Aktueller Stand und Ausblick 01.05.2015, 00:00 Uhr

Normen für Gaswarngeräte

Anforderungen an die Bauart und die messtechnischen Eigenschaften von Gaswarngeräten sind seit vielen Jahren in internationalen Normen festgelegt. Ergänzende Normen beinhalten Anforderungen an die Software, die funktionale Sicherheit und die Elektromagnetische Verträglichkeit von Gaswarngeräten. Ebenfalls sind Leitfäden zu Auswahl, Installation, Einsatz und Wartung verfügbar. Nachfolgender Beitrag gibt einen Überblick über das gegenwärtige Normenumfeld, aktuelle Änderungen und laufende Aktivitäten.

Quelle: Panthermedia/kivith

Quelle: Panthermedia/kivith

Tragbare Gaswarngeräte und ortsfeste Gaswarnanlagen werden zum Schutz von Personen und Anlagen sowie gegebenenfalls der Umwelt eingesetzt. Sie dienen zur Warnung vor der Freisetzung von brennbaren oder toxischen Gasen und Dämpfen oder vor zu niedrigen oder zu hohen Sauerstoffkonzentrationen und können zur manuellen oder automatischen Auslösung von Schutzmaßnahmen verwendet werden (Bild).

Anzeigebereich und Mess­bereich eines Gaswarngeräts gemäß EN 45544-1. Das Bild wird mit Genehmigung der DKE verwendet.

Anzeigebereich und Mess­bereich eines Gaswarngeräts gemäß EN 45544-1. Das Bild wird mit Genehmigung der DKE verwendet.

Die Sicherheitsverantwortung von Gaswarngeräten führte schon in den 1990er-Jahren zur Entwicklung von Europäischen Normen, in denen Anforderungen an ihre Bauart und an ihre messtechnischen Eigenschaften gestellt werden. Diese Normen behandeln Gaswarngeräte, die zum Einsatz in gewerb­lichen und industriellen Bereichen bestimmt sind. Sie wurden im Laufe der Jahre kontinuierlich weiterentwickelt und fortlaufend an den Stand der Technik angepasst.

Unabhängig von der Art des zu messenden Gases oder Dampfes folgen diese Normen alle dem gleichen Konzept. Sie stellen einerseits direkte Anforderungen an die Bauart der Geräte wie beispielsweise an Anzeigen, Alarmvorrichtungen, Vorrichtungen zur Ausgabe von Messwerten und an die Diagnose von grundlegenden Störungssituationen. Andererseits werden Mindestanforderungen an die messtechnischen Eigenschaften der Geräte formuliert, deren Einhaltung durch vorgegebene Prüfverfahren nachzuweisen ist. Ferner werden detaillierte Anforderungen an die Betriebsanleitungen der Geräte gestellt, die neben der Bedienung der Geräte auch deren ordnungsgemäße Installation, Inbetriebnahme und Instandhaltung beschreiben müssen. Die wesentlichen messtechnischen Daten müssen ebenso wie der Einfluss von Zubehör auf die Messung aufgeführt sein. Darin liegt der wesentliche Unterschied dieser Normen zu den in den letzten Jahren populär gewordenen Normen zur funktionalen Sicherheit (SIL): Während Letztere die mehr oder weniger sichere Erkennung von Gerätestörungen und Abwendung der dadurch hervorgerufenen Gefahren gewährleisten sollen, dienen die hier beschriebenen messtechnischen Normen dazu, dass die Geräte im Normalbetrieb ihre Aufgabe erfüllen.

Neben diesen messtechnischen Normen gibt es weitere, die zusätzliche Anforderungen an Gaswarngeräte unabhängig von der Art des zu messenden Gases oder Dampfes stellen. So stellt eine Norm zusätzliche Mindestanforderungen an digitale Baueinheiten und Software, die heutzutage bei den allermeisten Geräten eingesetzt werden. Weitere Normen beschreiben Anforderungen an die elektromagnetische Verträglichkeit oder die funktionale Sicherheit von Gaswarnsystemen.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass ebenfalls Europäische Normen existieren, die vergleichbare Anforderungen an Gaswarngeräte zum Einsatz im Privatbereich stellen. Dies betrifft sowohl Geräte zur Warnung vor Erd- oder Flüssiggas (EN 50194-1 [1] und EN 50194-2 [2]) als auch Geräte zur Warnung vor Kohlenmonoxid (EN 50291-1 [3] und EN 50291-2 [4]). Diese Normen werden hier nicht weiter betrachtet.

Messung von brennbaren Gasen und Dämpfen

Anforderungen an Gaswarngeräte zur Messung brennbarer Gase und Dämpfe sind in der EN 60079-29-1 [5] beschrieben. Die gegenwärtige Ausgabe der Norm stammt aus dem Jahre 2007. Die Tabelle zeigt die wesentlichen Bauartanforderungen und Prüfgrößen. Eine ausführliche Beschreibung der Inhalte der Norm wird in [6] gegeben.

Prüfverfahren der EN 60079-29-1.

Prüfverfahren der EN 60079-29-1.

Die EN 60079-29-1 basiert auf der IEC 60079-29-1, die in modifizierter Form in die Europäische Norm übernommen wurde. Die Modifikationen dienten zur Anpassung an das Europä­ische Normenumfeld, wodurch gravierende Schwachpunkte der IEC-Fassung hinsichtlich der Anforderungen an softwarebasierte Geräte und an die elektromagnetische Verträglichkeit der Geräte beseitigt wurden. So sind in der IEC-Fassung beispielsweise nur rudimentäre Anforderungen an die Software und den Entwicklungsprozess der Software enthalten. Ferner sind die Anforderungen an die elektromagnetische Störfestigkeit weit schwächer als es in Europa von der EMV-Richtlinie gefordert wird und Fragen der elektromagnetischen Störaussendung werden erst gar nicht behandelt.

Die IEC 60079-29-1 wird seit 2010 überarbeitet. Ursprüngliches Ziel war es, Anforderungen an Geräte mit einem Messbereichsendwert deutlich unterhalb der unteren Explosionsgrenze in die Norm aufzunehmen. Damit soll auf den wachsenden Bedarf an Geräten reagiert werden, die z. B. im Hinblick auf den Ausbau erneuerbarer Energien brenn­bare Gase und dabei insbesondere Wasserstoff schon bei niedrigen Konzentrationen detektieren können. Im Laufe der Arbeiten wurde die Norm dann auch inhaltlich weiterentwickelt und es wurde jahrelang kontrovers diskutiert, ob zusätzliche Prüfungen in die Norm aufgenommen werden sollen. Ein weiterer langwieriger Streitpunkt war die Frage, welche messtechnischen Anforderungen an Geräte mit einem Messbereichsendwert deutlich unterhalb der unteren Explosionsgrenze zu stellen sind. In den nächsten Monaten soll der Entwurf für die erste Abstimmung an die nationalen Normungsgremien verteilt werden. Sofern nicht erneut gravierende Diskussionen folgen, kann davon ausgegangen werden, dass die neue Ausgabe im zweiten Halbjahr 2016 oder 2017 vorliegen wird. Dies gilt auch für die EN-Fassung, die der parallelen Abstimmung unterzogen wird.

Geräte mit offener Messstrecke („open path“) sind Gegenstand der EN 60079-29-4 [7]. Auch diese Norm wurde auf IEC-Ebene erarbeitet und in modifizierter Form in eine Europäische Norm übernommen. Die vorgenommenen Änderungen dienten wie bei der EN 60079-29-1 der Anpassung an das Europäische Normenumfeld hinsichtlich der Anforderungen an software­basierte Geräte und an die elektromagnetische Verträglichkeit der Geräte. Die aktuell gültige erste Ausgabe der Norm stammt aus dem Jahre 2010. Initiativen zur Überarbeitung der Norm sind gegenwärtig nicht vorhanden, sodass davon ausgegangen werden kann, dass diese Fassung noch einige Jahre ihre Gültigkeit behalten wird.

Sowohl die EN 60079-29-1 als auch die EN 60079-29-4 sind zur ATEX-Richtlinie [8] harmonisiert. Der Hersteller muss somit das Konformitätsbewertungsverfahren der Richtlinie auch hinsichtlich der Messfunktion eines Geräts durchführen, falls er das Gerät mit einer „Messfunktion für den Explosionsschutz“ im Sinne der Richtlinie in Verkehr bringen will.

Ferner können Gaswarngeräte innerhalb des IECEx-Schemas (siehe www. iecex.com) im Hinblick auf Übereinstimmung mit der IEC 60079-29-1 oder der IEC 60079-29-4 zertifiziert werden. Eine solche Zertifizierung hat jedoch keine rechtliche Bedeutung für den Einsatz der Geräte innerhalb der Europä­ischen Union.

Messung von Sauerstoff

Anforderungen an Geräte zur Messung von Sauerstoff werden in der EN 50104 [9] beschrieben. Die gegenwärtige Ausgabe der Norm stammt aus dem Jahre 2010. Die Anforderungen an die Bauart und die Prüfverfahren dieser Norm sind im möglichen Umfang gleich denen der Norm für Geräte zur Messung brennbarer Gase und Dämpfe. Eine ausführliche Beschreibung der Inhalte der EN 50104 wird ebenfalls in [6] ge­geben.

Die EN 50104 betrachtet verschiedene Einsatzarten von Gaswarngeräten. Ein Anwendungsgebiet liegt in der Über­wachung der Sauerstoffkonzentration im Hinblick auf Abweichungen vom normalen atmosphärischen Wert sowohl hinsichtlich Sauerstoffmangel als auch hinsichtlich Sauerstoffüberschuss.

Weiterhin werden Anwendungen betrachtet, bei denen Gaswarngeräte niedrige Sauerstoffgrenzwerte überwachen sollen (Inertisierungsmessung). Falls diese Überwachung zum Zweck des Explosionsschutzes erfolgt, können diese Geräte eine „Messfunktion für den Explosionsschutz“ ausüben. Daher ist auch die EN 50104 zur ATEX-Richtlinie harmonisiert. Das Konformitätsbewertungsverfahren der Richtlinie muss daher auch hinsichtlich der Messfunktion eines Gaswarngeräts für Sauerstoff durchgeführt werden, falls das Gerät mit einer solchen „Messfunktion für den Explosionsschutz“ im Sinne der Richtlinie in Verkehr gebracht werden soll.

Eine IEC-Norm für Gaswarngeräte für Sauerstoff existiert gegenwärtig nicht. Allerdings gibt es seit Jahren im zuständigen IEC-Gremium Bestrebungen, eine derartige Norm zu erstellen. Für die Aufnahme derartiger Arbeiten fehlte jedoch bisher die Kapazität.

Messung von toxischen Gasen und Dämpfen

Anforderungen an Geräte zu Messung von toxischen Gasen und Dämpfen werden von den Europäischen Normen der Reihe EN 45544 [10 bis 12] gestellt. Diese Normen wurden in den 1990er-Jahren erarbeitet, um die grundlegenden Anforderungen der EN 482 [13] an Verfahren für die Messung von chemischen Arbeitsstoffen in Arbeitsplatzatmosphären auf elektrische Gaswarngeräte zu übertragen. Die Normen wurden so konzipiert, dass die EN 45544-1 die allgemeinen Anforderungen und Prüfverfahren enthält (analog zu den Normen für Gaswarngeräte zu Messung von brennbaren Gasen und Sauerstoff), während die EN 45544-2 die Anforderungen an das Betriebsverhalten von Geräten für Konzentrationsmessungen im Bereich von Grenzwerten und die EN 45544-3 die Anforderungen an das Betriebsverhalten von Geräten für Konzentrationsmessungen weit oberhalb von Grenzwerten beschreiben. Es wird also eine Unterscheidung nach den Messbereichen der Geräte und nicht nach dem Einsatzfall der Geräte getroffen. Der Messbereichsendwert von Geräten nach EN 45544-2 ist in der Norm auf das Zehnfache des Arbeitsplatzgrenzwerts beschränkt.

Die Prüfverfahren der EN 45544-1 unterscheiden sich zum Teil deutlich von denen der EN 60079-29-1 und EN 50104. Dies lässt sich zum Teil aus der EN 482 herleiten; in wesentlichen Teilen erscheinen die Unterschiede aus heutiger Sicht allerdings eher willkürlich. Dies bereitet insbesondere bei der Prüfung von tragbaren Mehrgasmess­geräten erheblichen Zusatzaufwand und damit Kosten.

Gaswarngeräte zur Messung toxischer Gase und Dämpfe arbeiten sehr häufig mit elektrochemischen Sensoren oder Infrarotsensoren. Dies gilt insbesondere für die Messung von Kohlenmonoxid, Schwefelwasserstoff und Kohlendioxid, die die häufigste Messaufgabe für diese Geräte darstellen. Im Zuge der technischen Weiterentwicklung können auch Geräte mit Messbereichsendwerten oberhalb des Zehnfachen des Arbeitsplatzgrenzwerts durchaus in dem von der EN 45544-2 beschriebenen Konzentra­tionsbereich genau genug messen. Ferner fehlen jegliche Anforderungen an mikroprozessorbasierte Geräte. Die Grundnorm EN 482 hat in der Zwischenzeit ebenfalls verschiedene Überarbeitungen erfahren, sodass der Anschluss der Reihe EN 45544 an diese Grundnorm nicht mehr vollständig gegeben war.

Aus diesen Gründen wurden die Teile 1 bis 3 in den letzten Jahren überarbeitet. Die Europäischen Normen sind im Januar 2015 erschienen; die Umsetzung in nationale Normen lässt noch auf sich warten. In dieser zweiten Ausgabe wurde die Unterscheidung zwischen Geräten nach EN 45544-2 und nach EN 45544-3 modifiziert: Die Unterscheidung richtet sich jetzt nach dem Anwendungsgebiet der Geräte und nicht nach deren Messbereich. Geräte nach EN 45544-2 sind für Expositionsmessungen am Arbeitsplatz im Sinne der EN 482 bestimmt, während Geräte nach EN 45544-3 für allgemeine Gaswarnanwendungen wie Warnung vor akuten Gefahren oder zur Leckdetektion vorgesehen sind. Diese Unterscheidung schließt nicht aus, dass entsprechend geeignete Geräte für beide Anwendungs­fälle eingesetzt werden können. Es sei darauf hingewiesen, dass aus messtechnischer Sicht die Leistungsanforderungen an Geräte nach EN 45544-2 höher sind als die an Geräte nach EN 45544-3.

Weitere gravierende Änderungen bestehen für Geräte nach EN 45544-2 in der geänderten Berechnungsmethode für den Messbereichsanfang sowie in der Einführung der Berechnung der relativen erweiterten Messunsicherheit, um die Kompatibilität mit der gegenwärtigen Ausgabe der EN 482 wieder herzustellen.

Neu ist ebenfalls die Unterscheidung zwischen Anzeigebereich und Messbereich eines Gerätes (Bild). Der Anzeigebereich ist definiert als der Bereich, in dem das Gerät Messwerte anzeigen kann. Der Messbereich ist definiert als der Bereich der Messwerte der Gaskonzentration, in dem die Genauigkeit des Geräts innerhalb festgelegter Grenzen liegt. Der Messbereich stellt also eine Teilmenge des Anzeigebereichs dar. Es bleibt zu hoffen, dass diese feine Unterscheidung bei den Herstellern und Anwendern der Geräte verstanden und entsprechend beachtet wird.

Ferner wurden die allgemeinen An­forderungen und Prüfverfahren der EN 45544-1 überarbeitet und im mög­lichen Rahmen an die EN 60079-29-1 und EN 50104 angeglichen. Dies beinhaltet auch erweiterte Anforderungen an die Inhalte der Betriebsanleitung.

Damit könnte die Europäische Normung für „Elektrische Geräte für die direkte Detektion und direkte Konzentrationsmessung toxischer Gase und Dämpfe“ abgeschlossen sein. Auf weltweiter Ebene wurde ein neues Normungsvorhaben gestartet, in dem von einer gemeinsamen Arbeitsgruppe der beiden Normungsorganisationen ISO und IEC eine Norm für diese Geräte erarbeitet werden soll. Die Führung liegt dabei bei der Arbeitsgruppe der IEC, die auch die Normen für Gaswarngeräte für brennbare Gase und Dämpfe bearbeitet. Ausgangspunkt sollen dabei im Wesentlichen die zweite Ausgabe der EN 45544 Teile 1 bis 3, ANSI/ISA-92.00.01 (USA) sowie AS/NZS 4641 (Australien) sein.

Es bleibt abzuwarten, ob diese Norm in einigen Jahren tatsächlich die Serie EN 45544 ablösen kann. Da bei ISO gegenwärtig keine Norm existiert, die vergleichbar zur EN 482 ist, könnte es für Europa problematisch werden, die vollständige Umsetzung der Anforderungen der EN 482 durchzusetzen. Kann dies nicht gewährleistet werden, würde nur Teil 3 der EN 45544 entfallen können.

Digitaltechnik und Software

Die Messwerterfassung und -verarbeitung basiert heute auch bei Gaswarn­geräten nahezu ausschließlich auf Digitaltechnik und Software. Diese Technik hat neue Risiken mit sich gebracht, die in den messtechnischen Normen nicht behandelt werden. Aus diesem Grund wurde die EN 50271 [14] erarbeitet, die Mindestanforderungen an Gaswarngeräte hinsichtlich der Verwendung von Software und Digitaltechnik stellt. Sie ist nur als Ergänzung zu den vorstehend beschriebenen messtechnischen Normen sinnvoll anwendbar.

Die EN 50271 ist sowohl auf ortsfeste als auch auf transportable und tragbare Gaswarngeräte anwendbar. Sie stellt Anforderungen an messtechnische Aspekte wie:

  • die Schnittstelle zwischen Analog- und Digitaltechnik,
  • die Darstellung von Sonderzuständen (jeder Betriebszustand eines Gaswarn­geräts, in dem keine Überwachung der Gaskonzentration stattfindet, z. B. Störung oder Wartung),
  • die Anzeige von Meldungen,
  • die Inhalte der Betriebsanleitung.

Weiterhin werden Aspekte der funktionalen Sicherheit behandelt. Diese sind:

  • Test- und Selbstüberwachungsfunktionen, um Ausfall oder Fehlverhalten von Hardware-Bauelementen erkennen zu können,
  • Anforderungen an die Software,
  • Anforderungen an den Entwicklungsprozess der Software.

Die Anforderungen an die Test- und Selbstüberwachungsfunktionen sowie an den Entwicklungsprozess der Software basieren auf den für Gaswarngeräte anwendbaren Festlegungen der Reihe EN 61508 [15 bis 21] für eine SIL-Fähigkeit von 1. In diesem Sinne stellt die EN 50271 eine Produktnorm zur Reihe EN 61508 hinsichtlich der Phase „Realisierung“ dar. Es ist besonders zu betonen, dass die EN 50271 ohne Rückgriff auf diese Fachgrundnormen angewendet werden kann.

Die Norm enthält einen Abschnitt, der die (zusätzlichen) Maßnahmen zur Erfüllung einer SIL-Fähigkeit 1 beschreibt. Im Zuge der Überarbeitung der EN 50402 (siehe nachfolgenden Abschnitt) wurde festgestellt, dass Lücken z. B. hinsichtlich der Anforderungen an Relais existieren. Daher soll in der näheren Zukunft eine Ergänzung zu diesem Abschnitt der Norm erarbeitet werden.

Abschließend sei darauf hingewiesen, dass die EN 50271 ebenfalls zur ATEX-Richtlinie harmonisiert ist. Sie deckt damit für Gaswarngeräte die grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen der Richtlinie hinsichtlich der „Risiken durch Software“ ab.

Funktionale Sicherheit

Die Betrachtung der funktionalen Sicherheit von elektrischen Geräten insbesondere aus dem Bereich der MSR-Technik ist seit Jahren gelebte Praxis. Dabei wird bei der Beurteilung elek­trischer Geräte im Regelfall nach den Fachgrundnormen der Reihe EN 61508 vorgegangen. Diese müssen durch ihren Status als Fachgrundnorm ein breites Spektrum von Geräten abdecken, sodass gaswarnspezifische Aspekte nicht enthalten sein können. Aus diesem Grund wurde auf Grundlage der EN 61508 die EN 50402 [22] als Produktnorm für ortsfeste Gaswarnsysteme entwickelt, die im Wesentlichen die Phase „Realisierung“ abdeckt. Sie ist insbesondere auf Gaswarnsysteme mit SIL-Fähigkeiten 2 oder 3 ausgerichtet, die über den Anwendungsbereich der EN 50271 hinausgehen.

Eine Überarbeitung der EN 50402 wurde bereits 2011 begonnen, um Schwachpunkte zu beseitigen. Die Arbeiten haben sich jedoch wegen der komplizierten Thematik lange hingezogen und sind dadurch im letzten Jahr gemäß den CENELEC-Regularien wegen Fristüberschreitung zum Erliegen gekommen. Mit dem Erscheinen einer überarbeiteten Norm in der näheren Zukunft ist daher nicht zu rechnen.

Letztes Jahr ist die IEC 60079-29-3 [23] erschienen. Die Umsetzung in eine deutsche Norm ist noch nicht erfolgt. Diese Norm ist ein Leitfaden zur funktionalen Sicherheit von ortsfesten Gaswarnsystemen (hinsichtlich ihrer Konstruktion und Realisierung), die in Anwendungen gemäß IEC 61508 und IEC 61511 eingesetzt werden sollen. Faktisch wendet sie sich in erster Linie an Systemintegratoren, die aus marktverfügbaren Komponenten ein Gaswarnsystem zusammenstellen, und setzt dabei voraus, dass die eingesetzten Steuergeräte und Detektoren bereits nach der IEC 61508 bewertet worden sind. Im Wesentlichen wird Hilfestellung zu gaswarnspezifischen Fragestellungen bei der Auslegung des Gaswarnsystems gegeben.

Elektromagnetische Verträglichkeit

Die EN 50270 [24] stellt Anforderungen an die elektromagnetische Verträglichkeit von Gaswarngeräten und ist zur EMV-Richtlinie harmonisiert.

Im Januar dieses Jahres ist eine neue Ausgabe erschienen, die allerdings noch nicht in eine nationale Norm überführt worden ist. Diese Fassung stützt sich auf die Produktfamiliennorm EN 61326-1 [25] und beinhaltet jetzt auch Aspekte der funktionalen Sicherheit unter Einwirkung elektromagnetischer Störungen. Die technischen Anforderungen an die elektromagnetische Verträglichkeit von Gaswarngeräten sind gegenüber der vorherigen Ausgabe nur wenig verändert worden.

Eine wesentliche Änderung besteht darin, dass das Bewertungskriterium B neu formuliert wurde, sodass die drei Bewertungskriterien jetzt eine hierarchische Rangfolge hinsichtlich des Betriebsverhaltens unter EMV-Einwirkung darstellen (absinkend von A nach C). In der bisherigen Ausgabe ist als Bewertungskriterium B festgelegt, dass während der Prüfung eine Beeinträchtigung des Betriebsverhaltens erlaubt ist und das Gerät nach der Prüfung weiterhin bestimmungsgemäß arbeiten muss. Es ist jedoch kein Grenzwert für die zulässigen Abweichungen der Messwerte festgelegt. Als Konsequenz dürfen bei einem Gerät, das das Bewertungskriterium „B“ erfüllt, unter EMV-Einwirkung sehr große Abweichungen des Messwerts auf­treten. Dem wäre jedoch in vielen Anwendungsfällen ein definierter Ausfall des Geräts (mit Störungsmeldung) vorzuziehen.

In der neuen Ausgabe wurde das Bewertungskriterium B dahingehend präziser formuliert, dass ein Grenzwert für die zulässigen Abweichungen der Messwerte festgelegt wurde. Als Grenzwert wurde dabei das Zweifache der für die Erfüllung des Bewertungskriteriums A zulässigen Abweichung gewählt.

Die Übergangsfrist, in der die bisherige und die neue Ausgabe der EN 50270 parallel angewendet werden dürfen, endet im Oktober 2017.

Einsatz und Instandhaltung

Damit Gaswarngeräte ihre Aufgabe ordnungsgemäß erfüllen können, sind neben der Erfüllung der vorstehend beschriebenen Normen ihre korrekte Installation, die sinnvolle Anordnung der Messstellen und die ordnungsgemäße Wartung von entscheidender Bedeutung. Hilfestellung geben dabei die Leitfäden EN 60079-29-2 [26] für Geräte zur Messung von brennbaren Gasen und Dämpfen oder Sauerstoff (Explosionsschutz) und die EN 45544-4 [27] für Geräte zur Messung von toxischen Gasen und Dämpfen oder Sauerstoff (Schutz von Personen). In beide Normen sind die Erfahrungen einer Vielzahl von Experten eingeflossen, sodass sie wertvolle Hilfestellungen für Gerätebetreiber, für Aufsichtsbehörden und für die mit der Instandhaltung betreuten Personen enthalten.

Die IEC 60079-29-2, mit der die Europäische Fassung identisch ist, wurde überarbeitet und ist kürzlich als IEC-Fassung publiziert worden. Die deutsche Fassung ist allerdings noch nicht erschienen. Neben Detailverbesserungen sind Geräte mit offener Messstrecke aufgenommen worden.

Die EN 45544-4 befindet sich gegenwärtig in Überarbeitung, um die mittlerweile 16 Jahre alte Norm an den Stand der Technik anzupassen und dabei grundlegend zu überarbeiten. Ein erster Entwurf ist Anfang des Jahres im Rahmen des CENELEC-Umfrageverfahrens veröffentlicht worden. Die Schlussumfrage dürfte im zweiten Halbjahr stattfinden, sodass im nächsten Jahr mit der überarbeiteten Ausgabe zu rechnen ist.

Fazit und Ausblick

Für Gaswarngeräte liegt auf euro­päischer Ebene ein umfassender Satz von Normen vor, der die gängigen Geräte behandelt. Diese Normen sind auf einem nahezu aktuellen Stand oder befinden sich gegenwärtig in Über­arbeitung.

Der mit den Normen zu Geräten für die Messung brennbarer Gase und Dämpfe eingeleitete Trend, Normen für Gaswarngeräte auf weltweiter Ebene zu erarbeiten, setzt sich mit dem aktuellen Normungsvorhaben für Geräte für die Messung toxischer Gase und Dämpfe fort. Danach dürfte sich die Erarbeitung einer Norm für Geräte zur Messung von Sauerstoff anschließen.

Wünschenswert wäre es, auch die ergänzenden Normen in die weltweite Normung zu überführen. Dabei ist insbesondere die EN 50271 zu nennen; inhaltliche Abstriche müssen dabei aber unbedingt vermieden werden. Auch eine Überführung der EN 50270 in eine IEC-Fassung als Produktnorm zur IEC 61326-1 kann insbesondere für die Gerätehersteller nur vorteilhaft sein.

Der Chance, weltweit einheitliche Anforderungen für Gaswarngeräte zu definieren, steht auf der anderen Seite die in vielen Ländern geübte Praxis gegenüber, nationale Abweichungen festzulegen. In Europa waren beispielsweise europaweit einheitliche Abweichungen nötig, um die Normen EN 60079-29-1 und EN 60079-29-4 zur ATEX-Richtlinie harmonisieren zu können. Die USA haben ebenfalls die IEC-Normen nicht unverändert übernommen. Diese nationalen Abweichungen machen das Leben für die Hersteller (egal ob aus europä­ischer Sicht Exporteure oder Impor­teure) nicht gerade einfacher.  TS 450

 

 

 

Literaturverzeichnis

[1] DIN EN 50194-1: Elektrische Geräte für die Detektion von brennbaren Gasen in Wohnhäusern – Teil 1: Prüfverfahren und Anforderungen an das Betriebsverhalten. Berlin: Beuth Verlag 2009.

[2] DIN EN 50194-2: Elektrische Geräte für die Detektion von brennbaren Gasen in Wohnhäusern – Teil 2: Ortsfeste elektrische Geräte zum kontinuierlichen Betrieb in Freizeitfahrzeugen oder ähnlichen Umgebungen – Ergänzende Prüfverfahren und Anforderungen an das Betriebsverhalten. Berlin: Beuth Verlag 2007.

[3] DIN EN 50291-1: Elektrische Geräte für die Detektion von Kohlenmonoxid in Wohnhäusern – Teil 1: Prüfverfahren und Anforderungen an das Betriebsverhalten. Berlin: Beuth Verlag 2013.

[4] DIN EN 50292-2: Elektrische Geräte für die Detektion von Kohlenmonoxid in Wohnhäusern – Teil 2: Ortsfeste elektrische Geräte zum kontinuierlichen Betrieb in Freizeitfahrzeugen und ähnlichen Umgebungen einschließlich Sportbooten – Ergänzende Prüfverfahren und Anforderungen an das Betriebsverhalten. Berlin: Beuth Verlag 2010.

[5] DIN EN 60079-29-1: Explosionsfähige Atmosphäre – Teil 29-1: Gasmessgeräte – Anforderungen an das Betriebsverhalten von Geräten für die Messung brennbarer Gase. Berlin: Beuth Verlag 2008.

[6] Kiesewetter, J.: Gaswarneinrichtungen – Anforderungen an die messtechnische Funktionsfähigkeit von Gaswarngeräten für Maßnahmen des Explosionsschutzes. TS 3 (2013) Nr. 5, S. 18-24.

[7] DIN EN 60079-29-4: Explosionsfähige Atmosphäre – Teil 29-4: Gasmessgeräte – Anforderungen an das Betriebsverhalten von Geräten mit offener Messstrecke für die Messung brennbarer Gase. Berlin: Beuth Verlag 2011.

[8] Richtlinie 94/9/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. März 1994 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten für Geräte und Schutzsysteme zur bestimmungsgemäßen Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen, ABl. EG Nr. L 100 vom 19. April 1994. 1. Berichtigung Nr. L 21 vom 26. Januar 2000, 2. Berichtigung Nr. L 304 vom 5. Dezember 2000.

[9] DIN EN 50104: Elektrische Geräte für die Detektion und Messung von Sauerstoff – Anforderungen an das Betriebsverhalten und Prüfverfahren. Berlin: Beuth Verlag, in Vorbereitung.

[10] DIN EN 45544-1: Arbeitsplatzatmosphäre – Elektrische Geräte für die direkte Detek­tion und direkte Konzentrationsmessung toxischer Gase und Dämpfe – Teil 1: Allgemeine Anforderungen und Prüfverfahren. Berlin: Beuth Verlag 2000.

[11] DIN EN 45544-2: Arbeitsplatzatmosphäre – Elektrische Geräte für die direkte Detek­tion und direkte Konzentrationsmessung toxischer Gase und Dämpfe – Teil 2: Anforderungen an das Betriebsverhalten von Geräten für Konzentrationsmessungen im Bereich von Grenzwerten. Berlin: Beuth Verlag 2000.

[12] DIN EN 45544-3: Arbeitsplatzatmosphäre – Elektrische Geräte für die direkte Detek­tion und direkte Konzentrationsmessung toxischer Gase und Dämpfe – Teil 3: Anforderungen an das Betriebsverhalten von Geräten für Konzentrationsmessungen weit oberhalb von Grenzwerten. Berlin: Beuth Verlag 2000.

[13] DIN EN 482: Exposition am Arbeitsplatz – Allgemeine Anforderungen an die Leistungsfähigkeit von Verfahren zur Messung chemischer Arbeitsstoffe. Berlin: Beuth Verlag 2012.

[14] DIN EN 50271: Elektrische Geräte für die Detektion und Messung von brennbaren Gasen, giftigen Gasen oder Sauerstoff – Anforderungen und Prüfungen für Warngeräte, die Software und/oder Digitaltechnik nutzen. Berlin: Beuth Verlag, in Vorbereitung.

[15] DIN EN 61508-1: Funktionale Sicherheit sicherheitsbezogener elektrischer/elektronischer/programmierbarer elektronischer Systeme – Teil 1: Allgemeine Anforderungen. Berlin: Beuth Verlag 2010.

[16] DIN EN 61508-2: Funktionale Sicherheit sicherheitsbezogener elektrischer/elektronischer/programmierbarer elektronischer Systeme – Teil 2: Anforderungen an sicherheitsbezogene elektrische/elektronische/programmierbare elektronische Systeme., Berlin: Beuth Verlag 2010.

[17] DIN EN 61508-3: Funktionale Sicherheit sicherheitsbezogener elektrischer/elektronischer/programmierbarer elektronischer Systeme – Teil 3: Anforderungen an Software. Berlin: Beuth Verlag 2010.

[18] DIN EN 61508-4: Funktionale Sicherheit sicherheitsbezogener elektrischer/elektronischer/programmierbarer elektronischer Systeme – Teil 4: Begriffe und Abkürzungen. Berlin: Beuth Verlag 2010.

[19] DIN EN 61508-5: Funktionale Sicherheit sicherheitsbezogener elektrischer/elektronischer/programmierbarer elektronischer Systeme – Teil 5: Beispiele zur Ermittlung der Stufe der Sicherheitsintegrität (safety integrity level). Berlin: Beuth Verlag 2010.

[20] DIN EN 61508-6: Funktionale Sicherheit sicherheitsbezogener elektrischer/elektronischer/programmierbarer elektronischer Systeme – Teil 6: Anwendungsrichtlinie für IEC 61508-2 und IEC 61508-3. Berlin: Beuth Verlag 2010.

[21] DIN EN 61508-7: Funktionale Sicherheit sicherheitsbezogener elektrischer/elektronischer/programmierbarer elektronischer Systeme – Teil 7: Überblick über Verfahren und Maßnahmen. Berlin: Beuth Verlag 2010.

[22] DIN EN 50402: Elektrische Geräte für die Detektion und Messung von brennbaren oder toxischen Gasen und Dämpfen oder Sauerstoff – Anforderungen an die funktionale Sicherheit von ortsfesten Gaswarnsystemen. Berlin: Beuth Verlag 2009.

[23] DIN EN 60079-29-3: Explosionsfähige Atmosphäre – Teil 29-3: Gasmessgeräte – Leitfaden zur funktionalen Sicherheit von ortsfesten Gaswarnsystemen. Berlin: Beuth Verlag, in Vorbereitung.

[24] DIN EN 50270: Elektromagnetische Verträglichkeit – Elektrische Geräte für die Detektion und Messung von brennbaren Gasen, toxischen Gasen oder Sauerstoff. Berlin: Beuth Verlag 2007.

[25] DIN EN 61326-1: Elektrische Mess-, Steuer-, Regel- und Laborgeräte – EMV-Anforderungen – Teil 1: Allgemeine Anforderungen. Berlin: Beuth Verlag 2013.

[26] DIN EN 60079-29-2: Explosionsfähige Atmosphäre – Teil 29-2: Gasmessgeräte – Auswahl, Installation, Einsatz und Wartung von Geräten für die Messung von brennbaren Gasen und Sauerstoff. Berlin: Beuth Verlag 2008.

[27] DIN EN 45544-4: Arbeitsplatzatmosphäre – Elektrische Geräte für die direkte Detek­tion und Konzentrationsmessung toxischer Gase und Dämpfe – Teil 4: Leitfaden für Auswahl, Installation, Einsatz und Instandhaltung. Berlin: Beuth Verlag 2000.

 

Dr. rer. nat. Jörg Kiesewetter, DEKRA EXAM GmbH, Essen.

Jörg Kiesewetter, Essen

Top Stellenangebote

Duale Hochschule Baden Württemberg Ravensburg-Firmenlogo
Duale Hochschule Baden Württemberg Ravensburg Professuren für Elektrotechnik Friedrichshafen
Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg-Firmenlogo
Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg Professur (W2) Selbstlernende und Adaptive Systeme Regensburg
Technische Hochschule Bingen-Firmenlogo
Technische Hochschule Bingen W2-Professur Mathematik und Data Science (m/w/d) Bingen
THD - Technische Hochschule Deggendorf-Firmenlogo
THD - Technische Hochschule Deggendorf Professur (W2) Network Communication Cham
Hochschule Flensburg-Firmenlogo
Hochschule Flensburg Laboringenieur*in für den Bereich Elektrotechnik und Elektromaschinenbau (d/m/w) Flensburg
Technische Universität Darmstadt-Firmenlogo
Technische Universität Darmstadt Universitätsprofessur (W3) Product Life Cycle Management Darmstadt
Frankfurt University of Applied Sciences-Firmenlogo
Frankfurt University of Applied Sciences Professur (W2) für das Fachgebiet: Hochfrequenztechnik Frankfurt am Main
Technische Hochschule Mittelhessen-Firmenlogo
Technische Hochschule Mittelhessen Professur (W2) mit dem Fachgebiet Life Cycle Assessment und Circular Economy Friedberg
Hochschule Kaiserslautern-Firmenlogo
Hochschule Kaiserslautern W2-Professur - Verfahrenstechnik und Apparatebau Kaiserslautern
Hochschule Osnabrück-Firmenlogo
Hochschule Osnabrück Professur (W2) für Mechatronik Osnabrück
Zur Jobbörse