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Wie Holzhochhäuser Städte verändern können

12. Januar 2026

Holzhochhaus roots in der Hamburger Hafencity © Foto: GARBE Urb
Das Hochhausprojekt „roots“ in der Hamburger Hafencitiy ragt 64 Meter in die Höhe: Hauptbaustoff ist Holz. Foto: Garbe Urban Real Estate Germany
Holz als Baustoff erlebt eine Renaissance – insbesondere im urbanen Raum. Mit dem Projekt „roots“ in der Hamburger Hafencity wurde nun ein wegweisendes Holzhochhaus realisiert, das als Modell für nachhaltiges Bauen gelten kann. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) förderte die Konzeption und Entwicklung des Projekts mit rund 490 000 €. Das Vorhaben…
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Holz als Baustoff erlebt eine Renaissance – insbesondere im urbanen Raum. Mit dem Projekt „roots“ in der Hamburger Hafencity wurde nun ein wegweisendes Holzhochhaus realisiert, das als Modell für nachhaltiges Bauen gelten kann. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) förderte die Konzeption und Entwicklung des Projekts mit rund 490 000 €. Das Vorhaben zeigt, wie moderner Holzbau zur Lösung drängender Herausforderungen wie Wohnraummangel und Klimaschutz beitragen kann.

Holzbau verbindet Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit

Bezahlbarer Wohnraum wird zunehmend knapp, gleichzeitig steigen die Anforderungen an Nachhaltigkeit und Klimaanpassung. DBU-Generalsekretär Alexander Bonde betont: „Hier kann das Bauen mit Holz eine zukunftsfähige Alternative sein.“ Weiter sagt er: „Wir brauchen Modellprojekte, die bei Gebäuden aus Holz Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz in sich vereinen.“ Genau hier setzt das Projekt „roots“ an.

Das rund 64 m hohe Gebäude umfasst 128 Wohnungen, Büroflächen, eine Ausstellung sowie einen angeschlossenen Wohnblock mit 53 geförderten Wohnungen – ebenfalls in Holzbauweise. Errichtet wurde das Hochhaus von der Garbe Urban Real Estate Germany GmbH & Co. KG. Alle tragenden Bauteile bestehen aus Holz, ergänzt durch einen Treppenhauskern aus Stahlbeton, der den Brandschutz sicherstellt.

Deutliche Emissions-Einsparungen durch Holz und Hybridbau

Jonas Böse, Junior-Projektleitung bei Garbe, verweist auf die ökologischen Vorteile des Holzbaus. Laut einer WWF-Erhebung verursacht Zement rund 8 % der weltweiten Treibhausgasemissionen. Holz hingegen ist ein nachwachsender Rohstoff und deutlich klimafreundlicher. DBU-Referentin Sabine Djahanschah erklärt: „Ein Ergebnis des Projekts sind potenzielle Emissions-Einsparungen von rund 31 % selbst bei einem Hybrid-Gebäude aus Holz und Stahlbeton.“

Das entspricht etwa 3 520 t vermiedenem CO2. Gleichzeitig wurde wertvolles Wissen aufgebaut. Böse betont: „Während der Entwicklung und des Baus des „roots“-Hochhauses haben wir viele Erkenntnisse gewonnen, die nun bei neuen Holzbauprojekten für eine erhebliche Bauzeit-Verkürzung und Vereinfachung sorgen können.“

Schneller Bau und neue Möglichkeiten für verdichtete Städte

Neben der Klimafreundlichkeit punktet Holz durch seine modulare Bauweise. „Es ermöglicht die modulare Bauweise sogar von Hochhäusern“, so Böse. Die optimierten Module des „roots“-Projekts sind übertragbar und erleichtern sowohl den Bau als auch einen möglichen Rückbau. „Die Materialien können dann zu großen Teilen recycelt werden und enden nicht als Bauschutt.“

Ein weiterer Vorteil: Holzhochhäuser sind leichter als Beton- oder Stahlbauten. Dadurch eignen sie sich besonders für Standorte mit eingeschränkter Tragfähigkeit – wie die Hamburger Hafencity. Böse erklärt: „Städte verdichten sich immer weiter. Hier kann die Mischung aus schnellem Bau und der Erschließung neuer Flächen für dringend benötigten Wohnraum sorgen.“

Forschung schafft Vertrauen in den Holzbau

Djahanschah zieht eine positive Bilanz des Projektes: „Zwei erfolgreich bewältigte Herausforderungen waren der Brand- und der Schallschutz.“ Über zwei Geschosse wurde ein Ausschnitt des Gebäudes mit jeweils zwei dahinterliegenden Zimmern gebaut. Dadurch waren über Schallmessungen die Aufbauten und Teile der Konstruktion deutlich zu vereinfachen. Djahanschah: „Da ein Hochhaus mit brennbarem Tragwerk bauordnungsrechtlich nicht zulässig ist, war ein erhöhter Planungs- und Abstimmungsbedarf erforderlich. Mit der Feuerwehr Hamburg wurde neben der Feuerbeständigkeit der Konstruktion über 90 Minuten eine zusätzliche Robustheit von 30 Minuten festgelegt.“ Das Projekt hat nach ihren Worten die Grundlage dafür geschaffen, künftig Bauherren und Behörden leichter von Sicherheit und Optionen des Holzbaus zu überzeugen. „Durch die jahrelange Forschung stehen jetzt Lösungsansätze zur Verfügung, die von Dritten aufgegriffen und umgesetzt werden können“, meint Djahanschah.

Das Projekt „roots“ zeigt, welches Potenzial im modernen Holzbau steckt – und wie nachhaltige Architektur die Städte von morgen prägen kann.

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