Digitale Tools 06.12.2021, 10:00 Uhr

Unterstützung der Substitution von Gefahrstoffen mit SUBSPORTplus

Das Informationsportal SUBSPORTplus [1] der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) bietet bei der Substitution von Gefahrstoffen durch eine Vielzahl von Informationsangeboten Unterstützung.

Giftige Chemikalien sollen zukünftig durch weniger schädliche Stoffe ersetzt werden. Foto: PantherMedia / Khakimullin

Giftige Chemikalien sollen zukünftig durch weniger schädliche Stoffe ersetzt werden.

Foto: PantherMedia / Khakimullin

Ursprünglich unter Beteiligung von internationalen Experten entwickelt, wurde SUBSPORT bereits 2012 veröffentlicht. 2018 hat die BAuA es zur langfristigen Instandhaltung und Weiterentwicklung übernommen, aktualisiert und als SUBSPORTplus neu gestartet (Bild 1).

Bild 1 SUBSPORTplus hat seit Oktober 2020 einen neuen Internetauftritt.

Foto: BAuA

Der Ersatz von gefährlichen Stoffen durch weniger gefährliche Stoffe oder Verfahren wird als Königsweg im Chemikalienmanagement beschrieben, um deren Risiken zu vermeiden oder zu reduzieren. Substitutionsanforderungen bestehen im Arbeitsschutz, wo die Substitution als erste Maßnahme im Umgang mit Gefahrstoffen zu priorisieren ist (§ 7 Gefahrstoffverordnung, GefStoffV). Die Substitution spielt eine wichtige Rolle unter der EU-Chemikalienverordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH) im Rahmen des Zulassungsverfahrens und unter der Biozid-Verordnung (EU) Nr. 528/2012 im Rahmen der Wirkstoffgenehmigung.

Gezielte Recherche in zwei Datenbanken

SUBSPORTplus erlaubt eine umfassende und gezielte Suche nach Informationen zur Substitution. Das Portal bietet folgende Themen an: Regelwerke, eingeschränkte und prioritäre Stoffe für die Substitution, Praxisbeispiele, Substitutionsprozess und „Gute Praxis“. Zwei recherchierbare Datenbanken sind ein wesentlicher Bestandteil des Portals.

In der Datenbank eingeschränkter und prioritärer Stoffe sind 33 Listen mit Stoffen enthalten, die aufgrund ihrer gefährlichen Eigenschaften gesetzlich oder freiwillig in ihrer Verwendung beschränkt sind. Aktuell enthält diese Datenbank mehr als 30 000 Einträge. Durch Verlinkung der Originallisten können die jeweilige Beschreibung der Liste und deren Kriterien nachvollzogen werden.

Bild 2 Die Suche in der Datenbank der Fallbeispiele wird durch die Filter nach Sektor, technischer Funktion und Prozesskategorie unterstützt. Insgesamt 473 Einträge (mehr als 380 in Englisch, 90 in Deutsch) können nach Alternativen durchsucht werden. Grafik: BAuA

Die SUBSPORTplus Datenbank der Fallbeispiele (Bild 2) ist eine der bislang umfangreichsten bekannten Datenbanken zu diesem Thema mit über 380 Praxisbeispielen erfolgreicher Substitution. Für die Aufnahme in die Datenbank müssen die von SUBSPORTplus entwickelten Anforderungskriterien an eine Alternative erfüllt sein. Eine Grundlage bilden die Auswahlkriterien nach SUBSPORTplus – die SUBSPORTplus database according to screening criteria (SDSC). Eine Aktualisierung wird derzeit bezüglich der harmonisierten Einstufung und Kennzeichnung nach der CLP-Verordnung durchgeführt, und gleichzeitig werden neue Fallbeispiele aus aktuellen Rechercheprojekten generiert, z. B. EU-LIFE Fit for REACH [2]. Die Datenbank dient als Anregung für sicherere Alternativen und Verfahren.

Überblick über aktuelle Entwicklungen

Die im SUBSPORT-Projekt entwickelte schrittweise und systematische Herangehensweise für den Substitutionsprozess erläutert das Vorgehen und schafft einen Überblick über aktuelle Bewertungsmethoden und Instrumente. Beispielsweise werden die aktuelle Technische Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 600 „Substitution“, der Green Screen und das Einfache Maßnahmenkonzept Gefahrstoffe (EMKG) vorgestellt, um den Einstieg in die Substitution zu erleichtern.

Als neuer Themenschwerpunkt soll in SUBSPORTplus zukünftig „Gute Praxis“ erarbeitet werden. Hier werden Informationen, z. B. Leitfäden, zum sicheren Umgang für Gefahrstoffe am Arbeitsplatz bereitgestellt, für die momentan keine geeigneten Alternativen verfügbar sind. SUBSPORTplus wird zudem aktuelle Entwicklungen zur Substitution berücksichtigen und sich weiterentwickeln. So werden Kriterien für sichere und nachhaltige Stoffe im Rahmen der EU-Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit [3] entscheidend für die zukünftige Definition einer erfolgreichen Substitution sein.

Die SUBSPORTplus Plattform lebt von den Beiträgen und dem Feedback aus der Praxis. Inspirierende Beispiele, die sicherere (und zukünftig nachhaltige) Alternativen anbieten, sind willkommen. 

Literatur

  1. Portal SUBSPORTplus. Hrsg.: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), Dortmund. /www.subsportplus.eu/subsportplus/DE/Home/Home_node.html
  2. LIFE/Fit for REACH. www.fitreach.eu/article/welcome-lifefit-reach
  3. Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit. Hrsg: EU-Kommission. ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/fs_20_1846

Dr. Michaela Clever
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), Dortmund.

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