Vom Auto in die Robotik: Zwei deutsche Firmen machen Humanoide gelenkig
Stabilus und Synapticon entwickeln kompakte Aktuatoren für die Gelenke humanoider Roboter. Eine Kleinserie in Europa ist ab 2027 geplant, eine Großserienfertigung in Nordamerika ab 2028. Vorbild sind automobile Fertigungsstandards.
Den Blick nach vorn: Stabilus SE und Synapticon wollen gemeinsam wichtige Teile von humanoiden Robotern herstellen - in Massen. Foto (Symbolbild): Stabilus SE
Foto: Stabilus SE
Die Stabilus SE aus Koblenz, einer der weltweit führenden Anbieter von Motion-Control-Lösungen für eine Vielzahl von Industrien, hat mit der Synapticon GmbH aus Schönaich bei Stuttgart, einem Spezialisten für integrierte Antriebstechnik und funktionale Sicherheit in der Robotik, eine strategische Partnerschaft geschlossen.
Gemeinsam entwickeln und fertigen die beiden Unternehmen eine Produktlinie integrierter Aktuatoren für humanoide Roboter und weitere Robotik-Anwendungen.
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Die Produkte sollen unter beiden Marken vertrieben werden. Die Partnerschaft baut auf einer langjährigen Verbindung auf: Bereits seit 2021 ist Stabilus über einen Minderheitsanteil an Synapticon beteiligt. Die strategische Partnerschaft mit Synapticon ist die konsequente Fortsetzung des Ausbaus des Automatisierungs- und Robotikgeschäfts von Stabilus.
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Die gemeinsame Produktlinie deckt humanoide Gelenke über viele Größenklassen ab – vom Kopf- und Handgelenk bis zu Hüfte und Knie. Die Fertigung wird von Beginn an auf hohe Stückzahlen ausgelegt, nach dem Vorbild automobiler Fertigungs- und Qualitätsstandards. Der Produktionsstart ist für 2027 in Stabilus-Werken in Europa in Kleinserie geplant.
Bereits im Jahr 2028 soll der Hochlauf zur Großserienfertigung in Nordamerika erfolgen. Die Fertigung erfolgt damit in unmittelbarer Nähe zu vielen führenden Herstellern humanoider Roboter. Die Produktionslinien sind so ausgelegt, dass die Kapazitäten entsprechend der Marktnachfrage erweitert werden können.
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Die Rollen der Partner ergänzen sich: Synapticon liefert die Intelligenz des Aktuators – Software, Antriebstechnologie, Elektronik, Sensorik und zertifizierte funktionale Sicherheit (SIL3/PLe). Mit seiner KI-basierten Sicherheitsarchitektur „Positron Safety AI“ setzt das Unternehmen Maßstäbe für den sicheren Einsatz humanoider Roboter im direkten Arbeitsumfeld von Menschen; der integrierte Aktuator „Actilink JD“ mit Positron Safety AI wurde 2026 mit dem A3 Innovation Award ausgezeichnet.
Stabilus bringt Mechanik-Design, Sourcing, Industrialisierung, Fertigung, Montage und Logistik ein und hat allein für die Automobilindustrie bereits Millionen elektromechanischer Aktuatoren gefertigt. Gemeinsam verbinden beide Partner Spitzentechnologie mit automobiler Industrialisierung – und schaffen so die Grundlage für eine serienreife, weltweit skalierbare Aktuatorplattform für humanoide Roboter.
Durchschnittlich 30 Antriebsgelenke pro Roboter
Der Markt für humanoide Robotik entwickelt sich derzeit von der Technologieerprobung hin zu ersten industriellen Anwendungen. Für den breiten Einsatz in Produktion und Logistik müssen die Systeme künftig in großen Stückzahlen, mit gleichbleibend hoher Qualität und zu wettbewerbsfähigen Kosten gefertigt werden – Anforderungen, die Stabilus aus Jahrzehnten der automobilen Serienfertigung bestens kennt.
Eine zentrale Rolle in der Robotik kommt dabei der Antriebstechnik zu: Mit durchschnittlich bis zu 30 Antriebsgelenken je Roboter und einem Anteil von rund der Hälfte am gesamten Materialwert sind Aktuatoren die wertintensivste Komponentengruppe humanoider Roboter. Ihre Präzision, funktionale Sicherheit und Wartungsfreundlichkeit bestimmen maßgeblich über Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit der Systeme.
So groß wird der Markt für humanoide Roboter
Das Marktpotenzial ist erheblich: Branchenprognosen zufolge wird der Markt für humanoide Roboter bis 2035 auf rund 38 Mrd. $ wachsen. Bereits 2030 dürften jährlich mehr als 250.000 humanoide Roboter ausgeliefert werden – zunächst vor allem für industrielle Anwendungen in strukturierten Umgebungen wie der Automobilfertigung und der Logistik.




