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Automobilindustrie meldet die meisten Patente an

10. März 2026

Alle Top-10-Firmen sind entweder OEMs oder Zulieferer. Auf Platz 1: Bosch. Führender Sektor ist der Maschinenbau.
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Die Nachfrage nach Schutzrechten des geistigen Eigentums für den deutschen Markt hat im vergangenen Jahr erneut deutlich zugenommen. Das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA) registrierte 2025 weitaus mehr Anmeldungen für Patente, Marken und Gebrauchsmuster als im Vorjahr.

Die Zahl der Patentanmeldungen stieg um 4,7 % auf 62 050. Erfreulich aus deutscher Sicht ist, dass inländische Anmelder zu dem Zuwachs im Patentbereich überdurchschnittlich stark beitrugen. 42 349 Anmeldungen kamen von inländischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen sowie freien Erfinderinnen und Erfindern (+5,6 %), 19 701 Anmeldungen kamen aus dem Ausland (+2,8 %).

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Lesetipp: Automobilbauer sind überdurchschnittlich innovativ

Patentanmeldungen werden international in die Sektoren „Elektrotechnik“, „Instrumente“ (technischer Art), „Chemie“, „Maschinenbau“ und „Sonstige Gebiete“ eingeteilt. Den Sektoren werden Technologiefelder zugeordnet. Diese bestehen wiederum aus festgelegten technischen Unterklassen. Der anmeldestärkste Sektor beim DPMA war im vergangenen Jahr erneut der „Maschinenbau“ mit 24 338 Anmeldungen (+2,2 %). Darauf folgten die „Elektrotechnik“ (19 436, +9,1 %), „Instrumente“ (9 376, +1,9 %), „Chemie“ (4 613, +5,2 %) und „Sonstige Gebiete“ (3 895, -0,3%), in dem Bauwesen, Möbel, Spiele und weitere Konsumgüter zusammengefasst sind.

Innovationstreiber: KI, Mobilfunk, Automatisierung

Hauptgrund für den weit überdurchschnittlichen Zuwachs in der Elektrotechnik (+9,1 %) ist eine starke Innovationstätigkeit bei Digitaltechnologien und in der Batterietechnik. Im anmeldestarken Technologiefeld „Computertechnik“ legten die Patentanmeldungen um 10,9 % auf 3 679 zu. Dazu zählen unter anderem Erfindungen zur Bilddatenverarbeitung und zur Spracherkennung. Viele dieser Entwicklungen setzen Künstliche Intelligenz ein. Einen noch höheren Zuwachs verzeichnete das DPMA in der „Digitalen Kommunikationstechnik“ (+19,2 %), der 1 222 Anmeldungen zugeordnet wurden. Viele Erfindungen stehen hier in Zusammenhang mit den neuesten Mobilfunkstandards (5G/6G) und sind damit wichtig für die digitale Vernetzung in vielen Schlüsseltechnologien.

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Lesetipp: Maschinenbau überholt Autos auf dem Weg nach China

Enormes Wachstum gab es im Technologiefeld „Datenverarbeitungsverfahren für betriebswirtschaftliche Zwecke“ (+59,7 %), in dem insgesamt 867 Anmeldungen eingingen. In diesen Bereich fallen beispielsweise Verfahren für die Energie- und Wasserversorgung, zur Fertigung und Produktion, zur Steuerung von Arbeitsabläufen oder für die Material- und Warenwirtschaft – meist mit dem Zweck, die betriebswirtschaftliche Effizienz zu steigern. Ein konkretes Beispiel ist die Kommunikation von Elektrofahrzeugen mit der Ladeinfrastruktur. Erfindungen für diesen Bereich verdoppelten sich auf fast 150. Die starke Zunahme wird in einigen Bereichen durch die neuen Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz getrieben.

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Alle Top-10-Anmelder aus der der Automobilindustrie

Überdurchschnittlich stark zugenommen haben Anmeldungen im Technologiefeld „Elektrische Maschinen und Geräte, elektrische Energie“ (+7,5 %). Dieses umfasst die anmeldestärkste aller Unterklassen (H01M), in der Batterien und Brennstoffzellen zusammengefasst sind und die ebenfalls einen erheblichen Zuwachs verzeichnet (+13,4 %). Wichtigste Anmelder sind hier deutsche und ausländische Automobilhersteller und Zulieferer.

Die Automobilindustrie ist beim Deutschen Patent- und Markenamt im Patentbereich die anmeldestärkste Branche. Unter den Top-10-Anmeldern fanden sich im vergangenen Jahr wie schon in den Vorjahren ausschließlich Automobilhersteller und Zulieferer. Die Top-10 reichten zusammen rund 30 % aller Patentanmeldungen ein. Auf Rang 1 lag die Robert Bosch GmbH mit 4 109 Anmeldungen. Darauf folgten die Mercedes-Benz Group AG (2 726) und die Bayerische Motoren Werke AG (2 553) auf den Plätzen 2 und 3.

Elektroantriebe weiterhin wachsender Innovationsbereich

Folglich war der „Transport“, in dem die Automobilindustrie die dominierende Anmelderschaft ist, mit 11 604 Anmeldungen (+3,9 %) wieder das mit Abstand anmeldestärkste Technologiefeld. Ein wachsender Innovationsbereich bleibt die Weiterentwicklung von Elektroantrieben und den damit zusammenhängenden Komponenten. Eine immer größere Rolle spielt auch die Entwicklung von Informations- und Unterhaltungssystemen im Auto (Infotainment). Die Unterklasse, in der unter anderem Instrumente im Auto erfasst werden, legte abermals deutlich zu. Entwickelt werden zum Beispiel neuartige Displays (Head-up-Displays) und Möglichkeiten, Instrumente in der Fahrerkabine über die Sprache und über Gesten zu steuern. Zudem nimmt die Zahl der Erfindungen zu, die den Benutzerkomfort im Auto erhöhen – zum Beispiel indem individuelle Fahrerprofile zur Individualisierung des Fahrzeugs gespeichert werden. Neben komfortorientierten Funktionen erfordern aber auch sicherheitsrelevante elektrische Komponenten, zum Beispiel für autonomes Fahren, innovative Lösungen für ausfallsichere Stromversorgungen im Auto. Auch dafür nimmt die Zahl der Erfindungen erheblich zu.

Der Trend zu rückläufigen Erfindungen für Verbrennungsmotoren setzte sich nur eingeschränkt fort. Das dafür besonders einschlägige Technologiefeld „Motoren, Pumpen, Turbinen“ legte nach einigen Jahren des Rückgangs 2025 wieder um 2,8 % zu. Zwar waren die Anmeldungen deutscher Unternehmen rückläufig, aus dem Ausland – besonders aus Japan und den Vereinigten Staaten – gingen aber deutlich mehr Anmeldungen ein als im Vorjahr.

Baden-Württemberg weiter vor Bayern

Das DPMA betrachtet auch die Verteilung der Patentanmeldungen auf die einzelnen Bundesländer. Im Länder-Ranking lag Baden-Württemberg mit diesmal 15 161 Anmeldungen (-2,2 %) abermals auf Rang 1. Auf Rang 2 lag erneut Bayern, das deutlich auf 12 575 Anmeldungen zulegte (+10,6 %). Auf Rang 3 lag wie im Vorjahr Nordrhein-Westfalen mit 5 701 Anmeldungen (+6,7 %). Bezieht man die Anmeldungen auf die jeweilige Bevölkerungszahl, so liegt Baden-Württemberg mit 135 Patentanmeldungen pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner vor Bayern (95) und Niedersachsen (47). Das sind auch die Bundesländer, in denen die großen deutschen Automobilhersteller ihren Hauptsitz haben.



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