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Spitzenprofessur Konstruktiver Wasserbau 24.04.2026, 11:00 Uhr

Klimawandel zwingt zum Umdenken: Hochschule Nürnberg investiert massiv in Wasserbau

Eine neue Spitzenprofessur im konstruktiven Wasserbau soll die Forschung an der Ohm stärken und Lösungen für Klimawandel und Hochwasserschutz fördern.

Talsperre

Die neu eingerichtete Spitzenprofessur im konstruktiven Wasserbau an der Technischen Hochschule Nürnberg Ohm stärkt Forschung, Lehre und Innovation im Bereich wasserbaulicher Infrastruktur.

Foto: Smarterpix / pajche

Die Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm baut ihre wasserbauliche Forschung gezielt aus und setzt dabei auf eine neue Spitzenprofessur im konstruktiven Wasserbau. Gleichzeitig stärkt die Hochschule damit ihre Position in einem zentralen Zukunftsfeld der Ingenieurwissenschaften. Im Rahmen der Förderlinie „Spitzenprofessur (HaW)“ stellt das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst bis zu 3,5 Millionen Euro über fünf Jahre bereit, wodurch die Hochschule neue Forschungs- und Entwicklungsmöglichkeiten erhält.

Neue Expertise für die Hochschule gewonnen

Die Hochschule richtet die neue Professur bewusst praxisnah aus und verknüpft Forschung, Lehre und Anwendung noch enger miteinander. Dadurch entsteht ein klarer Fokus auf reale Herausforderungen im Wasserbau, die durch Klimawandel und Infrastrukturbelastung immer wichtiger werden. Zudem stärkt die Professur die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Ingenieurpraxis, sodass innovative Lösungen schneller in die Anwendung gelangen.

Spitzenprofessur Konstruktiver Wasserbau und internationale Expertise

Für die Professur gewinnt die Hochschule Prof. Dr.-Ing. Holger Haufe, der umfangreiche Erfahrung aus internationalen Großprojekten mitbringt. Er leitete zuvor komplexe Infrastrukturprojekte und arbeitete unter anderem an Talsperren, Hochwasserrückhaltebecken und wasserbaulichen Anlagen. Außerdem bringt er Fachwissen im Stahlwasserbau und in Dichtungssystemen ein und ergänzt damit das bestehende Kompetenzprofil der Hochschule deutlich.

Darüber hinaus engagiert sich Haufe in internationalen Gremien, wodurch er aktuelle Entwicklungen im Wasserbau aktiv mitgestaltet und neue Impulse nach Nürnberg bringt.

Porträt von Prof. Dr.-Ing. Holger Haufe, neuer Professor für konstruktiven Wasserbau an der Technischen Hochschule Nürnberg Ohm.
Prof. Dr.-Ing. Holger Haufe übernimmt die neue Spitzenprofessur im konstruktiven Wasserbau an der Technischen Hochschule Nürnberg Ohm und bringt internationale Projekterfahrung in Forschung und Lehre ein.

Spitzenprofessur Konstruktiver Wasserbau und Klimaanpassung

Der konstruktive Wasserbau gewinnt stark an Bedeutung, weil Klimawandel, Extremwetter und steigender Wasserbedarf neue Lösungen erfordern. Deshalb richtet die Hochschule ihre Forschung gezielt auf Hochwasserschutz, nachhaltige Wasserversorgung und resiliente Infrastruktur aus. Gleichzeitig entwickeln Forschende neue Ansätze, um bestehende Bauwerke zu sichern und an veränderte Umweltbedingungen anzupassen.

Verbindung von Praxis und Wissenschaft im Fokus

Die Hochschule bietet dafür eine moderne Forschungsumgebung und nutzt unter anderem das Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft (IWWN). Dort arbeiten Forschende bereits seit Jahren an zentralen Fragestellungen der Wasserwirtschaft. Zusätzlich erweitert das Wasserbauforschungslabor im Ohm Innovation Center die Möglichkeiten erheblich, denn es ermöglicht großmaßstäbliche Versuche mit bis zu 480.000 Litern Wasser.

Dadurch lassen sich sowohl Grundlagenforschung als auch praxisnahe Experimente effizient verbinden. Außerdem unterstützt die Infrastruktur Messungen im Feld, sodass Forschungsergebnisse direkt mit realen Bedingungen abgeglichen werden können.

Zukunftsperspektiven im Konstruktiven Wasserbau

Die neue Professur stärkt langfristig die Entwicklung nachhaltiger Wasserinfrastruktur, weil sie Forschung, Lehre und Anwendung konsequent verbindet. Zudem fördert sie innovative Lösungen für Hochwasserschutz, Feststofftransport und Bauwerksdauerhaftigkeit. Gleichzeitig entsteht ein enger Austausch zwischen Wissenschaft und Ingenieurpraxis, der neue technische Entwicklungen beschleunigt.

Damit positioniert sich die Hochschule klar als wichtiger Standort für angewandte Wasserbauforschung in Deutschland und trägt aktiv zur Lösung zentraler Infrastrukturfragen bei. (Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm / Heike van Ooyen)

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