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Bundeswehr-Lieferant Heckler & Koch: keine Veränderungen in der Eigentümerstruktur

09. September 2025

Waffen
Waffenproduktion in Deutschland: Heckler & Koch. Foto: U.S. Army photo by Spc. Derek Mustard
Wer steckt wirklich hinter Heckler & Koch? Es gab doch keine Veränderungen in der Eigentümerstruktur, wie ursprünglich berichtet wurde.
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Mehrere Medien, auch ingenieur.de  haben Ende August berichtet, dass die US-Finanzgesellschaft Erell LLC aus Jackson im Bundesstaat Wyoming als neuer Hauptaktionär aufgetreten ist. Wie die Compagnie de Développement de l’Eau (CDE) S.A., der Mehrheitsaktionär der H&K AG mitteilte – ist es nicht so. Denn: Die Eigentümerstruktur der H&K AG steht zweifelsfrei fest und hat sich nicht verändert. CDE mit Sitz in Luxemburg ist und bleibt Mehrheitsaktionär der H&K AG.

Heckler & Koch gilt als größter deutscher Produzent von Handfeuerwaffen – das Sortiment reicht von Pistolen über Sturmgewehre bis hin zu Maschinengewehren und Granatwerfern. Rund 1.350 Beschäftigte arbeiten vor allem am Stammsitz in Oberndorf im Nordschwarzwald.

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Darüber hinaus wurde von der Compagnie de Développement de l’Eau (CDE) S.A., dem Mehrheitsaktionär der H&K AG mitgeteilt, dass:

  1. Die Besitzverhältnisse bei CDE haben sich nicht verändert.
  2. Der französische Investor Nicolas Walewski ist unverändert wirtschaftlich Berechtigter der Treuhand-Struktur, die CDE kontrolliert.
  3. Veränderungen auf Ebenen oberhalb des Treuhänders der CDE haben keinerlei Auswirkungen auf Eigentums- oder Kontrollverhältnisse bei CDE oder H&K AG.

Wie entwickelt sich Heckler & Koch wirtschaftlich?

Laut Handelsblatt hat Heckler & Koch in der ersten Jahreshälfte deutlich mehr Aufträge für Handfeuerwaffen erhalten. Der Auftragseingang stieg um 42,8 % auf 282,5 Millionen Euro. Bestellungen für Militär und Polizei laufen oft über mehrere Jahre, die Lieferung beginnt daher erst später.

Der Umsatz legte um 4,7 % auf 179,5 Millionen Euro zu, während das Betriebsergebnis (EBITDA) leicht um 1,1 % auf 29,5 Millionen Euro sank. Grund dafür waren höhere Materialkosten und eine Aufstockung der Lagerbestände, damit die Produktion nach Bestellungen schneller starten kann.

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„Die aktuellen Halbjahreszahlen bestätigen unsere starke Marktposition. Der deutlich gestiegene Auftragseingang zeigt, dass Einsatzkräfte in Deutschland, Europa und innerhalb des transatlantischen Bündnisses auf unsere Produkte vertrauen. Mit dem Serienanlauf des neuen Standardsturmgewehrs G95A1 für die Bundeswehr hat eines der bedeutendsten Projekte unserer Unternehmensgeschichte begonnen. Das ist ein Meilenstein – für die Soldatinnen und Soldaten ebenso wie für Heckler & Koch“, wird Vorstandsvorsitzender Dr.-Ing. Jens Bodo Koch in einer Pressemitteilung zitiert.

Rüstung aus Oberndorf: H&K im Überblick

Der wichtigste Kunde von H&K ist die Bundeswehr, die in den kommenden Jahren 120.000 neue Sturmgewehre erhalten soll, um das bisherige Standardgewehr G36 abzulösen. Die erste Serienlieferung erfolgt noch in diesem Jahr. Auch Spezialkräfte der Bundeswehr nutzen H&K-Waffen.

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Zu den internationalen Konkurrenten gehören C.G. Haenel (Suhl), Sig Sauer (USA), FN Herstal (Belgien) und Colt CZ (Tschechien/USA). Die Nachfrage nach militärischen Handfeuerwaffen stieg bereits nach der Krim-Annexion 2014 und beschleunigte sich mit dem Beginn des Ukraine-Krieges vor dreieinhalb Jahren.

Der Kleinwaffenspezialist Heckler & Koch investiert an seinem Firmensitz Oberndorf am Neckar bis zum Jahr 2026 rund 100 Mio. € für die Serienproduktion des künftigen Sturmgewehrs der Bundeswehr. Bei Heckler & Koch lautet die Produktbezeichnung HK416, die Bundeswehr will es als G95 in zwei Jahren in Dienst stellen. Aktuell befindet es sich laut HK in der Truppenerprobung bei der Bundeswehr.

G36 bescherte der Bundeswehr einen Skandal

Die Vorwürfe der mangelnden Treffergenauigkeit bei heißgeschossener Waffe erwiesen sich zwar im Nachhinein als haltlos, doch die damalige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen erklärte kategorisch im April 2015: „Dieses Gewehr, so wie es konstruiert ist, hat in der Bundeswehr keine Zukunft.“ Es gehe nun darum, „mit Hochdruck an Ersatz zu arbeiten“.


Dass dieser Ersatz erst elf Jahre später die Truppe erreicht, liegt unter anderem an jahrelangen Patentstreitigkeiten zwischen HK und seinem Konkurrenten Haenel, der die Ausschreibung der Bundeswehr ursprünglich gewonnen hatte. Die deutschen Soldatinnen und Soldaten werden nun knapp 120.0000 Exemplare eines Gewehrs erhalten, das seit fast zwei Jahrzehnten produziert wird. So ist das HK416 das Standard-Sturmgewehr von Norwegen und Frankreich, andere Länder wie die Türkei orderten es für ihre Spezialkräfte. Das KSK der Bundeswehr hat es bereits im Einsatz.

Das HK416 besitzt eine Schiene für Zielfernrohr und Taschenlampe

Wie bei Sturmgewehren seiner Generation üblich, benutzt das HK416 das Nato-Standardkaliber 5,56 mm x 45 mm. An eine für die Nato-Länder standardisierte Schiene können Zurüstteile wie ein Zielfernrohr oder eine Taschenlampe montiert werden können. Die Schulterstütze kann durch ein- und ausfahren an den Körperbau von Schützin oder Schütze angepasst werden.

Eine Besonderheit des HK416 ist die patentgeschützte Over-the-Beach-Eigenschaft: Wird ein Gewehr abgefeuert, das kurz zuvor unter Wasser gewesen war (was etwa bei Kampfschwimmern üblich ist), besteht die Gefahr, dass es zerreißt, weil das Wasser im Verschluss und Lauf verhindert, dass der Gasdruck der gezündeten Treibladung wie vorgesehen entweicht. Beim HK416 sorgen entsprechend gestaltete Bohrungen dafür, dass das Wasser vor dem Abfeuern rechtzeitig aus der Waffe abgeleitet wird.

Der ursprüngliche Artikel von 29.08 wurde aktualisiert und am 09.09 korrigiert.



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