
Dem ehrgeizigen Zukunftskonzept von Obayashi zufolge sollen Roboter-Fahrzeuge mit Hilfe eines Kabels aus Nanoröhren mit einer Geschwindigkeit von rund 200 Kilometern in der Stunde bis zu 30 Menschen ins All befördern. Das neuartige Transportsystem soll durch neueste Weiterentwicklungen im Bereich Kohlenstoff-Nanoröhren und generell der Nanotechnologie möglich werden. Nach Aussagen von Yoji Ishikawa, Leiter des Bereichs Forschung und Entwicklung bei Obayashi, sollen die dafür entwickelten Röhren hundertmal stärker als Stahl sein und deutlich weniger wiegen.
Erst drei Zentimeter lange Kabel möglich
Noch ist es dem Baukonzern allerdings nicht gelungen ausreichend lange Röhren zu produzieren. „Bisher sind wir erst in der Lage drei Zentimeter lange Kabel herzustellen. Das ist nicht lang genug“, so Ishikawa. Hinzu kommt dass die Röhren aus Kohlenstoff korrodieren. Eine geeignete Isolation muss daher gefunden werden. Der Baukonzern rechnet aber damit, bis 2030 für die Massenproduktion gerüstet zu sein.
Materialtransport mit Aufzug günstiger als mit Space Shuttle
Japanische Experten sind der Meinung, dass ein Raumfahrtlift das Ende der auf der Erde stationierten Raketen, die extrem teuer und gefährlich sind, signalisieren könnte. Der Transport von Material ins Weltall kostet mit einem Space Shuttle 22.000 Dollar je Kilogramm. Die Kosten mit einem Weltraumaufzug könnten sich Schätzungen zufolge auf nur 200 Dollar belaufen. Damit würden die Weltraumforschung und der Weltraumtourismus ungleich billiger werden. Aus der Sicht von Obayashi würde der futuristische Lift den Raumfahrttourismus revolutionieren. Ähnliche Pläne hegt der Gründer und Chef des amerikanischen Unternehmens LiftPort.

Die Reise der 36.000 Kilometer langen Strecke von der Erde zu der Weltraumplattform würde gut eine Woche dauern. Der Gedanke ist, dass die Touristen dort aussteigen, während die Wissenschaftler weiter fahren könnten.
Internationale Kooperation gefragt
Obayashi arbeitet inzwischen mit einer Anzahl japanischer Universitäten zusammen und denkt zugleich auch an eine stärkere internationale Kooperation. „Kein einzelnes Unternehmen kann das Projekt verwirklichen. Das Ganze sollte ein globales Projekt sein”, so Ishikawa.
Ein Team an der Kanagawa Universität in Yokohama arbeitet derzeit an so genannten Roboterautos oder Kletterern, die sich am Kabel eines Weltraumlifts hochziehen. Nach Aussagen von Professor Tadashi Egami “variiert die Spannung der Kabel je nach der Höhe und der Schwerkraft. Das Team arbeitet an Mechanismen, die das Aufsteigen in verschiedenen Höhen ermöglichen und zugleich auch an geeigneten Bremssystemen“ für den Abstieg.
































