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Kaum echtes Betonrecycling in Deutschland

28. März 2022

Etwa 26 Milliarden Tonnen mineralische Materialien sind in Deutschland verbaut, davon 13,8 Milliarden Tonnen im Hochbau und 12,3 Milliarden Tonnen im Tiefbau. Jährlich fallen dabei 60 Millionen Tonnen an recyceltem Bauschutt durch Abbruch und Rückbau an. Aber lediglich etwa 0,6 Millionen Tonnen werden als Zuschlag zur Betonherstellung eingesetzt. Ursachen…
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Etwa 26 Milliarden Tonnen mineralische Materialien sind in Deutschland verbaut, davon 13,8 Milliarden Tonnen im Hochbau und 12,3 Milliarden Tonnen im Tiefbau. Jährlich fallen dabei 60 Millionen Tonnen an recyceltem Bauschutt durch Abbruch und Rückbau an. Aber lediglich etwa 0,6 Millionen Tonnen werden als Zuschlag zur Betonherstellung eingesetzt.

Ursachen für mangelnde Wiederverwertung von Betonbruch

Über Ursachen dafür sprachen wir mit Prof. Peter Jehle, der auch Gründer eines auf Abbruch, Rückbau, Altlasten und Gebäudeschadstoffe spezialisierten Ingenieurbüros ist.

Herr Prof. Jehle, warum steckt die Benutzung von Recyclingbeton in Deutschland noch in den Kinderschuhen?

Peter Jehle: Wir haben starke Gegenströmungen schon seit Mitte der 1980er-Jahre, als sich insbesondere die Erden-Stein-Industrie gegen den Einsatz von Recyclingbeton, aber auch Recyclinggranulat gewandt hat. Man hat ihm wenig Beständigkeit zugetraut und Unzuverlässigkeit zugewiesen. In jüngster Zeit kommt noch hinzu, dass bei mineralischen Abfällen bereits Recyclingquoten von 90 Prozent und mehr genannt werden. Dabei landet Betonbruch, der als Grundlage für die Herstellung von Recyclingbeton sehr gut geeignet wäre, im Straßenunterbau, in Verfüllungen oder in Baugruben, wird also nicht so hochwertig verwendet, wie es möglich wäre. Solche „Downcycling“-Anwendungen behindern die Innovation!

Wie könnte es besser gehen?

In den USA, Belgien oder der Schweiz werden bis zu 15 Prozent der Betonmengen als Recyclingbeton verbaut. Die Schweizer machen es uns beispielsweise vor, sie haben viel mehr experimentiert und einfach gesagt: Wir ersetzen Teile der natürlichen Rohstoffe durch Recyclingmaterial. Deshalb gibt es dort auch – je nachdem, welche Ansprüche wir an das Produkt stellen – ganz unterschiedliche Mischungsverhältnisse, die dazu führen, dass heute eigentlich nicht mehr gefragt wird „Ist das Recyclingbeton oder Beton aus natürlichen Gesteinskörnungen?“, sondern es wird nur noch die Qualität abgefragt.

Der Druck auf die Bauindustrie, mehr zu recyceln, wächst doch derzeit enorm. Beginnt da jetzt ein Umdenken?

Hauptsächlich werden noch die Bälle hin und her geschoben. Die Recyclingbetriebe fordern die Auftraggeber auf, Recyclingbeton in die Ausschreibungen mit aufzunehmen, die Bauherren mahnen zuverlässige Qualitäten an, die Lieferanten lehnen die Gewährleistung ab und so weiter. Das ist das Spiel, das bei uns getrieben wird: …

Lesen Sie weiter in der Ausgabe 04|2022 des Bauingenieur

Weitere Fragen, die Prof. Jehle im Interview fachkundig beantwortet:

  • Gibt es solche Probleme nur bei Projekten, bei denen die Beteiligten wenig Erfahrung haben?
  • Reichen die existierenden Normen und Vorschriften, um die nötige Qualität zu garantieren?
  • Ist die Trennung der Fraktionen beim Abbruch ausreichend?
  • Wo lassen sich Verbesserungen erreichen?
  • Sollte bei Neubauten die Verwendung von Recyclingmaterial verbindlich gefordert werden?
  • Gibt es trotz aller Hemmnisse Gründe, optimistisch zu sein?

 

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