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Weitreichende Entscheidung voraus 10.06.2026, 10:30 Uhr

Waffen aus dem 3D-Drucker: Wie Kalifornien die Flut eindämmen will

Immer mehr 3D-gedruckte Waffen sind in den USA im Umlauf. Jetzt will Kalifornien mit einem Verbot bestimmter 3D-Drucker entgegensteuern. Wie durchdacht ist das Vorhaben?

Modell einer Waffe aus dem 3D-Drucker

Weil mit 3D-Druckern Waffen oder Waffenteile hergestellt werden können, versucht der US-Bundesstaat Kalifornien die Geräte stark zu reglementieren.

Foto: smarterpix / alexlmx

Fast klingt es ironisch: Der US-Bundesstaat Kalifornien möchte den Verkauf von 3D-Druckern stark reglementieren. Hintergrund: die Geräte könnten zur Herstellung von Schusswaffen dienen. Latent ironisch ist das deshalb, weil ein guter Metallbearbeiter mit entsprechender Anleitung auch aus Baumarkt-Materialien eine Waffe „dengeln“ könnte.

Der Bundesstaat hat ein vergleichsweise strenges Waffengesetz, der Anteil der Haushalte mit Schusswaffen liegt mit rund 20 % deutlich unter dem US-Durchschnitt. Absolut kommen trotzdem rund 20 Mio. Waffen in Privatbesitz zusammen.

Nun diskutiert der Golden State die Gesetzesvorlage „AB 2047“. Sie zielt darauf ab, den Einsatz von 3D-Druckern zur Herstellung von Schusswaffen und illegalen Waffenteilen zu verhindern. Das Papier hat gerade das kalifornische Abgeordnetenhaus („Assembly“) passiert und wird nun dem Senat vorgelegt.

Hersteller müssten ihre Drucker zertifizieren lassen

AB 2047, bekannt als der „California Firearm Printing Prevention Act“, würde verlangen, dass in Kalifornien verkaufte oder übertragene 3D-Drucker über eine Technologie verfügen, die die Herstellung von Schusswaffen verhindert.

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Hersteller müssten zertifizieren, dass ihre Druckermodelle den staatlichen Anforderungen entsprechen, und Kalifornien würde eine Liste zugelassener Geräte veröffentlichen. Ab 2029 dürften nicht konforme Drucker in Kalifornien weder verkauft noch übertragen werden.

Die Befürworter des Gesetzes verweisen unter anderem auf einen Bericht der Non-Profit-Organisation Everytown for Gun Safety, wonach die Sicherstellungen von 3D-gedruckten Waffen in 20 Städten zwischen 2020 und 2024 um 1000 % gestiegen sind.

Kriminelle dürften schnell einen Ausweg finden

So gut der Ansatz gemeint ist, so wenig durchdacht wirkt er: Wie soll ein Drucker oder eine Software zweifelsfrei erkennen, ob ein einzelnes Bauteil zur Herstellung einer Schusswaffe dienen kann? Außerdem: Findige Tüftler tarnen die von ihnen gewünschten Teile als „Stützstruktur“ im Baujob.

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„Man reguliert ein Werkzeug statt die Straftat“, sagte David Tobin, Executive Director der Community Manufacturing Initiative gegenüber dem US-Newsletter 3DPrint.com. Seine größte Sorge ist, dass die bundesstaatliche Initiative zum Präzedenzfall wird. „Kalifornien gilt oft als Vorreiter bei Technologiefragen. Wenn dieses Gesetz zum Modell wird, könnten andere Bundesstaaten ähnliche Regelungen übernehmen.“

Mehr über die Rolle von 3D-Druckern für militärische Einsätze beziehungsweise zur Reglementierung von bestimmten Geräten hören Sie im Podcast „Druckwelle“, Folge 103:

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