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KI in Fabriken 02.06.2026, 09:00 Uhr

„Hey KI, lohnt sich eine neue Schweißzelle?“

Das polnische Industrial-Tech-Unternehmen DBR77 stellt heute, am 2. Juni, das angeblich erste europäische LLM für industrielle Entscheidungen vor. Das Ziel ist, gefährliche Abhängigkeiten von den USA und China zu reduzieren.

Humanoider Roboter zeigt auf Bildschirm

Die KI bestimmt, was/wie produziert wird - bestenfalls ohne Einfluss aus den USA und aus China.

Foto: smarterpix / phonlamai

Während die globale KI-Debatte von US-amerikanischen und chinesischen Modellen dominiert wird, ist Europa bei großen Sprachmodellen weitgehend auf Importe angewiesen. Für die deutsche Industrie ist das mehr als ein politisches Thema: Wer KI in die Produktion holt, gibt einem fremden Modell Einblick in das eigene Werkswissen.

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Mit „DBR77 Vector“ stellt das Industrial-Tech-Unternehmen DBR77 eine europäische Antwort vor – ein Large Language Model mit 120 Mrd. Parametern, das vollständig im eigenen Haus entwickelt wurde und speziell auf industrielle Entscheidungsprozesse trainiert ist. Es ist das erste Sprachmodell dieser Größenordnung aus Europa, das nicht für allgemeine Konversation, sondern für Produktionsfragen konzipiert wurde. Erstmals öffentlich präsentiert wird „Vector“ vom 2. bis 3. Juni 2026 auf der All About Automation in Hamburg.

Klarer Fokus auf industrielle Entscheidungen

Wo US-Modelle auf möglichst breite Anwendung setzen, verfolgt DBR77 einen vertikalen Ansatz: Vector ist auf einen einzigen Anwendungsfall optimiert – industrielle Entscheidungen. Trainiert auf über 1.400 Industrieprojekten, kombiniert das Modell Sprachverstehen mit Materialfluss-, Engpass- und Wirtschaftlichkeitslogik. Das Ergebnis ist keine Chat-Anwendung, sondern eine Entscheidungs-Engine, die Fragen wie „Wenn wir die Schweißzelle ersetzen – wie viele Schichten Stillstand kostet uns das, und ab wann amortisiert sich die neue Anlage?“, „Werk Hannover oder Werk Stuttgart zuerst modernisieren – wo ist das Risiko geringer?“, „Bauen wir die Halle leer für Wachstum oder rüsten wir die bestehende erst voll aus?“  mit strukturierten, nachvollziehbaren Bewertungen beantwortet.

„Europa muss bei KI nicht im Wettlauf um das größte allgemeine Modell mitlaufen – wir können den Wettlauf um das beste industrielle Modell gewinnen“, erklärt Pawel Mroczkowski, Geschäftsführer bei DBR77 GmbH. „Unsere industrielle Tiefe, unsere Engineering-Tradition und unsere Anforderungen an Datensouveränität sind kein Standortnachteil. Sie sind genau der Vorteil, den ein Industrie-LLM braucht.“

Datensouveränität als Architekturprinzip, nicht als Versprechen

Anders als bei großen US-Modellen, die ihre Daten überwiegend in nordamerikanischen Cloud-Infrastrukturen verarbeiten, ist Vector von Beginn an auf europäische Anforderungen ausgelegt. Die Plattform lässt sich On-Premise, über Private APIs oder in isolierten Unternehmensumgebungen betreiben. Kundendaten werden nicht für externes Modelltraining genutzt. Sämtliche Deployment-Prozesse bleiben vollständig auditierbar und auf die wachsenden regulatorischen Anforderungen an industrielle KI-Systeme in Europa ausgerichtet.

Damit positioniert sich DBR77 als europäische Alternative zu den großen US-Modellen – mit dem Anspruch, industrielle KI nicht nur leistungsfähig, sondern auch kontrollierbar zu machen.

Vector ist mehr als ein Sprachmodell – es ist die zentrale KI-Schicht im DBR77-Portfolio und greift nahtlos in die Lösungen Consultify, Digital Twin, Industrial IoT und IRIS. Damit lassen sich Produktions-, Automatisierungs- und Transformationsprozesse über alle operativen Ebenen hinweg konsistent und datenbasiert optimieren.

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Konkret unterstützt Vector unter anderem Bottleneck-Analysen, Greenfield- und Brownfield-Planungen, Automatisierungsstrategien und ROI-Bewertungen. Die Zielgruppe sind mittelständische und große Industrieunternehmen, die regelmäßig sieben- bis neunstellige Investitionsentscheidungen treffen – in Automotive, Maschinenbau, Logistik, Lebensmittelproduktion, Elektronikfertigung und angrenzenden Fertigungsbereichen.

Warum die industrielle KI gerade jetzt wichtig ist

Der Druck auf die deutsche Industrie wächst von mehreren Seiten gleichzeitig: Personal wird knapper, Energie teurer, internationale Konkurrenz aggressiver – und gleichzeitig wachsen die Erwartungen an Lieferfähigkeit, Flexibilität und CO₂-Bilanz. Das Statement von DBR77: „Wer in diesem Umfeld nicht modernisiert, verliert. Wer falsch modernisiert, verliert schneller.“ Genau hier setze Vector an: als Werkzeug, das industrielle Erfahrung, aktuelle Betriebsdaten und KI-Analytik in einer Logik zusammenführt – entwickelt in Europa, betreibbar unter europäischen Bedingungen.

Auf der Messe „All About Automation“ in Hamburg präsentiert DBR77 Vector erstmals einem breiteren Fachpublikum aus Industrie, Automatisierung und Fertigung.