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Automatischer Bienenstock für tierschonende Honigproduktion

10. März 2015

Automatischer Bienenstock für tierschonende Honigproduktion
Flow Hive: Das von den Australiern Stuart und Cedar Anderson erfundene System ermöglicht den Honigfluss per Knopfdruck – ohne dass die Bienen gestört werden.
Zwei Australier haben einen Bienenstock entwickelt, der die bislang aufwendige Honigentnahme für Imker schnell und einfach machen soll. Dabei muss der Stock – anders als bislang – keinmal geöffnet werden. Für die Insekten dürfte das weniger Stress bedeuten. Das Geheimnis hinter dem System sind modifizierte künstliche Wabenzellen. 
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Was für Milchbauern einst die Erfindung der Melkmaschine bedeutete, könnte für Imker dieser automatische Bienenstock namens Flow Hive werden. Erfunden haben ihn die Australier Stuart und Cedar Anderson und werben auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo derzeit um finanzielle Unterstützung. An den Honig zu gelangen, bedeutet für Bienenzüchter viel und kleinteilige Arbeit. Die beiden Entwickler – übrigens Vater und Sohn – versprechen nun die Honigentnahme auf Knopfdruck.

Keine Umsiedelung nötig

Bislang müssen die Bienen dafür zeitweilig in einen anderen Stock umgesiedelt werden. Ist das erledigt, will der Honig aus den weichen Wachswaben gekratzt werden – eine meist langwierige Angelegenheit. Schließlich müssen die entleerten Waben auch noch von verbliebenen Honigspuren gesäubert werden.

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Eine professionelle Schleuder, in die sich Waben einspannen lassen, kann zwar die Honigentnahme und -filterung übernehmen, doch gerade Hobby-Imker wollen sich das mitunter teure Gerät oft nicht leisten.

Der Trick mit den geteilten Wabenzellen

Das Prinzip hinter dem Bienenstock mit Honigzapfhahn klingt eigentlich einfach, bedurfte nach Angaben der Entwickler aber jahrelanger Tests. Dabei werden vorgefertigte Waben aus Kunststoff in den Stock eingesetzt, die die Bienen zusätzlich mit eigenem Wachs bespannen. Durch eine durchsichtige Scheibe kann der Imker von außen erkennen, wenn ausreichend Honig produziert ist.

Das Besondere: Zwar ist auch jede einzelne der künstlichen Wabenzellen sechseckig, anders als ihre natürlichen Vorbilder aber nicht rundum geschlossen. Durch die jeweils untere und obere Ecke verläuft ein winziger Spalt, der fast nicht sichtbar ist und schnell von den Bienen selbst verschlossen wird.

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Diese Lücke ermöglicht ein mechanisches Verschieben der Seitenwände. Die Folge: in einer Linie untereinander liegende Wabenzellen verwandeln sich so in eine zusammenhängende Rinne. Alleine durch die Schwerkraft beginnt der Honig abzufließen. Die Entnahme des Honigs erfolgt mithilfe zapfhahnähnlicher Schläuche.

Weniger Stress für die Bienen

Die Insekten stört die Aktivierung des Abfließmechanismus nach Angaben der Entwickler nicht, jedenfalls bedeute dieses Verfahren für die Bienen weitaus weniger Stress als der gängige Prozess der Honigentnahme. Bei letzterem ist es vor allem das ständige Öffnen des Bienenstocks, das den Tieren stark zusetzt. Die Methode der beiden Australier ist sozusagen nicht-invasiv. Allerdings müsste sie sich noch unter unabhängigen Imkern etablieren. Zumindest in Deutschland gibt es bislang keine Erfahrungsberichte professioneller Bienenzüchter dazu.

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Stuart und Cedar Anderson erhofften sich zu Beginn der Crowdfunding-Kampagne 75.000 US-Dollar. Bislang sind bereits über viereinhalb Millionen Dollar zusammen gekommen.

Dienstleistung Blütenbestäubung wird auf 153 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt

Offenbar werden große Hoffnungen in das System gesetzt, das inzwischen als dramatisch angesehene Bienensterben zu stoppen, welches auch Deutschland betrifft. So ist hierzulande ein Viertel aller Kolonien in den vergangenen Jahren verloren gegangen, einige Imker erlitten Verluste von bis zu 80 Prozent.

Dabei wird laut Bundesamt für Naturschutz der gesamte ökonomische Wert durch die Ökosystemdienstleistung durch die Blütenbestäubung auf 153 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.

 



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