Anzeige

Alyssa Carson: Der Traum vom Mars und die Physik dagegen

18. Dezember 2025

Die amerikanische Weltraumbegeisterte Alyssa Carson (links) posiert während ihres Besuchs des SolarStratos Mission-Projekts zusammen mit dem Schweizer Abenteurer Raphael Domjan in einem Flugsimulator
Alyssa Carson will zum Mars. Der Weg dorthin führt über Wissenschaft, Geduld und viele offene Fragen der Raumfahrt. Auf dem Bild ist sie zusammen mit dem Schweizer Raphaël Domjan zu sehen, der im Jahr 2025 einen neuen Höhenrekord für Solarflugzeuge aufgestellt hat. Foto: picture alliance/KEYSTONE | LAURENT MERLET
Alyssa Carson will zum Mars. Der Weg dorthin führt über Wissenschaft, Geduld und viele offene Fragen der Raumfahrt.
Anzeige
Anzeige


Alyssa Carson träumt seit ihrer Kindheit von einer Reise zum Mars. Sie ist Astrobiologin, Doktorandin und eine bekannte Stimme der sogenannten Marsgeneration. Trotz medialer Missverständnisse ist sie keine Astronautin der NASA, sondern verfolgt ihren Weg über Forschung, Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit. Wie realistisch ist ihr Weg zwischen Forschung, Training und Raumfahrtvisionen?

Inhaltsverzeichnis

Erster Mensch auf dem Mars?

Der Traum vom Mars beginnt bei Alyssa Carson früh. Sehr früh. Während andere Kinder von Feuerwehr oder Popstars sprechen, richtet sie ihren Blick auf den Roten Planeten. Heute ist Carson 24 Jahre alt. Sie ist keine Astronautin. Sie ist auch keine Astronautin „in Ausbildung“ bei der NASA. Und doch steht sie wie kaum eine andere Person für die Idee, dass der Mars eines Tages von Menschen betreten wird – vielleicht sogar von ihr.

Anzeige
Anzeige

Carson gehört zu einer Generation, für die Raumfahrt kein fernes Prestigeprojekt mehr ist. Marsrover, Raumsonden und private Raumfahrtunternehmen prägen ihr Weltbild. Ihr Weg ist geprägt von Ausbildung, Forschung und öffentlicher Präsenz – begleitet von anhaltenden Missverständnissen über ihren Status.

Eine Kindheit im Zeichen des Weltraums

Geboren wurde Alyssa Carson am 10. März 2001 in Hammond, Louisiana. Ihr Interesse am Mars wird früh geweckt – ausgelöst durch eine Zeichentrickserie. Statt Antworten zu finden, stößt sie auf offene Fragen. Das treibt sie an.

Mit sieben Jahren besucht sie erstmals ein NASA Space Camp in Huntsville. Simulationen, Modellraketen und Technik prägen diese Zeit. Carson kehrt immer wieder zurück und nimmt schließlich an allen verfügbaren Space Camps teil – auch international. Bis heute ist sie die einzige Person, der das gelungen ist.

Anzeige
Anzeige

Dort entsteht auch ihr Spitzname „Blueberry“. Unter dem Namen NASABlueberry baut sie später eine große Social-Media-Präsenz auf und genau hier beginnen viele Fehlinterpretationen.

Frühe Förderung und intensives Traininginst

Mit 15 Jahren wird Carson in die Advanced PoSSUM Space Academy aufgenommen. Das Programm vermittelt Grundlagen für suborbitale Flüge und Weltraumforschung. Sie absolviert Survival-Training, Schwerelosigkeitsflüge, Zentrifugenläufe und Tauchübungen.

Anzeige
Anzeige

Mit 18 erwirbt sie eine Pilotenlizenz und besucht ein Sally-Ride-Sommercamp am MIT. Carson setzt früh auf eine Doppelstrategie: Öffentlichkeit und wissenschaftliche Qualifikation.

Nach dem Abschluss an der Baton Rouge International School studiert sie Astrobiologie am Florida Institute of Technology. 2023 erhält sie ihren Bachelor. Heute promoviert sie an der University of Arkansas im Bereich Mikrobiologie. Sie untersucht, wie Bakterien unter marsähnlichen Bedingungen überleben können.

Forschung statt Fernsehshow

Carson betont immer wieder die Rolle der Forschung. Im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) sagt sie: „Der Mars ist ein Planet, zu dem wir noch viele Fragen haben.“ Tatsächlich ist der Mars trotz jahrzehntelanger Missionen nur begrenzt erforscht. Rover liefern Daten, aber keine Rückführungen. Carson sieht hier einen Vorteil bemannter Missionen.

Ihr Fokus liegt auf der Suche nach Leben. Im RND-Interview sagt sie offen: „Ich meine, ich muss jetzt sagen, dass es Leben auf dem Mars gibt, sonst hätte ich nicht wirklich viel Motivation für meine Forschung.“ Gleichzeitig bleibt sie nüchtern. Der heutige Mars ist lebensfeindlich, seine Vergangenheit aber möglicherweise nicht. Wie lange der Mars bewohnbar war, wird durchaus kontrovers diskutiert.

Die Technik hinter dem Traum

Eine bemannte Marsmission bringt massive technische Herausforderungen. Mit heutigen Antrieben dauert der Flug rund sechs Monate. Strahlenbelastung, Schwerelosigkeit und Isolation sind zentrale Risiken.

Carson spricht diese offen an. Im RND-Interview erklärt sie: „Mit den jetzigen Antrieben würde es rund sechs Monate dauern, um zum Mars zu fliegen.“

Neue Antriebssysteme könnten die Reise verkürzen, sind aber noch nicht einsatzbereit. Carson vermeidet feste Zeitpläne. Marsmissionen seien möglich, aber komplex. Von einer dauerhaften Besiedlung hält sie derzeit wenig. Realistisch seien zunächst Forschungsmissionen mit Rückkehr.

Zwischen Vorbildrolle und Fehlinformationen

Mit wachsender Bekanntheit wächst auch die Verwirrung. Medien bezeichnen Carson häufig fälschlich als „Astronautin in Ausbildung“. Die NASA hat mehrfach klargestellt, dass keine Verbindung besteht. Auch Space Camp und PoSSUM sind keine offiziellen Astronautenprogramme.

Faktenchecker wie Snopes haben diese Fehlinformationen aufgearbeitet. Carson widerspricht ihnen regelmäßig. Sie bewirbt sich nicht um Sonderrollen, sondern erfüllt Voraussetzungen wie viele andere auch.

Ihre Rolle bleibt ambivalent. Sie ist Influencerin und Markenbotschafterin, arbeitet aber zugleich im Labor und veröffentlicht Bücher über Raumfahrtkarrieren. Diese Mischung erzeugt Aufmerksamkeit – und Kritik.

Motivation, Zweifel und Durchhaltevermögen

Carson spricht offen über Zweifel und Spott. Im RND-Interview sagt sie: „Die Leute nahmen mich nicht so ernst, wie ich es mir gewünscht hätte.“

Ihr junges Alter wurde oft gegen sie verwendet. Sie reagierte mit Konsequenz, Etappenzielen und Ausdauer. Ihr Rat an junge Menschen ist klar: große Träume zulassen, aber realistische Wege gehen. Raumfahrt brauche viele Rollen – nicht nur Astronautinnen und Astronauten.

Wie realistisch ist der Marsflug?

Die zentrale Frage bleibt offen: Wird Alyssa Carson zum Mars fliegen? Realistisch betrachtet ist das ungewiss. Selbst die NASA hat bislang keinen verbindlichen Zeitplan für eine bemannte Marsmission vorgelegt. Offizielle Roadmaps sehen keine konkrete Startzeit mit Crew vor. Die Mars-Pläne werden in Rahmenprogrammen wie Artemis eher als langfristiges Ziel der 2030er Jahre beschrieben. NASA konzentriert sich aktuell auf Artemis-Mondmissionen und auf Technologieentwicklung für spätere Marsmissionen.

SpaceX-Gründer Elon Musk liefert regelmäßig Zeitpläne für Marsmissionen, z. B. soll bereits 2026 einen unbemannte Starship-Mission mit Robotern an Bord starten. Menschen könnten laut Musk ab 2030 zum Mars starten, sofern viele Schritte wie wiederverwendbare Starship-Tests, orbitales Betanken und Landungstechnologien funktionieren.

Physische und medizinische Barrieren sind nicht gelöst

Langzeitaufenthalte im Weltraum gelten als problematisch:

  • Strahlenbelastung, Muskel- und Knochenschwund sowie kognitive Effekte sind nachweislich unbehandelt und stellen eindeutige Risiken dar.
  • Simulationen wie HI-SEAS zeigen, dass Isolation, psychische Belastungen und Betriebsabläufe vor Ort kritisch sind und nicht trivial zu lösen.

Diese Risiken müssen vor einem bemannten Missionseinsatz deutlich reduziert werden.

Technologische Grundlagen sind in Arbeit, aber nicht abgeschlossen

NASA und Partner testen Technologien für Marsvorbereitung, etwa:

  • MOXIE, ein Experiment zur Sauerstoffgewinnung auf dem Mars, zeigt erste Erfolge – aber seine Skalierung für Menschen steht noch aus.
  • Analoge Missionen und Simulationen testen Crew-Verhalten und Versorgungskonzepte, aber keine echte Marsumgebung.

Es gibt Fortschritte, aber diese sind Komponenten eines Marsprogramms, nicht das gesamte Missionssystem.

Internationale und kommerzielle Beteiligung bleibt fragmentiert

Mehrere Staaten und Agenturen, darunter auch China und Russland, diskutieren Marspläne; echte, koordinierte Programme fehlen derzeit. Private Player wie SpaceX treiben Entwicklungen voran, aber internationale Raumfahrt bleibt fragmentiert.

Konkrete Bewertung der Realisierbarkeit

Aspekt Status Bewertung
Startfenster Alle 26 Monate Realistisch planbar
Flugdauer 7–9 Monate (klassisch), potenziell 3 Monate (experimentell) Technisch möglich, aber komplex
Technologie vorhanden Teilbereiche ja (Transportsysteme, Habitat-Prototypen) Noch nicht integriert
Gesundheitsrisiken Problematisch Forschung läuft, Lösungen fehlen
NASA Zeitplan 2030er Jahre (orientierend) Nicht verbindlich
SpaceX Ziele Ende 2020er / 2030 (optimistisch) Ambitioniert, unsicher

Carson selbst hält sich bedeckt. Im RND-Interview sagt sie: „Wer weiß, vielleicht werde ich die Erste auf dem Mars sein, vielleicht aber auch nicht.“



Ein Beitrag von:

Anzeige
Anzeige

Top Stellenanzeigen

CAD-Konstrukteur (m/w/d)
Boyd Weiler GmbH & Co. KG

13.09.2026
Weiler-Simmerberg
Senior Ingenieur Systemintegration und KI-basierte Performancebewertung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Ingenieur Systemführung Operative Betriebsplanung (w/m/d)
TransnetBW GmbH

13.09.2026
Stuttgart
Bauprojektleiter (m/w/d)
Allbau Managementgesellschaft mbH

13.09.2026
Essen
Ingenieur* im Anforderungsmanagement
DFS Deutsche Flugsicherung GmbH

13.09.2026
Langen
Bauingenieur / Bautechniker Kommunaler Tiefbau (m/w/d)
WipflerPLAN Planungsgesellschaft

13.09.2026
Donauwörth, Nördlingen, Pfaffenhofen an der Ilm, Lauf an der Pegnitz
Information Security Manager (all genders)
VINCORION Advanced Systems GmbH

13.09.2026
Wedel
Professur „Wirtschaftsinformatik und Datenbanken mit dem Schwerpunkt IT-Venture-Design, Digital Enterprise und innovativer Lehre in Makerspace-Settings (W2)“
Hochschule Düsseldorf University of Applied Sciences

13.09.2026
Düsseldorf
Senior-Ingenieur Auftragsengineering (m/w/d)
Mehrer Compression GmbH

13.09.2026
Balingen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hamm
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Dillenburg
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Dillenburg
BIM-Manager (w/m/d) Niederlassung Westfalen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hamm, Münster, Gelsenkirchen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Netphen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Netphen
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Bochum
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bochum
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Osnabrück
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Osnabrück
BIM-Manager (w/m/d) Außenstelle Hagen
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Hagen
Bauleiter (m/w/d) im Bereich schlüsselfertigen Wohnungsbau
SCHEIDL

13.09.2026
Moosburg/Landshut
Projektingenieur Fachplanung Versorgungstechnik (m/w/d)
INGENIEURBÜRO ZAMMIT GmbH

13.09.2026
Achim, Celle, Salzgitter, Wolfsburg
Meister (m/w/d) für die mechanische Fertigung
Montanhydraulik GmbH

13.09.2026
Gelsenkirchen
Bauingenieur (w/m/d)
Die Autobahn GmbH des Bundes

13.09.2026
Bayreuth

Weitere Artikel



Anzeige
Anzeige