Softwarelösungen für die Baubranche 05.07.2021, 08:14 Uhr

ConTech – Software die die Bauindustrie aufmischt

Eine Digitalisierungswelle kommt auf die Baubranche zu, angestoßen durch ConTechs. Innovative Lösungen, die verändern werden, wie wir in Zukunft bauen.

Die Digitalisierung auf Baustellen nimmt zu. Foto: panthermedia.net/silverjohn

Die Digitalisierung auf Baustellen nimmt zu.

Foto: panthermedia.net/silverjohn

Es bewegt sich etwas in der Bauindustrie in Deutschland – die Offenheit für digitale Lösungen, die den Alltag im Baugewerbe vereinfachen, finden immer mehr Anklang. Doch woher kommt der Impuls dazu, dass diese traditionell eher analoge Industrie nun trotzdem den Absprung in eine digitale Zukunft wagt? ConTech Start-ups – die Akteure, die hinter vielen modernen Softwares und Tools stehen, mischen die Bauindustrie auf. Besonders in den letzten Jahren sind dabei zahlreiche innovative Neugründungen für die Bauindustrie aus dem Boden geschossen und haben eine Digitalisierungswelle angestoßen. Die jungen Unternehmen zeigen, wie durch Automation und Optimierung Ressourcen eingespart und Fachkräfte effizienter eingesetzt werden können.

PropTechs und ConTechs wo liegt der Unterschied?

PropTechs und ConTechs werden oft in einem Atemzug genannt, doch wo liegt der Unterschied? PropTech steht für Property Technology und bezieht sich auf digitale Lösungen, die den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes abdecken. Also von der Finanzierung und Realisierung über den Betrieb bis hin zum Abriss. Construction Technology (ConTech) umfasst hingegen ausschließlich die neun Bauphasen und fokussiert die Verknüpfung der Bauwirtschaft durch innovative Technologien. Idealerweise entsteht dabei eine Art Ökosystem, welches Konnektivität entlang der gesamten Wertschöpfungskette schafft. Die Begriffe PropTech und ConTech stehen somit sowohl für die branchenspezifischen Technologien als auch für die Firmen, die diese Technologien entwickeln.

Der Unterschied zwischen PropTech und ConTech. Grafik: Tenera

Eine Vielzahl an Lösungen für ConTechs

Heute gibt es bereits eine Vielzahl an ConTechs auf dem Markt. Sowohl internationale als auch nationale Anbieter, die eine Bandbreite an Innovationen und Lösungen bereitstellen. Doch eine der größten Herausforderungen des Bauwesens bleibt weiterhin bestehen: die hohe Fragmentierung. Digitalisierung soll hier Abhilfe verschaffen. Wie aber, wenn immer mehr Lösungen auf den Markt kommen, die zwar einzelne Stufen im Bauprozess digitalisieren, ein ganzheitlicher Ansatz aber ausbleibt? Lösungen verschiedenster Anbieter sollten miteinander kompatibel sein. Dafür gilt es Schnittstellen zu schaffen und kooperativ für eine erhöhte Konnektivität zusammenzuarbeiten. Das gilt sowohl für die Bauakteure als auch für die ConTechs, sodass gemeinsam das Ziel der Prozessoptimierung und -automatisierung erreicht werden kann, von der alle Beteiligten profitieren.

Schnittstellen für die Zusammenarbeit schaffen

Zu einer der größten Herausforderungen am Markt zählt die Schaffung von Schnittstellen. Dadurch, dass Schnittstellen fehlen, wird ein effektiver Datenfluss entlang der Wertschöpfungskette verhindert. Heute ist die Branche von drei Szenarien geprägt, die eine Schnittstellenbildung aufwendig, kostenintensiv oder gar unmöglich machen:

  • Legacy-Systeme im Verantwortungsbereich der internen IT-Abteilung
  • Dominante Systeme von großen Softwareanbietern mit entsprechendem Vendor Lock-in
  • Teilintegrierte (Spezial-)Softwarelösungen

Wie kann man dem entgegenwirken?

Plattformen ermöglichen kooperative Zusammenarbeit

Plattformen sollen hier als Lösung dienen und sind Experten zu Folge einer der bedeutendsten Trends der digitalen Zukunft des Bauens, denn Plattformen ermöglichen es, kooperativ zusammenzuarbeiten und Konnektivität entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu schaffen. In bisher vorhandenen IT-Architekturen ist die Digitalisierung von Teilprozessen bereits möglich. ConTechs haben Lösungen entwickelt, die im Einzelnen bereits überzeugen, nun gilt es Strukturen zu schaffen, um die digitalisierten Teilprozesse auch zu verbinden. Plattformen bieten hier neue Möglichkeiten, um alle Bauphasen abzudecken und ein verbundenes Ökosystem entstehen zu lassen. Daten aller Beteiligten an einem Projekt können zusammengeführt werden, was es ermöglicht, das wahre Potenzial von Machine Learning, KI und anderer Datenintegrationsmethoden freizusetzen. Außerdem befähigen Plattformen die Projektbeteiligten auf alle von ihnen benötigten Information zentralisiert zuzugreifen und diese mit anderen problemlos auszutauschen.

Innovative Software für Lösungen

Durch den Trend zur Digitalisierung zeichnet sich auch ein steigendes Verständnis für die Bringschuld von Softwareanbietern bei der Lösung von Problemen ab. Dafür wird sich Software, wie sie derzeit noch in einer Vielzahl bereitgestellt wird, verändern müssen. Damit die Bauindustrie nachhaltig innovativ werden kann, ist eine bedürfnisorientierte Entwicklung von Programmen nötig. Schnittstellen müssen zur Regel werden, um die immer wieder erfragte Konnektivität gewährleisten zu können. Es ist die Aufgabe der Softwareindustrie, den Markt mit neuen, nutzerfreundlichen Lösungen zu bereichern. Diese Eigenschaften sollte eine gute Software daher mitbringen:

  • Standardisierung von Dateiformaten die einen einfachen Austausch ermöglichen
  • Kompatibilität zwischen einzelnen Anwendungen, auch anbieterübergreifend
  • Intuitives UX-Design
  • Cloud-basiertes Arbeiten, was den lokalen Speicherplatzbedarf minimiert und den externen Austausch und Zugriff auf Daten und Informationen vereinfacht

Innovative Lösungsansätze entstehen in einem Kreislauf. Grafik: Tenera

Von Zusammenarbeit zu Kooperation

Kaum eine Branche ist von Grund auf so kooperativ wie die Baubranche. Kein Projekt wird von nur einem Beteiligten bewältigt. Ein Team aus Planerinnen und Planern, Ingenieurinnen und Ingenieuren, Unternehmern und Nachunternehmern arbeiten gemeinsam von der Planung bis zur Fertigstellung. Doch schaut man genauer hin, erfolgt die Zusammenarbeit aufgrund der Fragmentierung nicht immer maximal kooperativ. Wieso also nicht Technologien nutzen, von denen im Rahmen der Projektabwicklung alle Beteiligten profitieren? Obwohl die Bauakteure teilweise noch zurückhaltend mit der Einführung von Technologien sind, sind ConTechs aus der Bauindustrie nicht mehr wegzudenken. Denn der Erfolg gibt ihnen recht. Digitalisierung führt zu optimierten und automatisierten Prozessen, die den Projekterfolg maßgeblich steigern. Die innovativen Technologien ermöglichen es, viele Herausforderungen in der Bauwirtschaft zu bewältigen. Der Anfang ist dabei durch die Entwicklung von Softwares und Tools in Teilen schon geschafft. Nun gilt es Schnittstellen zu schaffen und Strukturen durch etwa Plattformen zu bilden. Zusammenarbeit in der Bauindustrie ist eine Voraussetzung, diese kooperativ und nachhaltig zu gestalten das Ziel.

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