Bauplanung 18.12.2020, 12:05 Uhr

Lean Methoden in der Praxis

Die Teilnehmer der 6. GLCI-Konferenz konnten im virtuellen Raum erfahren, wie die Referenten die Lean Methode in der Baupraxis angewandt haben und erfuhren, warum Lean Disziplin fordert.

Die 6. GLCI Konferenz eröffenten im virtuellen Raum Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Shervin Haghsheno (rechts) und  Geschäftsführer Thomas Bär (links). Foto: VDI Fachmedien

Die 6. GLCI Konferenz eröffenten im virtuellen Raum Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Shervin Haghsheno (rechts) und Geschäftsführer Thomas Bär (links).

Foto: VDI Fachmedien

Viele Veranstaltungen wurden in diesem Jahr durch die Corona-Pandemie abgesagt oder in den virtuellen Raum verlegt. Für die virtuelle Version entschieden sich auch die Veranstalter der 6. GLCI-Konferenz. Geplant war eigentlich, den Teilnehmern in einer Präsenzveranstaltung die neuesten Entwicklungen zum Thema Lean Thinking zu zeigen und die Möglichkeit zu geben, mit den Experten vor Ort in den praxisnahen Austausch zu gehen. Doch für die Sicherheit der Teilnehmer und der Referenten nutzen die Veranstalter die Chance, eine digitale Veranstaltung zu organisieren. Drei virtuelle Konferenzräume standen den rund 300 Teilnehmern zur Verfügung, um von den Experten ihre Bau-Lösungen mit Lean Construction zu erfahren. Im Chat könnten Fragen gestellt werden, die dann mit den Experten diskutiert wurden.

Termine können gehalten werden

Im sehr praxisnahen Teil der Konferenz berichteten die Akteure in kurzen zehnminütigen Vorträgen von ihren Erfahrungen mit den Lean Methoden in konkreten Bauprojekten. Dazu führte Dipl.-Ing. Jürgen Johannes Wegener (Wegener Bauunternehmen GmbH & Co. KG, Geschäftsführer) zusammen mit Dr. Selim-Tugra Demir (fischerConsulting GmbH, Senior Projektmanager sowie Leiter der Branche Bauzulieferindustrie) an, dass das Last Planner System zur Termintreue führen kann. Als Praxisbeispiel nutzten sie ein Studentenwohnheim in Paderborn, bei dem Wegener als Bauunternehmen tätig war. Hier waren die Partner erst skeptisch gegenüber dem Ziel, das Last Planner System einzusetzen, doch dann positiv und aufgeschlossen. Denn im Bauablauf wurde deutlich, dass mit der Einführung des Systems die Taktplanung besser aufeinander abgestimmt wurde und vorhersehbare Resultate möglich waren. Eine Sechs-Wochen-Vorschau ließ eine hohe Termintreue zu. Die Taktplanung gab eine Struktur vor und das Last Planner System ermöglichte, flexibel und agil im Bauprozess zu sein. So konnte der Ziel-Zustand stetig verbessert werden.

Lean beim Bauen im Bestand

Dass das Last Planner System nicht nur bei Neubauten zur Termintreue führen kann und dabei Flexibilität ermöglicht, zeigten Dipl.-Ing. Architektin Alice Metz und Ing. (FH) Jens-Daniel Herrmann (beide von der THOST Projektmanagement GmbH, Standortleitung). Sie nutzten das Last Planner System beim Bauen im Bestand. Ihr Projekt war der Umbau einer Bestandshalle von Trumpf. Hinzu kam ein Anbau eines Technikgebäudes und Tiefbauarbeiten für den Tank einer Sprinkleranlage. Das Bauprojekt sollte innerhalb einer begrenzten Bauzeit stattfinden, im laufenden Betrieb und einige der Aufgaben kamen erst nach Projektvergabe und Planung hinzu. Durch den Einsatz des Last Planner Systems war es Metz und Herrmann möglichm agil auf die veränderten Anforderungen zu reagieren und das Projekt anzupassen und entsprechend zu handeln.

Lean fordert Disziplin

Noch stößt die Lean Methode nicht überall auf Akzeptanz und viele gehen vorsichtig mit der neuen Art des Planens und Bauens um. Thomas Spiegel (Robert Bosch GmbH) gab hierzu eine Einschätzung, warum dieses so ist. Zuvor referierte er zu der Frage „Wie viel Lean verträgt der Mensch?“ Denn für ihn ist es der Mensch, um den es bei Lean geht. Er stellte heraus, was die Herausforderung an Lean ist: die Disziplin. Lean fordere eine hohe Transparenz von den Teilnehmern und dass kann nach Aussage von Spiegel weh tun. Denn man kann seinen Tag und seine Zeit nicht mehr so planen, wie man es gerne möchte. Man ist im Projekt an Lean gebunden, um die Ziele zu erreichen. Dieses ist ein Punkt, den die Akteure überwinden und in das System vertrauen sollten.

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Von Heike van Ooyen

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