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Der größte Feuerwehr-Jumbo der Welt kann 74 t Wasser versprühen

11. Oktober 2017

Der größte Feuerwehr-Jumbo der Welt kann 74 t Wasser versprühen
Der Supertanker „The Spirit of John Muir“ ist das derzeit größte Feuerlöschflugzeug der Welt.
In Kalifornien wüten verheerende Waldbrände. Die Lage ist noch nicht unter Kontrolle, trotz des unermüdlichen Einsatzes der Feuerwehrkräfte vor Ort. Unter ihnen ist auch ein Neuling. Erstmals kam in den USA der größte Feuerwehr-Jumbo der Welt zum Einsatz. 
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Der Anruf kam von der kalifornischen Brandschutzbehörde. Eine Feuerwalze hatte sich in Nordkalifornien gebildet und bereits über 1400 Hektar Land in Schutt und Asche gelegt. Der Supertanker sollte helfen, die Flammen einzudämmen. Innerhalb von drei Stunden war der umgebaute Jumbojet in der Luft. Und damit erstmals in den USA im Einsatz. „Es ist eine Ehre, für die Menschen und den Staat Kalifornien zu arbeiten, die wieder einmal mit einem potenziell verheerenden Lauffeuer konfrontiert sind“, ließ Jim Wheeler, der Geschäftsführer von Global Supertanker Services, wissen.

Erster Einsatz in den USA

Der größte Wasserbomber der Welt musste lange auf die Zulassung in den USA warten. Während er in Israel bereits 2010 zum Einsatz kam und Anfang des Jahres 2017 in Chile gegen Waldbrände ausrückte, folgt nun der erste Flug in den USA. „Wir übernehmen die Verantwortung dafür, dieses neue Instrument unter realen Bedingungen zu beurteilen“, sagte Dave Teter, stellvertretender Direktor der Brandschutzbehörde in Kalifornien. Erst Im August hatte der Supertanker die staatliche Zulassung zur Feuerbekämpfung erhalten.

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In Israel wurde der Supertanker 2010 erstmals beim Brand am Mount Carmel eingesetzt. Nun soll das Löschflugzeug den Regelbetrieb aufnehmen.

Mit einer Geschwindigkeit von 960 Kilometern pro Stunde und einer Reichweite von 7400 Kilometer kann The Spirit of John Muir, wie der Feuerwehr-Jumbo getauft wurde, auch ohne Probleme bei Bränden in Europa, in Südamerika, in Afrika und Asien helfen.

Jumbo wurde für 40 Millionen US-Dollar umgebaut

Der Supertanker ist nicht der erste Jumbo, der für den Einsatz großer Brände eingesetzt werden soll. Ein Vorgänger wurde von der inzwischen pleite gegangenen amerikanischen Fluggesellschaft Evergreen International Aviation zum Feuerlöschen umgebaut und 2009 erstmals bei einem Waldbrand in Spanien und im gleichen Jahr in den USA eingesetzt. Basis damals war eine Boeing 747-100 mit dem Baujahr 1971.

Die nun fertig umgebaute, größere Boeing 747-400 der Gesellschaft Global Supertanker Services hat ein Fassungsvermögen von 74.200 Litern Wasser oder spezieller Löschflüssigkeiten. Kein Jumbo zuvor konnte so viel Flüssigkeit laden. Alles in allem hat die Umrüstung der 747-400 zum Löschflugzeug aber auch mehr als 40 Millionen US-Dollar gekostet.

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Wassermengen führen zu technischen Schwierigkeiten

Dafür musste das in Colorado Springs beheimatete Flugzeug mit dem Kennzeichen N744ST stark umgebaut werden. Vor allem die amerikanische Luftfahrbehörde FAA sorgte sich darum, dass manche Löschflüssigkeiten schwerer als eine Wasserladung gleicher Literzahl sind und damit die Stabilität des Flugzeugs gefährden könnten. Zugleich befürchteten die Ingenieure, dass ein sehr schnelles Ablassen der Flüssigkeiten durch die damit verbundene, schlagartige Gewichtsverlagerung im Flugzeug die Stabilität gefährden und damit die technische Lebenserwartung der Materialien und Maschine stark verkürzen könnten. Allein 28 Auflagen der FAA mussten beim Umbau berücksichtigt werden.

Jumbo kann Wasserschneisen legen und es regnen lassen

Gleich ob Wasser oder Löschflüssigkeit: Die acht Tanks des Flugzeugs können mit zwei verschiedenen patentierten Verfahren entleert werden. Unter starkem Druck können große Mengen auf einmal ausgestoßen werden. Genauso ist es aber möglich, die Flüssigkeit als stärkeren Regen niedergehen zu lassen, wobei sie am Boden tropfenweise ankommt. Die unterschiedlichen Beregnungsverfahren werden je nach Art des Brandes eingesetzt. Zudem kann das Flugzeug Schneisen legen, um Brände zu lokalisieren oder eine Weiterverbreitung zu erschweren.

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Der Löschjumbo kann sechs gewöhnliche Löschflugzeuge ersetzen.

Der Jumbo kann beim Abregnen in Höhen von nur 120 bis 240 Metern über dem Brand mit einer Geschwindigkeit von etwa 260 Kilometern pro Stunde fliegen. Bei jedem Überflug kann ein Streifen von bis zu 5 Kilometern Länge mit Wasser oder Löschflüssigkeit bewässert werden. Bis zu sechs Wasserladungen kann der Jumbo so pro Flug ablassen. Gewöhnliche Löschflugzeuge wie die British Aerospace BAe-146 oder die Lockhead C-130 dagegen müssten mehrfach landen und nachtanken, um dasselbe Ergebnis zu erzielen.

Auch Öl und Chemikalien kann das Löschflugzeug transportieren

Zu den großen Auftraggebern für Einsätze von Löschflugzeugen zählt sicherlich die amerikanische Forstverwaltung, der US Forest Service. Global Supertanker Services rechnete allerdings von Beginn an auch mit Löschaufträgen aus der Europäischen Union, Israel und Australien. Oder solchen auf See, bei Bränden auf Frachtern oder Ölbohrplattformen etwa.

Die 74 t Flüssigkeit, die der Jumbo aufnehmen kann, werden in acht Tanks unter Druck gespeichert. Das Flugzeug kann auch Ölkatastrophen auf dem Meer bekämpfen oder als Transportflugzeug für chemikalische Flüssigkeiten dienen.

In Zeiten ohne Brände kann der Jumbo auch zur Bekämpfung von Ölkatastrophen im Meer oder in Seen sowie zur Beförderung von Spezialflüssigkeiten für die Chemische Industrie eingesetzt werden. Die mit vier CF6-80-B1F-Triebwerken von General Electric ausgestattete Boeing benötigt dafür nur eine Startbahn von 2400 Metern Länge für Start und Landung – eine Größenordnung, die jeder internationale Flughafen bieten kann.

Mehr zu der kontroversen Entwicklung des Supertankers und seiner langwierigen Zulassung in den USA, gibt es hier:

 

 



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