnahme für nachhaltige Investitionen können Unternehmen Fördermöglichkeiten nutzen. Investierende und Banken berücksichtigen bei der Erstellung von Risikoprofilen zunehmend Nachhaltigkeitskriterien, sodass nachhaltige Unternehmen von besseren Bewertungen profitieren. Der Schritt hin zur Green Factory trägt also nicht nur zur Klimaneutralität, sondern auch zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen bei.

Die Beiträge dieser Ausgabe greifen die Herausforderung des Erzielens von Klimaneutralität sowie weitere Fragestellungen auf und stellen innovative Ansätze aus verschiedenen Bereichen der Produktionstechnik vor. Unser Dank gilt daher den Autoren für das Einreichen der Beiträge und den Reviewern, die die Bewertung der Beiträge vor­genommen haben. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen und hoffen, dass Sie sich von den Beiträgen inspirieren lassen.

Von P. Burggräf

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Peter Burggräf, MBA, ist Inhaber des Lehrstuhls für „International Production Engineering and Management“ an der Universität Siegen. Foto: Uni Siegen

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