Anzeige

Der molekulare Blitzer: Wie Sensoren Gase erkennen und unterscheiden

02. Oktober 2025

Supermarkt Verkäufer mit Checkliste auf Klemmbrett kontrolliert Gemüse in der Gemüseabteilung
Präzise Gasdetektion dank MOF-Technologie: Der molekulare Blitzer revolutioniert elektronische Nasen für Atemanalyse und Sicherheit.
Foto: picture alliance / Zoonar/Robert Kneschke
Von Atemanalyse bis Sprengstoffdetektion: Viele Anwendungen erfordern verlässliche „elektronische Nasen“, die gasförmige Stoffe präzise erkennen können. Forschende der KU Leuven präsentieren dafür eine flexible Plattform, die Gase nicht nur erkennt, sondern auch ihre Bewegungsgeschwindigkeit misst – wie ein molekularer Blitzer.
Anzeige
Anzeige


Inhaltsverzeichnis

Der Unterschied zu klassischen E-Nasen

Konventionelle elektronische Nasen analysieren vor allem, wie viel einer Substanz an der Oberfläche des Sensors haftet. In der realen Luftumgebung mischen sich jedoch Hunderte sogenannte VOCs – flüchtige organische Verbindungen aus leicht verdampfenden und kohlenstoffhaltigen Stoffen – in geringen Konzentrationen, während Wasserdampf oft um Größenordnungen häufiger vorkommt. Das führt zu Signalüberlagerungen und geringer Präzision.

Die Plattform der KU Leuven nutzt metallorganische Gerüste (MOFs) mit gleichförmigen Nanoporen. Entscheidend ist hier nicht die Menge, sondern die Diffusionsgeschwindigkeit, mit der die Moleküle die engen Porenfenster passieren. Die Geschwindigkeit der Gase ist dabei abhängig von ihrer Größe und ihrer Struktur. Sie dient als Fingerabdruck, mit dem sich die Gase fehlerfrei trennen lassen.

Anzeige
Anzeige

Skalierbare Plattform statt Einzwecksensor

Der Ansatz ist von Grund auf modular aufgebaut. Durch die gezielte Wahl oder Kombination des MOF-Materials lässt sich der Sensor auf bestimmte Zielgase zuschneiden, ohne das Grunddesign verändern zu müssen. So bleibt das System kompakt, energieeffizient und leistungsstark.

So funktioniert die Messung

Der Sensor des molekularen Blitzers besteht aus einem dünnen Kondensator, dessen Isolationsschicht aus einer MOF-Schicht besteht, bedeckt von einer gasdurchlässigen Deckelektrode.

Zunächst lagern sich die Gasmoleküle in den Nanoporen des MOFs an. Dann folgt ein kurzer Temperaturimpuls: Die Temperatur steigt ruckartig von 24 °C auf 40 °C, wodurch die Moleküle wieder freigesetzt werden – jedoch jedes seine eigene Geschwindigkeit erhält. Die zeitversetzte Freisetzung verändert die Kapazität und genau diese Änderung wird ausgewertet.

Anzeige
Anzeige

Aus ihr lässt sich dann die Beweglichkeit der Moleküle bestimmen, die als geschwindigkeitsbasierter Fingerabdruck zur Identifikation des Stoffes dient, sowie eine Amplitude, mit der sich die Konzentration des Stoffes berechnen lässt.

Von Labor bis Feld

Die Plattform deckt ein weites Einsatzspektrum ab: In der Atemanalyse lässt sie mögliche Biomarker wie Aceton gezielt erfassen. In Sicherheit und Industrie unterstützt sie die Lecksuche, überwacht Lösungsmittel und schädliche Dämpfe und hilft beim Aufspüren von verborgenen Sprengstoffen oder Drogen. Für Batteriesysteme und die Umweltüberwachung ermöglicht sie die Früherkennung von Störungen sowie ein kontinuierliches Überwachen der Luftqualität in Innenräumen sowie auch im Freien. Auch entlang der Lebensmittelkette kann sie eingesetzt werden, etwa zur Frische- und Verderbskontrolle.

Anzeige
Anzeige

Die Zukunft des molekularen Blitzers

Für genaue Messwerte braucht es Kalibrierungen für jedes Zielgas und jedes eingesetzte MOF – über passende Temperatur- und Konzentrationsbereiche. Die Heizdynamik setzt Grenzen: sehr schnelle Moleküle, wie Wasser, werden durch die Aufheizrate gebremst. Zusätzlich fehlen bisher noch bessere Heizer und angepasste Schichtdicken. Außerdem ist ein Praxisnachweis Pflicht: Vor dem Einsatz sind robuste Studien, Normen und Zulassungen erforderlich.



Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

CAD-Konstrukteur (m/w/d)
Boyd Weiler GmbH & Co. KG

13.09.2026
Weiler-Simmerberg
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Bauprojektleiter (m/w/d)
Allbau Managementgesellschaft mbH

13.09.2026
Essen
Ingenieur* im Anforderungsmanagement
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH

13.09.2026
Langen
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d)
WipflerPLAN Planungsgesellschaft

13.09.2026
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz
Information Security Manager (all genders)
VINCORION Advanced Systems GmbH

13.09.2026
Wedel
Professur „Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)“
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences

13.09.2026
Düsseldorf
Senior-Ingenieur Auftragsengineering (m/w/d)
Mehrer Compression GmbH

13.09.2026
Balingen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hamm
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Dillenburg
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Dillenburg
BIM-Manager (w/m/d) Niederlassung Westfalen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster, Gelsenkirchen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Netphen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Netphen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Bochum
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bochum
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Osnabrück
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Osnabrück
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hagen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hagen
Bauleiter (m/w/d) im Bereich schlüsselfertigen Wohnungsbau
SCHEIDL

13.09.2026
Moosburg/Landshut
Projektingenieur Fachplanung Versorgungstechnik (m/w/d)
INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH

13.09.2026
Achim, Celle, Salzgitter, Wolfsburg
Meister (m/w/d) für die mechanische Fertigung
Montanhydraulik GmbH

13.09.2026
Gelsenkirchen
Bauingenieur (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bayreuth

Weitere Artikel



Anzeige
Anzeige