Befestigung 21.05.2021, 12:00 Uhr

Bolzenanker sichern den Fluchtweg im Eisenbahntunnel

Der Verkehr in Mexiko soll mehr auf die Schiene verlegt werden. Hierzu wird eine erste Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsstrecke gebaut. Beim einzigen Tunnel auf der Strecke kommen zur Sicherung der Fluchtwege Stahlanker zum Einsatz.

Die Berglandschaft der Sierra de las Cruces in Mexiko wird für die neue Eisenbahnstrecke auf 4,7 Kilometern untertunnelt. Foto: fischer

Die Berglandschaft der Sierra de las Cruces in Mexiko wird für die neue Eisenbahnstrecke auf 4,7 Kilometern untertunnelt.

Foto: fischer

Die Verkehrsbelastung in Mexiko ist hoch. Gerade Mexiko-Stadt leidet unter einer starken Umweltverschmutzung und vielen tödlichen Unfällen durch den hohen Verkehr. Um eine Entlastung zu ermöglichen, errichtet das „Secretaría de Comunicaciones y Transportes (SCT)“ (politisches Sekretariat der Regierung in Mexiko für Kommunikation und Verkehr) zwischen den Städten Mexiko-Stadt und Toluca seit 2014 eine Eisenbahnstrecke. Durch sie soll mehr Verkehr auf die Schienen verlegt werden. Ab 2023 sollen auf der elektrifizierten Strecke „Tren Interurbano México Toluca“ die Züge fahren. Ein erster Abschnitt der knapp 58 Kilometer langen Strecke soll noch in 2021 ihren Betrieb aufnehmen. In 39 Minuten sollen die zukünftigen Passagiere mit bis zu 160 Stundenkilometer ihr Ziel erreichen. Für die Strecke benötigen sie heute zwei Stunden. Neben der SCT ist die „Secretaría de Energía (SENER)“ (Sekretariat/Ministerium für Energie) für die Planung der Strecke zuständig. Ein Konsortium aus mehreren Unternehmen hat den Zuschlag für den Bau und die Ausstattung der Strecke erhalten.

Ausgänge bei gefährlichen Situationen im Tunnel gesichert

Die meiste Zeit verläuft die Strecke oberirdisch. Wobei die Trasse auf Betonstützen aufgestelzt ist. Doch die Berglandschaft der Sierra de las Cruces ist auf einem Abschnitt von 4,7 Kilometern unterirdisch angelegt. Um dieses zu ermöglichen, wird ein zweiröhriger Tunnel errichtet. Vorgefertigte Betonelemente werden für den Bau der zwei Röhren eingesetzt. Im Tunnel hat das Planerteam Notfallstege errichtet. Dadurch erfüllen sie die Sicherheitskriterien. Durch die Notfallstege gelangen die Passagiere in gefährlichen Situationen zu den Notausgängen und können den Tunnel verlassen. Die Notfallstege wurden mit Stahlplatten verstärkt. Für einen sicheren Halt im Beton wurden diese mit einem Bolzenanker der Größe 20/60 befestigt. Von diesen wurden etwa 19.000 Stück verbaut.

Stahlplatten stabilisieren zusammen mit Bolzenankern die Notfallstege im zweiröhrigen Tunnel.

Foto: fischer

Bolzenanker nimmt Lasten auf

Der eingesetzte Bolzenanker nimmt in gerissenen Beton schwere Lasten auf. Dabei ist er flexibel einsetzbar und sicher zu montieren. Damit der Bolzenanker die Lasten in Beton sicher ableitet, wird beim Anziehen der Mutter der Konusbolzen in den Spreizclip gezogen. Dadurch verspannt dieser fest gegen die Bohrlochwand und ermöglicht höchste Tragfähigkeit. „Wir überzeugten unsere Auftraggeber jedoch nicht nur mit den für das Projekt geeigneten Stahlankern, sondern darüber hinaus mit technischer Unterstützung, pünktlicher Lieferung und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis“, betont Juan Manuel Fernández, Koordinator für den Bereich Ingenieurwesen bei der fischer Landesgesellschaft in Mexiko.

Planung berücksichtigt ökologische Aspekte

Das Planerteam musste bei den Bauarbeiten und der Strecke immer die ökologischen Aspekte berücksichtigen. So wurde zum Beispiel für die oberirdische Betontrasse zuerst seitliche Stützen geplant. Hierdurch hätten jedoch Tausende Bäume gefällt müssen. Daher entschied sich das Team für Mittelstützen. Und auch der Tunnel durch die Sierra de las Cruces wird errichtet, um die natürliche Berglandschaft zu erhalten. Mit dem Einsatz von Building Information Modeling war es möglich, den vorgesehenen Streckenverlauf nochmals zu verändern, da durch die Arbeitsmethode verdeutlicht wurde, dass mit der ursprünglichen Strecke Schäden an der Wasserversorgung von Mexiko Stadt möglich sein könnten.

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Von fischer / Heike van Ooyen

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