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Fast 8 km Gleis in 14 Tagen: Bahn legt wichtige Rheinland-Achse komplett still

19. August 2026

Gleisarbeiten
Die Bahn sperrt Köln–Düsseldorf 14 Tage komplett. In dieser Zeit erneuert sie fast 8 km Gleis, 4 Weichen und 3 Brücken. Symbolbild. Foto: picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt
6900 t Schotter, 8800 Schwellen und 4 Weichen: Was die Bahn während der Vollsperrung zwischen Köln und Düsseldorf baut.
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Mehr als 7,8 km Gleis, vier Weichen, über 8800 Schwellen und rund 6900 t Schotter: Zwischen Düsseldorf und Köln steht eine ungewöhnlich dicht getaktete Bauphase bevor. Dafür legt die Deutsche Bahn eine der wichtigsten Verbindungen im Rheinland für zwei Wochen komplett still. Parallel erneuert sie Gleise und Weichen, setzt drei Eisenbahnbrücken instand, baut einen Bahnhof um und erledigt Vorarbeiten für den Rhein-Ruhr-Express.

Los geht es am Freitag, 21. August 2026, um 21 Uhr. Bis zum 4. September um 21 Uhr ist die Strecke zwischen Köln-Mülheim und Düsseldorf Hbf vollständig gesperrt. Fern-, Regional- und S-Bahn-Züge müssen umgeleitet werden oder fallen auf Teilstrecken aus.

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Die Bahn nutzt die Sperrung, um zahlreiche Arbeiten gleichzeitig auszuführen. Die größten Mengen fallen zwischen Leverkusen und Köln-Mülheim an.

Inhaltsverzeichnis

Mehr als 8600 Schwellen werden ausgetauscht

Zwischen Leverkusen und Köln-Mülheim erneuert DB InfraGO mehr als 7800 m Gleis. Dafür tauschen die Bauteams über 8600 Schwellen aus und bewegen mehr als 6500 t Schotter.

Auch in Langenfeld wird gebaut: Dort kommen knapp 140 m neues Gleis, drei Weichen, rund 220 Schwellen und 400 t Schotter hinzu. Zwischen Leverkusen-Mitte und Küppersteg wird außerdem eine vierte Weiche ersetzt.

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Unterm Strich werden damit mehr als 8800 Schwellen gewechselt und rund 6900 t Schotter bewegt.

Drei Brücken bekommen neue Rollenlager

Parallel arbeitet die Bahn an drei Eisenbahnbrücken in Düsseldorf. Betroffen sind die Bauwerke über den Garather Bach, die Rostocker Straße und die Koblenzer Straße.

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Die Brücken werden nicht ersetzt, sondern gezielt instand gesetzt. Nach Angaben der DB tauschen die Bauteams dabei sämtliche Rollenlager aus.

Diese Lager sitzen zwischen Über- und Unterbau. Sie übertragen die Kräfte aus dem Überbau und lassen zugleich Bewegungen zu, etwa durch Temperaturänderungen. Wie der Austausch an den drei Düsseldorfer Brücken konkret abläuft, beschreibt die DB bislang nicht näher.

Auch Straßen.NRW nutzt die zugfreie Zeit. An der Straßenbrücke Knipprather Straße in Langenfeld sind während der Sperrung ebenfalls Arbeiten vorgesehen.

Benrath bekommt einen Bahnsteig mit zwei Höhen

Am Bahnhof Düsseldorf-Benrath nutzt DB InfraGO die Sperrung für den Umbau des S-Bahnsteigs an den Gleisen 3 und 4.

Besonders ist die künftige Bahnsteiggeometrie: Der Bahnsteig bekommt zwei Einstiegshöhen von 76 cm und 96 cm. So sollen unterschiedliche Zugtypen möglichst stufenfrei bedient werden können. Gleichzeitig wird der Bahnsteig auf rund 220 m verlängert. Dadurch können künftig auch Regionalzüge dort halten, etwa wenn sie wegen Bauarbeiten umgeleitet werden.

Zum Umbau gehören außerdem neue Beleuchtung, zusätzliche Sitzgelegenheiten, eine modernisierte Reisendeninformation und ein taktiles Leitsystem. Bahn, Land Nordrhein-Westfalen und Verkehrsverbund Rhein-Ruhr investieren gemeinsam rund 3,6 Mio. €.

Nach der zweiwöchigen Vollsperrung ist das Projekt allerdings noch nicht abgeschlossen. Fertig werden soll der modernisierte Bahnsteig nach aktueller Planung im 2. Quartal 2027.

Bahn bereitet weiteren RRX-Ausbau vor

Die Sperrpause dient außerdem dem Ausbau des Rhein-Ruhr-Express. In Langenfeld stehen Nacharbeiten an bereits umgesetzten RRX-Maßnahmen an. Unter anderem werden Signalausleger versetzt und Kabeltiefbauarbeiten durchgeführt.

Gleichzeitig beginnt DB InfraGO auf Düsseldorfer Stadtgebiet mit vorbereitenden Arbeiten für die nächste Ausbauphase. Dazu gehören Erkundungen des Baubereichs und Kampfmittelsondierungen.

Nach zwei Wochen wird auf der S-Bahn weitergebaut

Am 4. September um 21 Uhr endet die Vollsperrung der gesamten Strecke zwischen Köln-Mülheim und Düsseldorf Hbf. Für die S-Bahn ist die Baustelle damit aber noch nicht vorbei.

Vom 4. September bis 4. Dezember setzt DB InfraGO die Arbeiten auf der S-Bahn-Infrastruktur fort. Die S6 fällt zwischen Köln-Mülheim und Düsseldorf Hbf weiterhin aus; auch bei anderen Linien gibt es Einschränkungen.

Für Regional- und Fernzüge verbessert sich die Situation dagegen nach dem 4. September wieder.

Beschädigte Wupper-Brücke erschwert die Umleitung

Die Planung der Umleitungsverkehre wird zusätzlich durch die beschädigte Wupper-Brücke bei Opladen erschwert. Die ursprünglich vorgesehenen Fahrpläne für die Vollsperrung mussten deshalb nach Angaben der DB überarbeitet werden.

Während der Vollsperrung werden Fern- und Regionalzüge großräumig umgeleitet. Im Nahverkehr fallen unter anderem RE5 und S6 zwischen Düsseldorf und Köln-Mülheim aus; für mehrere Verbindungen fahren Ersatzbusse. Der RE1 wird über Neuss umgeleitet.

Sperrung fällt mitten in die Gamescom

Ungünstig ist der Zeitpunkt vor allem für Messebesucher: Die zweiwöchige Vollsperrung fällt in die Gamescom, die vom 26. bis 30. August in Köln stattfindet. go.Rheinland weist für diesen Zeitraum ausdrücklich auf ein erhöhtes Fahrgastaufkommen hin. Gleichzeitig gibt es weitere Baustellen im regionalen Bahnnetz.

Die DB bündelt während der Vollsperrung damit ein ungewöhnlich breites Bauprogramm – von der klassischen Gleiserneuerung über den kompletten Lagertausch an drei Brücken bis hin zu RRX-Vorarbeiten. Für die S-Bahn-Fahrgäste endet die Baustelle allerdings nicht Anfang September: Die Arbeiten laufen dort noch bis Anfang Dezember weiter.

Quellen



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