
In den letzten Jahren hat sich die Nachfrage nach Arbeitskräften im Bereich künstliche Intelligenz (KI) auf dem deutschen Arbeitsmarkt kaum verändert. Seit Anfang dieses Jahres nimmt sie jedoch deutlich zu. Der Anteil an Stellenanzeigen, in denen Begriffe wie Machine Learning, Computer Vision oder natürliche Sprachverarbeitung vorkommen, ist seit Jahresbeginn um 16 % gestiegen. In den Jahren 2023 und 2024 gab es dagegen keine positiven Veränderungen. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Jobplattform Indeed. Der Anstieg ist allerdings nicht nur auf geplante Neueinstellungen zurückzuführen.
Laut der Analyse von Indeed machen KI-bezogene Stellenanzeigen in Deutschland aktuell 2,5 % aller Jobangebote aus – ein starker Anstieg. Damit liegt Deutschland jetzt auf dem gleichen Niveau wie die USA, die diesen Wert schon im November 2024 erreicht haben, seitdem aber keine Zunahme mehr verzeichnen. Besonders stark gestiegen sind Stellenanzeigen, in denen generative KI erwähnt wird. Ihr Anteil ist seit Jahresbeginn um 36 % gewachsen, liegt insgesamt aber weiterhin unter 1 %.
KI erobert neue Berufsfelder
In Berufsfeldern, in denen KI bereits eine gewisse Rolle spielt (mindestens 1 % der Stellenanzeigen), wächst vor allem der praktische Einsatz – weniger die Entwicklung neuer Technologien. Besonders deutlich ist das in folgenden Bereichen zu sehen:
- Personalwesen: +35,6 % mehr KI-bezogene Stellenanzeigen
- Kundenservice: +29,6 %
- Medien & Kommunikation: +25 %
- Rechtswesen: +23,4 %
Im Bereich der KI-Entwicklung sind die Zuwächse etwas moderater:
- Forschung & Entwicklung: +16,9 %
- Softwareentwicklung: +9,9 %
Beim Anteil an KI-bezogenen Jobs insgesamt führen derzeit diese Bereiche:
- Data Analytics & Informationsmanagement: 18,6 %
- Mathematik: 13,8 %
- Softwareentwicklung: 12 %
Laut der Analyse werde KI in Zukunft eine zentrale Rolle auf dem Arbeitsmarkt spielen. In einigen Bereichen sei das bereits der Fall – insbesondere bei Wissensarbeiter*innen. Der Anteil an Stellen mit KI-Bezug sei in Berufsfeldern wie Data Analytics, Mathematik und Softwareentwicklung schon jetzt überdurchschnittlich hoch.
Grundlegende KI-Kenntnisse entwickelten sich in vielen Berufen zunehmend zu einer Basiskompetenz. Der Umgang mit Tools wie ChatGPT werde zum Teil sogar stillschweigend vorausgesetzt. Die tatsächliche Zahl der Stellen, in denen KI-Kompetenzen erforderlich seien, dürfte daher deutlich höher liegen, als die Analyse erfassen könne.
Für die Analyse hat Indeed ausgewertet, wie viele Stellenanzeigen Fähigkeiten im Umgang mit künstlicher Intelligenz oder generativer KI verlangen – und diesen Anteil mit dem gesamten Stellenmarkt verglichen. Der Untersuchungszeitraum lag zwischen dem 1. Januar und dem 30. Mai 2025.




























