Heiko Mell ist Karriereberater, Buchautor und freier Mitarbeiter der VDI nachrichten. Er verantwortet die Serie Karriereberatung innerhalb der VDI nachrichten. Hier auf ingenieur.de haben wir ihm eine eigene Kategorie gewidmet.
In Kürze werde ich mein Studium abschließen. Mich würde die Arbeit bei einer namhaften Unternehmensberatung sehr interessieren. Ich verspreche mir eine vielseitige und herausfordernde Tätigkeit mit großen Perspektiven, allerdings verbunden mit enormem Reiseaufwand.
Im Moment reizt mich sicherlich die hohe Mobilität, jedoch habe ich aus Ihrer Karriereberatung gelernt, über den Tag hinaus zu denken und zukünftige Probleme zu erkennen.
Was wäre, wenn mir die Arbeitsbedingungen doch nicht gefallen (oder nicht auf Lebenszeit)? Wie sind die Aussichten, nach drei bis fünf Jahren aus der Beratung in die Industrie zu wechseln? Wo liegen verborgene Risiken?
Ich arbeite in einem Ingenieurbüro mit einer kleinen Belegschaft. Mein Arbeitgeber ist mit meiner Leistung sehr zufrieden.
Da ich in dem relativ kleinen Betrieb keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr sehe, möchte ich mich beruflich verändern und stehe nun unmittelbar davor, Bewerbungen abzuschicken. Ist es sinnvoll, meinen Arbeitgeber von meiner Absicht zu unterrichten?
1. Ist es generell üblich, seinen Arbeitgeber von der Absicht, eine neue Stelle zu suchen, zu informieren?
2. Erhöhen sich die Chancen bei einer Bewerbung durch Vorlage eines guten Zwischenzeugnisses erheblich?
3. Wie reagiert ein potentieller Arbeitgeber, wenn er erfährt, daß man dem jetzigen den Wunsch nach einem Stellenwechsel „verheimlicht“?
Frage: Bis heute glaubte ich, etwas von dem verstanden zu haben, was Sie immer wieder aufzeigen und aus den Fehlern der anderen gelernt zu haben. Jetzt jedoch bin ich selbst in einer Situation, in der bei mir alle Alarmglocken läuten.
Ich bin Dipl.-Ing. Nachrichtentechnik, Mitte 30 und war vier Jahre bei dem Unternehmen XY beschäftigt. Dort war zuletzt im Rahmen einer Umstrukturierung mein Arbeitsplatz im Vertriebsbereich weggefallen und man hatte mir eine Position im Einkauf angeboten. Diese hatte ich natürlich auch zunächst angenommen. Ich wußte jedoch von Anfang an, daß dies nicht meine Zukunft sein konnte.
So habe ich mich anderweitig beworben und nach einigen Vorstellungsgesprächen mit meinem zweiten Arbeitgeber einen Vertrag geschlossen.Nach der sechsmonatigen Probezeit hat man mir gekündigt mit der Bemerkung: Ich hätte mich nicht schnell genug in die für meine Stelle wichtigen Themengebiete eingearbeitet. Eine erste Unterredung hatte es schon nach knapp zwei Monaten gegeben. Dabei wurde mir gesagt, daß die Einarbeitung nicht so läuft, wie man sich das vorstellt.
Ich war von Anfang an auf mich allein gestellt und die Bitte, mich auf Schulungen für diese Produkte zu schicken, wurde überhört.
Ich brauche niemanden, der für mich denkt und arbeitet, aber ich muß bei einem komplexen Themengebiet wissen, was sehr wichtig, wichtig oder weniger wichtig ist. Schließlich war die Materie neu für mich, was ich auch beim Vorstellungsgespräch hervorgehoben habe.
Da ich Ihre kompromißlose und ehrliche Meinung immer geschätzt habe, möchte ich Sie fragen:
1. Was habe ich falsch gemacht (war ich zu blauäugig, hätte ich schon nach der ersten Unterredung Lunte riechen müssen?)?
2. Wie sieht ein Personalprofi diese Situation? Hat man überhaupt noch Chancen nach einem solchen Fehltritt?
3. Wie erklärt man eine solche Situation vor einem Personalchef?
4. Könnte mein Alter im Zusammenhang mit der Arbeitslosigkeit ein Problem werden?
5. Was liest ein Personalchef aus dem letzten Zeugnis?
Zu Ihrer Orientierung liegt eine vollständige Bewerbungsmappe bei.
Auch ich bin einer der Betroffenen, die „nur“ mit einem auf 18 Monate befristeten Vertrag eingestellt wurden. Damals erschien mir die Chance, im Forschungszentrum eines Top-Konzerns zu arbeiten, als großes Karriereangebot. Das war mir einen Wechsel von meiner ersten Anstellung und das Risiko eines befristeten Vertrages allemal wert.
Aus heutiger Sicht (fünf Monate vor Ablauf des Vertrages) ergeben sich nun gewisse Probleme. Obwohl mir von meinen Vorgesetzten versichert wird, daß man mit mir als Mensch und mit meinen Leistungen vollauf zufrieden ist, will man mir zum heutigen Zeitpunkt keine konkrete Zusage über eine Weiterbeschäftigung geben.
Die Konsequenz ist ein erneuter Start in die Bewerbungsphase. Doch wie stelle ich in einem Anschreiben das eventuelle Auslaufen meines befristeten Vertrages dar? Welchen Eindruck erweckt es, wenn ich schreibe“… da mein befristeter Vertrag eventuell ausläuft, begebe ich mich nun auf die Suche nach einer neuen Anstellung…“?
a) Denkt der Bewerbungsempfänger: „Den Mann können wir nicht einstellen, weil er ein `Versager` ist, sein Vertrag wird ja schließlich nicht verlängert.“
b) Oder falle ich sowieso sofort aus dem Kreis der potentiellen Kandidaten, weil mein Vertrag ja nur „eventuell“ ausläuft?
Erwähne ich hingegen in der Bewerbung nichts von dieser Befristung, wird die Frage aufgeworfen werden, warum ich denn schon wieder nach so kurzer Zeit den Wechsel von einem so renommierten Unternehmen vorhabe, was meiner Meinung nach auch zu einem Ausschluß aus dem Kandidatenkreis für die neue Stelle führt.
Können Sie mir (uns) einen Rat geben?
Wann ist ein Zertifikat aus einem Fortbildungsseminar zu alt, um es in die Bewerbungsunterlagen aufzunehmen bzw. ab welcher Stofftiefe (Seminar mit/ohne Prüfung etc.) sollte man seine Fortbildungsaktivitäten dokumentieren?